Modulare Rechenzentren münden im Unternehmenserfolg, sagt IDC

Aus gutem Grund: Kein Verzicht auf das eigene Rechenzentrum in Sicht

| Redakteur: Ulrike Ostler

Von den befragten Unternehmen, die im vergangenen Jahr ein Umsatzwachstum verzeichneten, betreiben 97 Prozent ihr eigenes Rechenzentrum. Und nur zwei Prozent von den Unternehmen, die weniger für IT ausgaben, sind gewachsen.

Cloud oder Marke Eigenbau?

Public-Cloud-Angebote tragen die Versprechen in sich, den Kunden eine flexiblere und günstigere IT zu ermöglichen als hausinterne Lösungen. Tatsächlich würden die Befragten auch gerne Kapazitäten der Public Cloud nutzen, doch schrecken zwei Drittel vor „Risiken“ zurück (siehe: Abbildung 3). Allerdings sind hier deutlich geografische Unterschiede erkennbar. In Italien und Deutschland zaudert man, in Schweden ist der Zuspruch zur Cloud hoch. Übrigens bei Rittal selbst steckt 90 Prozent der IT in hauseigenen Rechenzentren. Public-Cloud-Angebote werden etwa für das Lieferanten- und Liquiditäts-Management genutzt.

Gründe für Investitionen in die IT gibt es genügend. Insgesamt 75 Prozent der Befragten erwarten, dass sich die IT durch Mobile Computing und/oder durch Big Data ändern. Drei Viertel sehen, dass sich Big Data auf die Entscheidungsfindung auswirken wird, so Bernd Hanstein, Vice President Product Management IT-Service bei Rittal, und zwar durch automatische Analysen der bestands- und Bewegungsdaten und durch eine größere Treffsicherheit durch das Durchforsten großer und bisher ungenutzter Datenmengen. „Die Unternehmen wollen, dass neue IT-Systeme helfen, die eigene Marktposition zu stärken“, bringt es Hanstein auf den Punkt.

Fernerhin spielt für die Unternehmen, aber auch für Rittal, so Executive Vice President Dirk Miller, Industrie 4.0 und das Internet of Things (IoT) eine maßgebliche Rolle. „Das ist auch volkswirtschaftlich eine Größe“, sagt er, und verweist auf eine Prognose des Branchenverbands Bitkom und des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO zur Bruttowertschöpfung im deutschen Maschinen- und Anlagenbau.

Die wesentlichen Treiber für IT-Investitionen

Demnach betrug die Wertschöpfung im Jahr 2013 rund 77 Milliarden Euro. Durch IoT und Cyber-physischer Systeme in die Fabriken könnte sich dieses bis zum Jahr 2025 auf rund 100 Milliarden Euro erhöhen. „Jedenfalls haben auch unsere Schaltschrank-Kunden immer mehr Fragen bezüglich IT“, sagt Miller.

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Dirk Miller bekleidet bei der Rittal GmbH & Co. KG die Position des Executive Vice President Marketing.
Dirk Miller bekleidet bei der Rittal GmbH & Co. KG die Position des Executive Vice President Marketing. (Bild: Heiko Meyer/Rittal)

Tatsächlich zeige sich das auch insgesamt in der Nachfrage beziehungsweise im Bedarf an IT-Infrastruktur. Während das traditionelle Geschäft um 1 bis 4 Prozent wachse, betrage das Wachstum im IT-Umfeld 6 bis 10 Prozent.

Daran ändere auch beispielsweise die Virtualisierung nichts. Vor fünf, sechs Jahren, erinnert sich Miller, seinen tatsächlich die genutzten Rechenzentrumsflächen geschrumpft und der Bedarf an Servern kurzzeitig zurückgegangen. „Doch wir löschen ja nichts“, sagt er und längst sorge die Verdopplung des Datenvolumens alle 18 Monate für immer größeren Bedarf.

Die RZ-Ausstattung ist zu alt

Außerdem gibt es eine Wechselwirkung mit neuer Technik. So gibt es jedes halbe Jahr eine neue Generation von Smartphones. Alle drei bis vier Jahre, tauschen Unternehmen, so auch Rittal Server und Storage aus. Die Kühlung ist nach 10 Jahren veraltet und auch die Datenkabel schaffen das Volumen nicht mehr.

Dennoch sind die Rechenzentren, nach denen IDC die Studienteilnehmer gefragt hat, im Schnitt sieben Jahre alt. Also stehen sie kurz- und mittelfristig vor der Notwendigkeit, ihre Datacenter zu modernisieren, komplett neu zu bauen oder Angebote wie Co-Location zu nutzen.

Letzteres sei insbesondere für Betreiber von kleinen Rechenzentren eine Frage; denn während sich in großen Rechenzentren Skaleneffekte positiv auswirkten, werde der prozentuale Aufwand, den sie für Kühlung, Stromversorgung und Datenanbindung treiben müssen immer höher, führt Miller aus.

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Ein typischer RITTAL Marketing Bericht, in dem mal wieder deutlich wird, wie Standards über...  lesen
posted am 28.07.2014 um 19:56 von Unregistriert


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