Neue HTTP-API und vereinheitlichter Containerizer

Apache Mesos erreicht die Version 1.0

| Autor / Redakteur: Thomas Drilling / Nico Litzel

Apache Mesos ist in Version 1.0 erschienen.
Apache Mesos ist in Version 1.0 erschienen. (Bild: Apache Software Foundation)

Auch wenn zahlreiche namhafte Unternehmen wie Twitter, Netflix oder das NASA-Projekt JPL das bereits seit 2009 entwickelte freie Cluster-Framework „Mesos“ schon länger produktiv nutzen, haben die Entwickler erst jetzt die erste Hauptversion 1.0 veröffentlicht. Diese wartet unter anderem mit einer neuen HTTP-API sowie einem vereinheitlichten Containerizer auf.

Apache Mesos ist eine Plattform zum Verwalten großer Daten-Cluster und/oder Container, wobei ein spezieller Mesos-Kernel-Prozessor dafür zuständig ist, die Ressourcen tausender physischer und virtueller Maschinen zu abstrahieren. Mesos kommt vor allem in Cloud-Umgebungen und Rechenzentren zum Einsatz.

Dabei blicken die Entwickler bereits auf eine seit 2009 währende Geschichte zurück. Ursprünglich startete Mesos als Forschungsprojekt in Berkeley, um neue Methoden für Cluster-Management und Big Data zu erforschen. 2010 kam Mesos in den Inkubator der ASF, ist seit 2013 ein Top-Level-Projekt der Apache Software Foundation und hat seitdem 36 Releases heraus gebracht. Mesos wird überwiegend in C++ entwickelt und ist unter Apache License 2.0 lizensiert.

Die aktuelle Version 1.0 lässt sich via Git herunterladen.

Neuerungen in Apache Mesos 1.0

Die wohl wichtigste Neuerung in Mesos 1.0 ist das neue HTTP-API. Es soll das Entwickeln von Mesos-Frameworks vereinfachen. Dazu erlaubt es Entwicklern, Mesos-Framework dank des Zugriffs über HTTP in jeder beliebigen Sprache zu schreiben. Die API macht es zudem einfacher, Frameworks innerhalb eines Containers zu verwenden.

Außerdem haben die Entwickler den „Containerizer“ vereinheitlicht. So müssen Entwickler zum Starten von Docker oder anderen Containern (z. B. CoreOS) nicht mehr die entsprechende Engine nutzen, wie Appc bei Docker oder rkt bei CoreOS, wobei Isolatoren für das Abgrenzen der einzelnen Container untereinander sorgen.

Auch an der GPU-Unterstützung haben die Entwickler gefeilt. So kann Mesos nun Nvidias GPUs als Ressource in Containern nutzen, mit oder ohne Dateisystem-Isolation. Zudem unterstützt Mesos 1.0 das Container Network Interface (CNI). Damit lassen sich einzelnen Containern Netzwerk-Namensräume und mithilfe von CNI-Plugins verschiedene IP-Netzwerk-Typen zuweisen.

Eine weitere Neuerung besteht im überarbeiteten Sicherheitsmodell, in dessen Rahmen die Entwickler die Authentifizierung und Autorisierung verbessert haben. So können Administratoren mittels fein granularer Autorisierung an den API-Endpunkten gezielt festlegen, welche Aufgaben Nutzer ausführen dürfen.

Für die Zukunft

Die Version 1.0 ist außerdem die erste, die eine experimentelle Unterstützung für externe Speicher bietet. Die Entwickler wollen damit offenbar auf bisher bestehende Probleme im Hinblick der Verwendung persistenten Speichers für Stateful Services reagieren, etwa beim Docker-Volume-Isolator docker/volume. Dieser interagiert mit den Docker-Storage-Plug-ins zurzeit über das Tool dvdcli.

Nun können sich Mesos-Container mithilfe der Docker Volume-Plugin-API mit externen Speichern verschiedener Anbieter, wie „Amazon EBS“, verbinden.

Außerdem soll Mesos bis Ende dieses Jahres auch unter Windows laufen. Bisher ist die Windows-Unterstützung nur in der Beta-Version enthalten. Bekanntlich hatten Microsoft und das Start-up Mesosphere, das ein verteiltes, auf Apache Mesos basierend Betriebssystem für das Container- und Cloud-Management entwickelt, eine Partnerschaft zum Bauen von Orchestrierungsservices sowie für das Container Scheduling angekündigt.

*Thomas Drilling ist Berater und freier Autor mit einem eigenen Blog auf DataCenter-Insider: Drillings Open-Source-Eck

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