Im Server-Markt ist viel in Fluss

Auf der Suche nach den neuen Mainframes

| Autor / Redakteur: Kriemhilde Klippstätter / Ulrike Ostler

Wer wird der Meister der neuen Boliden? Auf dem Bild: Formel-1-Rennen in Turn 8, Circuit Gilles VIlleneuve, Lap 1, 2012 Canadian Grand Prix; die Reihenfolge: Jenson Button, McLaren - Mercedes MP4-27, Kimi Raikkonen, Lotus - Renault E20, Kamui Kobayashi, Sauber - Ferrari C31, Sergio Perez, Sauber - Ferrari C31, Nico Hulkenberg, Force India - Mercedes VJM05 Bruno Senna und Williams - Renault FW34
Wer wird der Meister der neuen Boliden? Auf dem Bild: Formel-1-Rennen in Turn 8, Circuit Gilles VIlleneuve, Lap 1, 2012 Canadian Grand Prix; die Reihenfolge: Jenson Button, McLaren - Mercedes MP4-27, Kimi Raikkonen, Lotus - Renault E20, Kamui Kobayashi, Sauber - Ferrari C31, Sergio Perez, Sauber - Ferrari C31, Nico Hulkenberg, Force India - Mercedes VJM05 Bruno Senna und Williams - Renault FW34 (Bild: Nic Redhead/Wikipedia)

Die Lage ist verworren: Welche Trends sind im Markt für Highend-Server zu erkennen, wer sind die Player und vor allen Dingen, welche Techniken werden heute angeboten, die auch morgen noch Bestand haben?

„Die klassischen Unix-Rechner sind eigentlich ziemlich out“, konstatiert Andreas Zilch, Vorstand der Experton Group und lässt einige Player Revue passieren. Von den Unix-Anbietern nutzt Oracle, das durch die Übernahme von Sun in den Besitz von Sparc-basierenden Servern unter dem Solaris-Betriebssystem gekommen war, die eingekaufte Technik hauptsächlich zum Bau von Spezialmaschinen, auf denen dann Oracle-Software läuft.

HP hat zwar ein breitgefächertes Angebot, doch die derzeitigen Highend-Maschinen „Superdome“ unter HP-UX arbeiten mit Intels Itanium-Prozessor, für den HP zwar eine Liefer- und Support-Garantie mindestens für die nächsten zehn Jahre gibt, aber über die Verbreitung der Architektur dann nicht spekulieren mag. „Es gab zwar in Spanien ein Zentrum für die Migration vom Mainframe zu Superdome, aber bei uns geht das nicht“, beschreibt der Experton-Analyst die Lage.

Wenn schon ein Mainframe zugunsten eines Unix-Systems abgelöst wird, dann kommt nach Meinung von Zilch allenfalls IBMs Aix-Angebot zum Zug. Ein Rückgang im Geschäft mit den Rechenboliden sei – mit Ausnahme von BS2000-Maschinen – allerdings sowieso nicht nicht zu erkennen. „Im Gegenteil, der Großrechnermarkt wächst sogar. Es ist eher Unix, das unter Druck gerät“, beobachtet Zilch.

Unified statt Unix?

„Bei Neuanschaffungen geht der Trend hin zu den unified systems“, sagt der Analyst. Diese Kategorie von Servern kombiniert, ähnlich wie bei Mainframes, die Rechenleistung mit Speicherkapazität und Netzwerk. Cisco begann zur Überraschung der Branche bereits 2009 mit der Vermarktung seiner integrierten „Unified Computing Systems“ (UCS).

Die damals relativ neuartige Architektur stellte einen redundant ausgelegten Fabric Interconnect als Kernstück für Verteilung und Verwaltung der Daten zur Verfügung und gruppierte darum Intel-basierende Rack- und Blade-Server. Auffallend war der für damalige Verhältnisse – In-Memory-Computing lag allenfalls in den Schubladen der Entwickler - sehr große Hauptspeicher, der für die Server-Virtualisierung benutzt wurde. Cisco setzte zudem konsequent auf „Stateless-Server“, was den Konfigurationsaufwand drastisch reduziert, weil die benötigten Attribute, Parameter und Profile hinterlegt und schnell abzurufen sind.

Cisco hatte mit UCS unerwarteten Erfolg, vor allem deshalb, weil die Administratoren weniger Integrations- und Konfigurationsarbeit leisten müssen. Ähnliche Systeme haben mittlerweile alle großen Rechnerhersteller im Angebot.

Unified bei Dell und IBM

Auch Dell hat mit „Activ System 800“ jetzt ein Komplettangebot im Portfolio, das auf Intels Prozessortechnik basiert. Besonders stolz sind die Texaner auf das Verwaltungswerkzeug, den „Active Systems Manager 7.0“. Die Software soll dem Administrator die Arbeit vereinfachen und etwa das Workload- oder Hardware- Management übernehmen und bei der Provisionierung auch von virtuellen Infrastrukturen helfen. Das Programm beruht auf Techniken der Gale Technologies, die Dell zuvor übernommen hatte.

IBM erweiterte erst kürzlich seine mit dem Power-Prozessor bestückten Server um acht Modelle und die integrierten „PureSystems“-Modelle um drei Varianten. Big Blue unterscheidet dabei die schlüsselfertigen „Flex“- und „PureFlex“-Systeme, die optimiert für Managed Servcie Provider oder als Umgebung für virtuelle Desktop-Umgebungen angeboten werden von den „Pure“-Appliances, die es für dedizierte Aufgaben mit aufgespielter Software gibt. Auch diese Server-Gattung erfreut sich derzeit größter Beliebtheit.

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