Bündelung von Ressourcen und Kompetenzen im Schnittstellen-Hub API und Microservices krempeln auch das E-Commerce-Ökosystem um

Autor / Redakteur: Moritz Bunjes* / Ulrike Ostler

Ohne APIs zu anderen Diensten funktioniert heute kaum noch eine Branche. Ihr Einsatz wird von einer derart gesteigerten Kompatibilität begleitet. Trotzdem haben sie längst auch im E-Commerce Einzug gehalten. Durch die Integration von Payment-Schnittstellen ergeben sich jedoch ganz spezielle Herausforderungen, um der nötigen Sicherheit, der Transparenz und natürlich der Nutzwertigkeit gerecht zu werden.

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Wie ist am besten mit Payment-Schnittstellen umzugehen beziehungsweise mit der nötigen Sicherheit und der Transparenz? Wie steht es mit dem Nutzen? Dazu der Beitrag von Moritz Bunjes, Gambio.
Wie ist am besten mit Payment-Schnittstellen umzugehen beziehungsweise mit der nötigen Sicherheit und der Transparenz? Wie steht es mit dem Nutzen? Dazu der Beitrag von Moritz Bunjes, Gambio.
(Bild: Gerd Altmann auf Pixabay)

Wie auch bei vielen anderen SaaS-Angeboten, werden E-Commerce-Systeme vor allem für Nutzerinnen und Nutzer erstellt, die oft nur wenig Verständnis von den Funktionsweisen haben. Ihr Anspruch ist es, dass stets alles reibungslos läuft. Welche Updates dahinter stecken und welche Arbeit dabei auf Seiten der Entwicklern steht, interessiert sie dabei nur wenig. Gleichzeitig ermöglicht der E-Commerce ein kaum vergleichbares Angebot an Schnittstellen zu externen Anbietern, da durch die gesamte Kaufabwicklung viele verschiedene Dienste benötigt werden und eingebunden werden können, um den EndkundInnen ihren Einkauf so angenehm wie möglich zu gestalten.

Ein Blick hinter die Kulissen – Das hat sich getan

Längst sind weder interne noch externe Schnittstellen kein Geheimrezept mehr. Bereits seit Jahren befinden sie sich in reger Anwendung und haben sich bewährt. Die Vorteile liegen auf der Hand: Schnittstellen, die zwei oder mehr Software-Systeme miteinander verbinden, ermöglichen die Nutzung der Angebote eines anderen Systems – und das sogar meist ohne Aufpreis.

Darüber hinaus ist gerade der Umstand, dass verschiedene Programmiersprachen und Software-Stacks eingesetzt werden können, ein nennenswerter Vorteil. Dadurch steigern sich zwar die Anforderungen an Entwicklungswerkzeuge und Plattformverwaltung gleichermaßen, doch ist dies ein durchaus akzeptabler Aufwand für den Nutzen, der daraus entsteht.

Was das besonders für Payment-Anbieter bedeutet

Auf der Seite der Payment Provider gibt es ein viel geringeres Support-Aufkommen, da sie es nur mit einer einzigen Schnittstelle zu tun haben und nicht mit vielen Versionen in Verbindung mit wiederum vielen Serverumgebungen. Das gibt ihnen ihrerseits die Möglichkeit, sich noch stärker auf die eigene Kernkompetenz zu stürzen, statt permanent das eigene Angebot an kleinere System-Updates anzupassen. Bedenkt man hier, dass kaum ein Bezahlangebot mit nur einem Anbieter zusammen arbeitet, erkennt man schnell das Ausmaß der eingesparten Zeit.

Dies ermöglicht gleichermaßen, dass notwendige Anpassungen der jeweiligen Schnittstelle auch in besserer Absprache und mit einer sorgfältigen Planung mit dem Anbieter durchgeführt werden können. Stichwort Live-Schaltung: Die Änderungen werden automatisch bei allen Kundinnen und Kunden gleichzeitig live geschaltet.

Der E-Commerce-Anbieter selbst spart sich also jede Menge Kommunikation mit den einzelnen Kundinnen und Kunden, um diese auf die neuen Updates aufmerksam zu machen und sie zu bitten, die neuen Updates zu installieren. Das ist eine Erleichterung im doppelten Sinne; denn es wäre eher ungewöhnlich, würden dieser Aufforderung tatsächlich alle nachkommen.

Weiterhin ist dieser Automatismus auch für die Payment Provider von Vorteil, da so zu einem bestimmten Zeitpunkt gerade neue Zahlungsweisen einfach für alle Shops ausgerollt werden können, ohne dass die Shop-Betreiber dazu irgendetwas aktiv tun müssen. Neue Zahlungsweisen stehen dann in der Shop-Konfiguration zur Verfügung und sind mit wenigen Klicks aktiv geschaltet, ganz egal für welche Shop-Version.

Fallbeispiel Gambio Cloud und Gambio Hub

Statt weiter über die Theorie zu sprechen, gibt es zwei passende Beispiele, die diese Automation gut darstellen. Seit mehreren Jahren setzt der Bremer SaaS-Anbieter Gambio als Teil seines Angebotes den „Gambio Hub“ ein und hat darin alle bis dato separaten Schnittstellen zu verschiedenen Zahlungsdienstleistern gebündelt.

Es passieren hier zwei Sachen: Wie eingangs beschrieben, entscheidet diese Stelle darüber, dass nicht jeder Payment Provider einen direkten Zugang in die einzelnen Shops erhält, sondern stattdessen alle Anbieter in dieser Schnittstelle zusammenlaufen und hier von den Entwickler für die entsprechende Shop-Version aufbereitet werden – und andersrum genauso.

Gleichzeitig entsteht hier eine notwendige Sicherung, die gerade beim Einsatz in Payment-Modulen unabdingbar ist: Über das Modul „Gambio secured Payment“ – powered by Klarna“ sind abgesicherte Zahlungen möglich. Hierbei stehen die Zahlungsweisen Lastschrift, Rechnung, Ratenkauf und Sofortüberweisung zur Verfügung. Über das Modul „Paypalhub“ kann die Zahlungsweise Paypal hinzugefügt werden. Für weitere Zahlungen gibt es weitere Hubs, die ebenfalls integriert werden können.

Der technische Vorteil dieses Aufbaus ist auch aus Sicht der Bremer Entwicklerinnen und Entwickler bedeutend: Da die Zahlungsweisen technisch im Gambio Hub und nicht im Gambio Shop liegen, sind diese unabhängig von den jeweiligen Shops. Der dadurch verringerte Wartungsaufwand ist enorm – jedoch nicht der einzige Vorteil. Dazu kommt auch, dass damit die Serverumgebung bekannt ist und frei nach den Wünschen der EntwicklerInnen angepasst werden kann.

Die Zahlungsweisen liegen technisch gesehen im „Gambio Hub“ und nicht im „Gambio Shop“. Das sorgt für geringeren Wartungsaufwand und trotzdem den Einsatz den Einsatz neuester, sicherster und performantester Technologien. Zudem spielt Abwärtskompatibilität keine Rolle mehr.
Die Zahlungsweisen liegen technisch gesehen im „Gambio Hub“ und nicht im „Gambio Shop“. Das sorgt für geringeren Wartungsaufwand und trotzdem den Einsatz den Einsatz neuester, sicherster und performantester Technologien. Zudem spielt Abwärtskompatibilität keine Rolle mehr.
(Bild: Gambio)

Bei Überarbeitungen oder neuen Entwicklungen muss daher keine Rücksicht auf verschiedene und oftmals unbekannte Serverumgebungen genommen werden. Das wiederum ermöglicht den Einsatz neuester, sicherster und performantester Technologien. Abwärtskompatibilität spielt also keine Rolle mehr.

Was im kleinen auf dem sehr sensiblen Feld der Payment-Module funktioniert, praktiziert Gambio auch bereits seit längerer Zeit im großen Stil: Obwohl der Anbieter auch noch immer als self-gehostete Variante nutzbar ist, bündelt sich längst ein Großteil der Entwicklung im Cloud-Bereich. Mit anderen Worten: Längst werden nicht nur die Zahlungsweisen, sondern das gesamte Shopsystem zentral von Gambio verwaltet, gepflegt und weiterentwickelt.

Was die Aufholjagd der Microservices speziell für den E-Commerce bedeutet

Der modulare Aufbau innerhalb von Cloud Software hat sich auch für Anwendungen im E-Commerce-Bereich bewährt. Gerade mit Hinblick auf die 2020 notwendig gewordene dezentrale Struktur von Entwickler-Teams lässt sich der Vorteil der unabhängigen Entwicklung einzelner Microservices nur schwerlich mit anderen Möglichkeiten kompensieren.

Erlaubt und gewollt: die unabhängige Skalierung einzelner Microservices

Ohne viel Kommunikations- und Koordinationsaufwand lässt sich so eine Skalierung agiler Entwicklungs-Prozesse erzeugen, die auch die Wartung vereinfachen und eine produktive Entwicklung des Systems ermöglichen. Sollten darüber hinaus einzelne Dienste eingestampft oder ersetzt werden, betrifft das nur einen überschaubaren Bereich des Systems und hat keine Folgen für andere Teile, da keine Abhängigkeiten vorhanden sind.

Mit am wichtigsten ist jedoch die unabhängige Skalierung einzelner Microservices. Da selten alle Bereiche eines Systems gleichzeitig und in der gleichen Geschwindigkeit wachsen (müssen), ist das ein sinnvoller Aspekt, um Ressourcen sinnvoll einzusetzen und planbar zu machen.

Gleichzeitig bedeutet ein schlagartiger Anstieg der Abfragen in einem Bereich nicht automatisch den Kollaps eines daran nicht beteiligten Microservices. Im Gegenteil. Und das macht auch die durchaus gegebenen Nachteile wie z. B. die notwendige Zeitsynchronisierung zwischen den Client-Anwendungen ebenso wie zwischen den Hosts und die Komplexität, vor allem was Netzwerk-Latenzen und Lastverteilung angeht, verschmerzbar.

* Über den Autor: Moritz Bunjes ist Leiter des Core-Development bei Gambio. Die Gambio-Gruppe mit Sitz in Bremen gehört seit 2004 zu den führenden Anbietern von SaaS-Lösungen für den Online-Handel im deutschsprachigen Raum. Bereits über 22.000 Shops, von Start-ups bis zu etablierten Unternehmen, nutzen den „360-Grad“-Service von Gambio.

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