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Interview mit Michael Straub von Fujitsu Auf zu S/4HANA! Mit einem starken Partner an der Seite.

| Autor / Redakteur: Bernd Reder* für Fujitsu / Ulrike Ostler

Es wird ernst: Ende 2027 stellt SAP die technische Unterstützung für die „SAP Business Suite“ ein. Für Anwender ist es somit an der Zeit, sich mit der Nachfolgelösung SAP S/4HANA zu beschäftigen. Doch diese Migration im Alleingang anzugehen, ist nicht empfehlenswert. Warum das so ist, erläutert Michael Straub, Director SAP Business CEE bei Fujitsu.

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Bei der Migration zu SAP S/4HANA können Unternehmen auf eine weitreichende Unterstützung durch Experten von Fujitsu zurückgreifen.
Bei der Migration zu SAP S/4HANA können Unternehmen auf eine weitreichende Unterstützung durch Experten von Fujitsu zurückgreifen.
(Bild: Fujitsu)

„Wir haben doch noch sechs Jahre Zeit, um auf S/4HANA umzustellen!“ Dieser Ansicht sind etliche IT-Leiter und Geschäftsführer deutscher Unternehmen. Natürlich ist das richtig. Denn SAP gab Anfang 2020 bekannt, dass die SAP Business Suite noch bis 2027 technische Unterstützung erhält. Doch es wäre fahrlässig, die Übergangszeit bis aufs Letzte auszureizen, unterstreicht Michael Straub, Director SAP Business CEE bei Fujitsu im Interview.

Denn S/4HANA ist viel mehr als nur ein neues Release der SAP Business Suite. Vielmehr erhalten Unternehmen damit die Grundlage für komplette Digitalisierungsplattform, inklusive Funktionen für maschinelles Lernen, KI und das Internet of Things (IoT). „Mal eben schnell“ eine vorhandene ERP-Lösung (Enterprise Resource Planning) im Alleingang in Richtung digitaler Geschäftsprozesse zu migrieren, ist somit in der Praxis kaum machbar. Einfacher und schneller lässt sich eine solche Umstellung vornehmen, wenn ein Unternehmen auf bewährte „Best Practices“ und die Unterstützung von SAP-Spezialisten wie Fujitsu zurückgreift.

Michael Straub, Director SAP Business CEE bei Fujitsu, erläutert, warum Unternehmen mit der S/4HANA-Einführung nicht mehr warten sollten.
Michael Straub, Director SAP Business CEE bei Fujitsu, erläutert, warum Unternehmen mit der S/4HANA-Einführung nicht mehr warten sollten.
(Bild: Fujitsu)

Haben Unternehmen in Deutschland mittlerweile erkannt, wie wichtig es ist, bestehende Implementierungen der SAP Business Suite auf SAP S/4HANA umzustellen?

Michael Straub: Den Nutzern der SAP Business Suite ist sehr wohl bewusst, dass an S/4HANA kein Weg vorbeiführt. Das belegt beispielsweise der DSAG-Investitionsreport 2020 der Deutschsprachigen SAP Anwendergruppe. Demnach haben bereits zehn Prozent der SAP-Nutzer auf S/4HANA umgestellt. Bei 49 Prozent steht die Migration im Lauf der kommenden drei Jahre auf der Agenda. Allerdings will fast ein Viertel der Anwender erst später mit der Umstellung starten.

Fujitsu als langjähriger Partner von SAP weist immer wieder darauf hin, dass eine frühzeitige Umstellung wichtig ist. Warum eigentlich? Denn die Übergangsfrist von sechs Jahren ist doch reichlich bemessen.

Michael Straub: Richtig, Fujitsu plädiert dafür, dass Anwender die Migration ihrer SAP-Umgebung zügig in Angriff nehmen sollten. Ein wesentlicher Grund ist, dass es sich bei dieser Umstellung nicht um einen einfachen Release-Wechsel handelt. Vielmehr erhält der Nutzer mit SAP S/4HANA eine Plattform, die es ihm ermöglicht, Digitalisierungsvorhaben umzusetzen. Sie ermöglicht es beispielsweise Unternehmen, mithilfe von Technologien wie künstlicher Intelligenz, maschinellem Lernen und IoT neue digitale Angebote zu entwickeln.

Ein Beispiel ist die vorausschauende Wartung von Maschinen und Anlagen, ein weiteres die Optimierung von Kühlketten und der Lagerhaltung im Handel. Das bedeutet jedoch, dass Unternehmen vor der Einführung von S/4HANA bestehende Geschäftsprozesse überprüfen und nötigenfalls anpassen müssen. Dasselbe gilt für die IT-Infrastruktur.

Das heißt: Ein Anwender muss an mehreren 'Stellschrauben' drehen, wenn er S/4HANA einführt. Wie kann er das bewältigen, vor allem angesichts des Mangels an IT- und SAP-Spezialisten?

Michael Straub: In der Tat führen etliche Unternehmen den hohen Aufwand als Grund dafür an, die Migration auf S/4HANA hinauszuschieben. Doch Abwarten ist keine Option. Denn muss ein solches Projekt unter Zeitdruck durchgeführt werden, steigt die Wahrscheinlichkeit, dass am Ende ein suboptimales Ergebnis vorliegt.

Eine Alternative besteht darin, sich die Erfahrungen von externen SAP-Spezialisten wie Fujitsu zunutze zu machen und auf bewährte Vorgehensweisen zurückzugreifen, also Best Practices. Das hat mehrere Vorteile: Die Migration lässt sich schneller und reibungsloser durchführen; denn unsere Experten kennen die 'Knackpunkte', auf die es bei einer solchen Umstellung zu achten gilt. Zudem werden die IT-Fachleute des Anwenders entlastet.

Wichtig ist zudem ein dritter Faktor: Die SAP-Fachleute von Fujitsu bieten eine fachkundige und neutrale Beratung, unabhängig von den Interessen eines Herstellers.

Wie läuft eine solche Migration in der Praxis ab?

Michael Straub: Wir empfehlen einen mehrstufigen Ansatz. Im ersten Schritt ist es wichtig, einen Überblick über vorhandene Geschäftsprozesse, Anwendungen und IT-Systeme zu gewinnen. Außerdem ermitteln unsere Fachleute zusammen mit dem Nutzer im Rahmen von Workshops, welche primären Ziele dieser mit der Migration zu S/4HANA erreichen möchte.

Anschließend folgt eine Art Entschlackungskur für die SAP-Umgebung. Wir nennen dies 'SAP Transform'. Dabei werden Abläufe und IT-Systeme von unnötigen Komponenten befreit, etwa mithilfe eines Code-Assessments. Nach diesen Vorarbeiten erarbeiten Experten von Fujitsu eine Roadmap für die Migration.

Welche Elemente enthält denn eine solche Roadmap?

Michael Straub: Ein wichtiger Punkt ist, welche Aufgaben bei der Migration anfallen, bis wann diese abgearbeitet sein müssen und wer dafür zuständig ist. Ein weiterer Faktor ist eine Abschätzung der Kosten, die mit dem Projekt verbunden sind. Damit sich diese Aufgaben möglichst transparent und zeitsparend bewältigen lassen, hat Fujitsu mit 'XpressWay for SAP Application Transformation' eine optimierte Methodik entwickelt. Sie stellt einem Unternehmen, das zu SAP S/4HANA migrieren will, aus einer Hand alle erforderlichen Leistungen zur Verfügung, von der Prozessanalyse, also dem Process Mining, bis zu Inbetriebnahme der neuen Lösung. Eine wichtige Rolle spielen dabei Best Practices, also in der Praxis bewährte Vorgehensweisen.

Locker bleiben! Wer rechtzeitig mit der Umstellung auf S4/HANA anfängt, kann Migrationsaufgaben terminieren, Zuständigkeiten schaffen und Kosten abschätzen, Prozesse verschlanken und sich bei Fujitsu an Best Practices orientieren.
Locker bleiben! Wer rechtzeitig mit der Umstellung auf S4/HANA anfängt, kann Migrationsaufgaben terminieren, Zuständigkeiten schaffen und Kosten abschätzen, Prozesse verschlanken und sich bei Fujitsu an Best Practices orientieren.
(Bild: Fujitsu)

Welche Vorteile haben solche Best Practices und wie werden sie in der Praxis eingesetzt?

Michael Straub: Eine agile Implementierung auf der Grundlage von Best Practices bedeutet, dass wir bestehende Prozesse konvertieren oder neue Prozesse erstellen. Dadurch können unsere Fachleute sicherstellen, dass der gesamte Code auf S/4HANA zugeschnitten ist. Das gilt auch für spezielle Funktionen wie Embedded Analytics und kundenspezifischen Code.

Ein Vorteil für den Nutzer ist, dass sich mithilfe von Best Practices Prozesse mit einem überschaubaren zeitlichen und finanziellen Aufwand konvertieren oder neu erstellen lassen. Nach Abschluss dieses Schritts unterstützt Fujitsu den Kunden dabei, die Alt-Installation zu konvertieren. Diese Systemkonversion, also ein Brownfield-Ansatz, ist laut des Reports der DSAG für 39 Prozent der Nutzer im deutschsprachigen Raum der bevorzugte Weg zu SAP S/4HANA.

Wenn die Migration von Kernanwendungen wie des ERP-Systems ansteht, bietet es sich an, parallel dazu die IT-Infrastruktur zu erneuern. Bietet Fujitsu auch dafür Lösungen an?

Michael Straub: Es macht wenig Sinn, eine neue Plattform wie SAP S/4HANA auf einer IT-Infrastruktur zu betreiben, die bereits in die Jahre gekommen ist und geringe Skalierungsmöglichkeiten bietet. Deshalb bietet Fujitsu auf Wunsch passende IT-Infrastrukturlösungen an. Ein Beispiel ist 'PRIMEFLEX for SAP Landscapes'. Dies ist ein integriertes System.

Es besteht aus einer vordefinierten, vorab integrierten und getesteten Kombination von Servern, Storage-Lösungen und Netzwerkkomponenten sowie Software von Fujitsu und spezialisierten Partnern wie NetApp, VMware und SUSE. Eine solche Komplettlösung lässt sich deutlich schneller und einfacher implementieren und betreiben als eine Infrastruktur, die sich ein Anwender nach dem Do-it-Yourself-Prinzip selbst zusammenstellt.

Wie lässt sich eine solche integrierte Lösung managen?

Michael Straub: Mit 'FlexFrame Orchestrator' stellt Fujitsu eine leistungsstarke Lösung für die Orchestrierung von SAP-Anwendungen, entsprechenden Datenbanken und der S/4HANA-Plattform zur Verfügung steht. Damit können Unternehmen beispielsweise SAP-Anwendungen dynamisch auf physische und virtualisierte Ressourcen verteilen, sei es im eigenen Rechenzentrum, einer Hybrid-IT-Umgebung oder einer Public Cloud.

Haben Anwender denn auch die Option, den Betrieb einer S/4HANA-Umgebung an einen IT-Dienstleister auszulagern? Denn Unternehmen benötigen derzeit IT- und Digitalisierungsspezialisten für andere Aufgaben, etwa das Erstellen digitaler Angebote.

Michael Straub: Auch diese Option bietet Fujitsu im Rahmen seiner Services für die Migration zu SAP S/4HANA an. Auf Wunsch übernehmen Fachleute von Fujitsu beispielsweise den Basisbetrieb von SAP-Umgebungen und das Management von entsprechenden Anwendungen, inklusive der Lizenzpflege, etwa in einem hybriden Cloud-Modell.

Fujitsu bietet hierzu ein so genanntes Cloud-Assessment an, in dem gemeinsam mit dem Kunden geeignete Szenarien erörtert werden. Das entlastet die IT-Abteilung der Kunden und verschafft ihnen den nötigen Freiraum, um wichtigere Aufgaben in Angriff zu nehmen.

Welchen Rat können Sie abschließend Unternehmen geben, die auf SAP S/4HANA umstellen wollen?

Michael Straub: Wichtig ist, zügig mit der Planung der Migration zu beginnen. Bereits in dieser Phase können Dienstleister wie Fujitsu dank ihrer Erfahrung mit solchen Projekten eine wirkungsvolle Unterstützung bieten. Vor allem aber sollten sich Anwender bewusst machen, dass eine Plattform wie SAP S/4HANA kein Selbstzweck ist.

Es geht nicht darum, viel Zeit, Geld und personelle Ressourcen darauf zu verwenden, S/4HANA einzuführen. Vielmehr ist diese Lösung ein Werkzeug. Es versetzt Fachabteilungen und IT-Spezialisten in die Lage, die Digitalisierung im Unternehmen voranzubringen und neue Geschäftsideen zu entwickeln. Darin liegt der Mehrwert einer solchen Plattform. Fujitsu unterstützt Anwender mit passgenauen Migrations- und Consulting-Services dabei, dieses Potenzial zu erschließen.

* Bernd Reder ist freier Autor.

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