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Core-Prozessoren der siebten Generation Ausgetickt: Intel stellt Kaby-Lake-Prozessoren vor

| Autor: Klaus Länger

Nun ist es amtlich: Intel bringt mit Kaby Lake nur eine Optimierung des Vorgängers Skylake mit einem verbesserten 14-Nanometer-Produktionsprozess. Damit verabschiedet sich der Chip-Hersteller vom 2007 eingeführten Tick-Tock-Prinzip. Das hätte eigentlich eine CPU mit feinerem Fertigungsprozess und kleineren Transistoren vorgesehen.

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Die siebte Generation der Core-Prozessoren ist da. Allerdings sind die 14-Nanometer-Prozessoren mit dem Codenamen Kaby Lake nur Optimierungen des pinkompatiblen Vorgängers Skylake.
Die siebte Generation der Core-Prozessoren ist da. Allerdings sind die 14-Nanometer-Prozessoren mit dem Codenamen Kaby Lake nur Optimierungen des pinkompatiblen Vorgängers Skylake.
(Bild: Intel )

Seit 2007 hat Intel annähernd jedes Jahr im Wechsel immer einen Prozessor mit einem neuen Fertigungsprozess (Tick) und einen mit einer neuen Architektur (Tock) vorgestellt. Nach Broadwell mit der Wechsel zu 14 Nanometern und Skylake mit neuer Architektur hätte nach der bisherigen Strategie wieder eine neue Fertigungstechnik mit 10 Nanometern auf der Agenda gestanden. Stattdessen kommt mit Kaby Lake nur eine optimierte Version des Vorgängers Skylake auf den Markt.

Ein bei Intel intern als 14NM+ bezeichneter Prozess mit im Detail verbesserten Transistoren und optimierter Fertigung sorgt dafür, dass die Kaby-Lake-Prozessoren bei gleicher Leistungsaufnahme eine höhere Taktfrequenz erreichen. Die ist vor allem in den Turbo-Modi bei Core i5 und Core i7 um bis zu 400 MHz höher. Das soll laut Intel eine um bis zu zwölf Prozent höhere Anwendungsperformance bringen.

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Start mit Mobile-Prozessoren

Als ersten Schritt bringt Intel Kaby-Lake-Prozessoren für Tablets, 2-in-1-Geräte und flache Notebooks auf den Markt. Für 15 Watt TDP sind die Modelle i7-7500U, i5-7200U und i3-7100U ausgelegt. Sie verfügen alle über zwei Cores und Hyperthreading sowie eine integrierte HD-620-GPU. Dem i3 fehlt wie bisher der Turbo-Modus. Er ist nur 100 MHz höher getaktet als sein Vorgänger.

Drei weitere Modelle geben sich sich mit 4,5 Watt TDP zufrieden: m3-7Y30, i5-7Y54 und i7-7Y75. Für die beiden schnelleren Modelle in Y-Bauform hat Intel die mit Skylake eingeführten Namen m5 und m7 aufgegeben. Sie sind ebenfalls Dualcore-CPUs mit vier Threads. Die niedriger getaktete GPU trägt die Bezeichnung HD 615.

Die neue Typenbezeichnungen verdienen sich die Grafikeinheiten vor allen durch verbesserte Multimediafunktionen. So sollen sich 4K-Videos mit VP9- oder HEVC-10-bit-Codierung bei minimaler CPU-Last abspielen lassen.

HDMI 2.0 für eine 4K-Wiedergabe mit 60 Hz unterstützen die Intel-Grafikeinheiten allerdings immer noch nicht.

Kein USB 3.1 im Chipsatz

Durch Abwesenheit glänzt weiterhin ein USB-3.1-Controller im Chipsatz. Die Hersteller von Notebooks und Tablets müssen für eine schnellere USB-Schnittstelle also auch mit Kaby Lake in zusätzliche USB-3.1-Chips oder, was Intel bevorzugen dürfte, gleich in Thunderbolt-3-Controller investieren.

Die moderaten Änderungen gegenüber Skylake dürften allerdings dazu führen, dass Mobilrechner mit Core-Prozessoren der siebten Generation schon bald in den Handel kommen. Denn die Hersteller müssen nur statt Skylake- einfach Kaby-Lake-Prozessoren auf die Mainboards ihrer bisherigen Rechner-Designs löten und das BIOS anpassen. Etliche der neuen Geräte werden sicher bereits auf der IFA präsentiert.

Einen 10-Nanometer-Prozessor sieht die Intel-Roadmap wohl mit Cannon Lake erst für Ende 2017 vor. Dazwischen soll mit Coffee Lake sogar noch eine weitere 14-Nanometer-Optimierung geplant sein.

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