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Stellenabbau beim Chiphersteller AMD kündigt erneut Entlassungen an

Autor / Redakteur: Sebastian Gerstl / Ulrike Ostler

Die schwierige Finanzlage von AMD scheint nicht besser zu werden: Als Teil seines jüngsten Sanierungsplanes hat der Chip-Hersteller angekündigt, etwa 5 Prozent der aktuellen Belegschaft des Unternehmens zu entlassen. Insgesamt sollen für das kommende Geschäftsjahr ungefähr 58 Millionen US-Dollar eingespart werden.

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High-End-CPU „ZEN“: Durch den angekündigten Sanierungsplan und Stellenabbau dürfte sich der Release von AMDs angekündigter x86-Architektur auf frühestens Ende 2016 verschieben. Zuletzt war eine Veröffentlichung im ersten Halbjahr 2016 in Aussicht gestellt worden.
High-End-CPU „ZEN“: Durch den angekündigten Sanierungsplan und Stellenabbau dürfte sich der Release von AMDs angekündigter x86-Architektur auf frühestens Ende 2016 verschieben. Zuletzt war eine Veröffentlichung im ersten Halbjahr 2016 in Aussicht gestellt worden.
(Bild: AMD)

Es ist eine weitere große Entlassungswelle bei AMD: Bereits 2011 hatte AMD 1.400 seiner damals 12.000 Angestellten entlassen, bis zum Jahresbeginn 2015 war nach eigenen Angaben die Zahl der Beschäftigten weiter auf 9.687 Mitarbeiter geschrumpft. Nun abermals nahezu 5 Prozent der Belegschaft abgebaut werden.

Das geht aus einem angekündigten Sanierungsplan des Unternehmens hervor. Welche Segmente von den Entlassungen betroffen sein sollen, ist derzeit noch unbekannt. Erst Anfang diesen Monats hatte AMD angekündigt, eine neue Sparte für sein Grafik-Geschäft bilden zu wollen.

Die gesamten Umstrukturierungen innerhalb des Unternehmens sollen Belastungen in Höhe von 42 Millionen Dollar aufwerfen, von denen der Großteil im dritten Geschäftsquartal 2015 fällig werde. Im Geschäftsjahr 2016 will AMD durch die Maßnahmen ungefähr 58 Millionen Dollar einsparen.

Nix mit Silver Lake

Der Ankündigung gingen Gerüchte über ein Scheitern der Verhandlungen mit Silver Lake Management voraus. Nach Angaben des Technologieblogs ExtremeTech sollte die private Kapitalbeteiligungsgesellschaft bis zu 25 Prozent der Anteile des Chip-Herstellers übernehmen. Wegen Uneinigkeiten in Bezug auf die Vorgehensweise und die Kosten der Umstrukturierungsmaßnahmen seien die Verhandlungen allerdings ins Stocken geraten.

Die Meldung vom Scheitern der Verhandlungen ließ die AMD-Aktie auf einen zwischenzeitlichen Tiefstand von 1,61 Dollar sinken. Nach Ankündigung des Sanierungsplans steht die Aktie derzeit auf einem Stand von 1,75 US-Dollar.

AMD hatte in den vergangenen zwölf Monaten mit einer Reihe von Rückschlägen zu kämpfen. Vor einem Jahr, im Oktober 2014, war CEO Rory Read zurückgetreten.Zu Jahresbeginn verließen mit John Byrne, Colette LaFroce und Rajan Nayak drei hochrangige Manager das Unternehmen. Erst vor wenigen Wochen hatte auch der leitende CPU-Architekt Jim Keller angekündigt, AMD zu verlassen. Keller war in erster Linie für die Entwicklung der angekündigten High-End-CPU „ZEN“ zuständig.

Was ist mit „ZEN“?

AMD setzt große Hoffnungen auf den Erfolg seine kommenden x86-Mikro-Architektur, die unter dem Namen „ZEN“ angekündigt wurde. Die neuen, im FinFET-Prozess gefertigten Chips soll im Vergleich zum Vorgänger die Leistung pro Takt um bis zu 40% steigern. Auf dem Financial Analyst Day 2015 im Mai diesen Jahres hatte das Unternehmen angekündigt, seine Produktstrategie auf die High-End-CPU ausrichten zu wollen. Andere Projekte, wie eine geplante ARM-x86-Hybridarchitektur, wurden hierfür aufgegeben.

Durch die Umstrukturierung wird sich der Release des ursprünglich für das erste Halbjahr 2016 in Aussicht gestellten Bausteins weiter verzögern. Zwar beteuerte das Unternehmen, dass CPU-Entwickler Keller seine Arbeiten an der Architektur vor seinem Weggang abgeschlossen habe. Dennoch werden erste „ZEN“-Prozessoren nach jüngsten Meldungen nun frühestens Ende 2016 erwartet.

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