SUSE präsentiert Cloud-Studie 2017

Anwender favorisieren private und hybride Clouds

| Autor: Ludger Schmitz

SUSE hat die Cloud-Studie 2017 vorgelegt.
SUSE hat die Cloud-Studie 2017 vorgelegt. (Bild: SUSE)

Das Interesse an Cloud Computing steigt, verlagert sich aber zugleich. Es ist nur ein Teil der digitalen Transformation. Parallel gilt Software Defined Infrastructure (SDI), Container und DevOps große Aufmerksamkeit.

Das Marktforschungsunternehmen Insight Avenue hat im Juli und August 2017 im Auftrag von SUSE rund 1400 IT-Entscheider aus verschiedenen Branchen in 20 Ländern befragt. Dabei handelte es sich größtenteils um Personen aus Großunternehmen, nur ein Drittel kam aus Firmen mit weniger als 1000 Mitarbeitern.

Kündigt sich bei der Public Cloud bereits der Zenit an?

Die Befraten sind deutlich der Meinung, dass Cloud Computing in den nächsten zwei Jahren zunehmen wird, aber das Meinungsbild ist differenzierter. Nur 36 Prozent erwartend das Wachstum bei Private Cloud. Hingegen sehen es zwei Drittel bei hybriden und 55 Prozent bei Private Clouds. Bei den deutschen Teilnehmern ist das Ergebnis hinsichtlich Hybrid und Private Clouds etwa gleich, aber hier erwarten noch 47 Prozent Wachstum bei der Public Cloud.

Ebenso deutlich wie die Erwartungshaltung zeigt sich der Ist-Zustand. Für geschäftskritische Workloads ziehen jeweils 43 und 42 Prozent private beziehungsweise hybride Clouds vor. Nur 14 Prozent machen sich dafür Public Clouds zu Nutze. Insbesondere das Wachstum bei hybriden Clouds ist bemerkenswert; denn in der Befragung von 2016 lag hier der Wert noch bei 23 Prozent.

IT kehrt zurück unter eigene Regie

88 Prozent würden es vorziehen, die Softwareentwicklung von der Public in eine Private Cloud zurückzunehmen. Etwas mehr als ein Drittel haben in den letzten zwölf Monaten genau das tatsächlich gemacht. 44 Prozent haben das im nächsten Jahr vor, und weitere elf Prozent planen das innerhalb von zwei Jahren.

Als Ursachen dafür geben die Befragten zu 63 Prozent an erster Stelle Sicherheit an. Jeweils 52 Prozent nannten Souveränität über die Daten und Unzufriedenheit mit der Performance. Fast ein Drittel begründete den Rückzug aus der Public Cloud mit den Kosten. Das erinnert an eine rhetorische Frage von BMW-Cloud-Chef Andreas Pöschl: „Wegen der Kosten gehen Leute in die Public Cloud, und warum kommen sie zurück?“

Auch die Motive für Cloud Computing haben sich verschoben. Nur jeweils rund ein Drittel der Befragten nannten die Opex-Capex-Balance und Skalierbarkeit. Etwa gleichauf sind hingegen mit 57 bis 61 Prozent Kostenreduzierung/Budgetknappheit, Verbesserung der Entwicklerproduktivität, RZ-Konsolidierung und bessere Agilität für das Business und Innovation.

OpenStack ist angesagt

Als der große Gewinner scheint OpenStack hervorzugehen. 23 Prozent der Befragten geben an, dieses vor allem für Pirvate Clouds genutzte Framework zu verwenden; vor einem Jahr waren es noch 15 Prozent. 37 Prozent testen OpenStack derzeit; 22 Prozent wollen das in den nächsten zwölf Monaten tun und acht Prozent in den nächsten zwei Jahren. Nur für zwei Prozent ist das überhaupt kein Thema.

Deutlich niedriger sind die entsprechenden Ergebnisse bei deutschen Umfrageteilnehmern. 14 Prozent haben OpenStack im Einsatz; aber immerhin ebenfalls 37 Prozent testen es.

Vorteile und Bedenken

Die Vorteile von OpenStack sehen 61 Prozent in der Flexibilität für unterschiedliche Workloads; die Hälfte rechnet mit günstigeren Kosten. 44 bis 47 Prozent nennen Agilität, Adaptier- und Integrierbarkeit und die Wahlfreiheit. Das Argument der Vermeidung von Vendor Lock-in vertreten nur noch 34 Prozent.

Andererseits gilt OpenStack bei vier von fünf Antwortenden als schwer implementierbar – wie schon in der Befragung vor einem Jahr. Erstaunlicherweise ziehen es 55 Prozent vor, OpenStack in Eigenarbeit zu installieren. 40 Prozent nehmen dann doch lieber eine kommerzielle Distribution.

Um nun einen zumindest partiellen Rückzug aus der Public Cloud möglich zu machen, muss die eigene IT moderner aufgestellt sein. Entsprechend haben analog zum Cloud Computing Themen Oberwasser bekommen, die in ähnlicher Weise mehr Flexibilität und Effizienz versprechen. Das sind Software Defined Infrastructure (SDI), DevOps und Container.

Hypethemen SDI und DevOps

95 Prozent der Befragten sind sich sicher, dass SDI die Zukunft des Rechenzentrums bedeutet. Vier Gründe dominieren das Meinungsbild fast gleichstark: Schnellerer Output der IT-Ressourcen (61 %) einfacheres RZ-Management (59 %), Ermöglichung moderner IT-Methoden wie DevOps und Hybrid Clouds sowie verbesserte Skalierbarkeit (57 %).

DevOps nennen 86 Prozent als Teil ihrer IT-strategischen Orientierung. Drei Viertel haben feste Absicht, ihre Anwendungsentwicklung auf ein DevOps-Modell umzustellen.

Container kommen erst auf

Eine wesentliche Erleichterung auf dem Weg zu solchen Zukunftsthemen wäre Container-Technik. Das ist – sollte man meinen – schon ein alter Hut, aber die Praxis sieht auch bei größeren Unternehmen anders aus: 27 Prozent nutzen Container, 44 Prozent haben das innerhalb der nächsten zwölf Monate vor.

Jeweils die Hälfte der Befragten versprechen sich zu von Containern eine bessere Nutzung der Ressourcen, verbesserte Zuverlässigkeit sowie Cloud-Portabilität. Gerade etwas mehr als 40 Prozent erwarten eine Skalierbarkeit der Applikationen und schnellere Applikationsentwicklung. Auf der Gegenseite gelten als Hindernisse vor allem die Punkte Speicher (53 %), Sicherheit (52 %), Bedarf an Spezialkenntnisse (51 %) und Komplexität (46 %).

Gerade die beiden letztgenannten Einwände weisen auf ein Defizit hin, das die Modernisierung der IT deutlich zu hemmen scheint: Sie wird komplexer, aber es gibt viel zu wenig Leute, welche diese Komplexität bewältigen könnten. Einen Mangel an Skills am Markt und ebenso viele in ihren Organisationen beklagen jeweils 72 Prozent der Befragten. Aber 55 Prozent der IT-Entscheider sind der Ansicht, ihr Unternehmen müsse nicht durch Schulungen etc. das notwendige Wissen erwerben, sondern das sei Sache der IT-Mitarbeiter.

* Ludger Schmitz ist freiberuflicher Journalist in Kelheim.

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Nur 36 Prozent erwartend das Wachstum bei Private Cloud. Ist es richtig? Oder Public Cloud?  lesen
posted am 05.11.2017 um 21:47 von Unregistriert


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