Der Grundstein für ein umfassendes Energie-Monitoring

Auch alte Rack-Stromleisten können per Funk schlau werden

| Redakteur: Ulrike Ostler

Bestehende Stromleisten in Racks lassen sich in nur wenigen Minuten mit Funkmessmodulen nachrüsten.
Bestehende Stromleisten in Racks lassen sich in nur wenigen Minuten mit Funkmessmodulen nachrüsten. (Bild: Daxten)

Wenn bestehende Power Distribution Units (PDUs) mit Messintelligenz ausgestattet würden, wäre das ein erster Schritt, um mit ihnen ein Energie-Monitoring zu beginnen. Daxten bietet nun Technik zu Nachrüsten an, mit der eine Überwachung per Funk möglich wird. Die Stromleisten werden quasi schlau.

Erfahrene Rechenzentrums-Experten kennen das: Auf einmal ist es nicht mehr nur wichtig, dass alle aktiven IT-Geräte im Rack sicher und zuverlässig über eine oder mehrere PDU-Steckerleisten mit Strom versorgt werden. Mit einem Mal ist es auch angesagt, dass sie alle wichtigen Daten zur Stromnutzung in ihrem Rechenzentrum kennen sollen. Denn das ist die Voraussetzung dafür, das sich Lasten optimal verteilten lassen und der Stromverbrauch effizienter gestaltet werden kann, um so letztlich Energie einsparen zu können.

Nun bringen die PDU-Stromleisten, die man schon vor ein paar Jahren angeschafft hatte, oftmals keine Messintelligenz für das Energie-Monitoring mit. Andererseits ist es nicht besonders wirtschaftlich, diese Anschaffung komplett gegen neue Rack-PDUs mit entsprechenden Monitoring-Kapazitäten auszutauschen.

Da treffe es sich doch gut, dass es jetzt Monitoring-Werkzeuge zum einfachen Nachrüsten gibt, wirbt Daxten. Noch besser sei es, dass die ganze Nachrüstung pro Stromleiste keine fünf Minuten dauere. Zudem funktioniert die Monitoring-Einheit per Funk und sie konfiguriert sich selbst. Dadurch bleibt den Rechenzentrums-Administratoren ein hoher Verkabelungsaufwand und zeitraubende Einrichtungsarbeiten erspart.

Der Einbau in drei Schritten

  • 1. Die ganze Umrüstung ist in drei Schritten erledigt: Zuerst wird einfach der Stromanschluss der bestehenden PDU-Leiste mit dem Smart Power-Kabel gekoppelt und das andere Ende an eine 230V, 16A, 32A oder weitere Stromversorgungsquelle angeschlossen. Das Smart Power-Kabel verfügt über ein integriertes Funkmessmodul, das sich direkt über die primäre Stromquelle speist, sich aktiviert, selbsttätig konfiguriert und automatisch seine Messtätigkeit aufnimmt.
  • 2. In einem zweiten Schritt wird ein Wireless-Gateway von Packet Power im Rechenzentrum platziert. Dieses erkennt das im Smart Power-Kabel integrierte Funkmodul automatisch und empfängt dessen Messdaten zur Stromnutzung (Volt, Ampere, Watt, Stromverbrauch, Frequenz, Leistungsfaktor, Scheinleistung und Verbrauchsspitzen) auf der PDU-Stromleiste über ein dediziertes Funknetzwerk. Pro einzelnem Gateway können bis zu 300 Monitoring-Module beziehungsweise 300 PDU-Steckerleisten verwaltet werden. Durch das Hinzufügen weiterer Gateway-Instanzen kann die Zahl der zu verwaltenden Funkmessmodule nach Belieben erhöht werden.
  • 3. Als dritter und letzter Schritt leitet das Gateway die via Funk empfangenen Stromparameter aller Messmodule per SNMP oder Modbus TCP/IP entweder an das als „MX Energy Portal“ bezeichnete Management-Tool oder an eine BMS- oder DCIM-Anwendung von Drittanbietern weiter. Bei Ersterem werden dann die Messdaten zu tabellarischen oder grafischen Ist- oder Trend-Reports zur Stromnutzung, etwa aggregiert für alle über die PDU versorgten IT-Geräte, aufbereitet. So lassen sich die Auslastung der Verteilung, Versorgungsschwankungen und Stromkosten ablesen.

Die verschiedenen Versionen des Smart Power-Kabels mit integriertem Funkmessmodul werden einfach zwischen PDU-Leiste und Stromversorgungsquelle eingesetzt
Die verschiedenen Versionen des Smart Power-Kabels mit integriertem Funkmessmodul werden einfach zwischen PDU-Leiste und Stromversorgungsquelle eingesetzt (Bild: Daxten)

Darüber hinaus gestattet die EMX-Plattform die Vordefinierung von Schwellenwerten für kritische Stromwerte. Werden diese überschritten, ergeht automatisch eine Warnmeldung per SNMP oder Email an das IT-Personal.

Klein starten und ganz groß erweitern

Erhältlich sind als „Smart Power-Kabel“ bezeichneten Nachrüstmodule von Packet Power ab sofort über Daxten, Anbieter von Produkten zur Optimierung der Power-Infrastruktur in Rechenzentren.

Der besondere Clou besteht darin, dass RZ-Profis mit der kleinen beschriebenen Umrüstung ihrer alten PDU-Stromleiste im gleichen Zuge schon den Grundstein für den Aufbau einer umfassenden Monitoring-Lösung für alle Strom- und Umgebungswerte auf allen Verteilungsebenen und für jeden Winkel im Rechenzentrum legen können. Jede Erweiterung erfolgt einfach Modul für Modul und strikt nach Bedarf.

Ein Gateway leitet alle von den nachgerüsteten Messmodulen an den PDUs erfassten Daten zur Stromnutzung an ein Management-Tool weiter.
Ein Gateway leitet alle von den nachgerüsteten Messmodulen an den PDUs erfassten Daten zur Stromnutzung an ein Management-Tool weiter. (Bild: Daxten)

So lässt sich das für die PDU-Umrüstung eingesetzte Smart-Power-Kabel mit Funkmessmodul auch für jedes aktive IT-Gerät verwenden und ersetzt einfach dessen bestehendes Stromkabel. Ferner sind funkbasierte ein- oder dreiphasige Monitoring-Module erhältlich, die sich in Endeinspeisungen, Abgangskästen und Verteilerboxen integrieren lassen.

Andere Sensoren

Zusätzlich gibt es so genannte EM (Environmental Monitoring)-Module, die Temperatur, Feuchte und Differenzdruck in jeder gewünschten Raum- und Rack-Region erfassen können. Die Messwerte aller Stromverteilungsebenen (Gebäude, Raum, Rack, PDU, IT-Gerät) sowie alle Daten zu den Umgebungsbedingungen laufen zentral beim schon angesprochenen Funk-Gateway zusammen und werden dem Anwender unter dem Dach der systemeigenen EMX-Applikation oder über weitere Datacenter-Management-Systeme zur Analyse und Optimierung zur Verfügung gestellt.

Was meinen Sie zu diesem Thema?
Hallo und vielen Dank für Ihren Kommentar, den wir leider erst jetzt entdeckt haben. Hier...  lesen
posted am 16.10.2014 um 09:15 von Unregistriert

Klingt interessant. Aber wie sieht es mit der Reichweite zwischen Messmodul und dem Gateway aus?...  lesen
posted am 01.10.2014 um 09:57 von Unregistriert


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