Amazon finanziert Bau von Solarfarm

Amazon kauft nicht nur saubere Energie, sondern produziert sie auch

| Autor / Redakteur: Thomas Drilling / Ulrike Ostler

Amazon investiert großflächig und zum 2. Mal in den USA in erneuerbare Energien
Amazon investiert großflächig und zum 2. Mal in den USA in erneuerbare Energien (Bild: Thomas Drilling, Amazon, Flickr)

Mit einem Stromabnahmevertrag tätigt Amazons seine zweite große US-Investition in erneuerbare Energien.

Amazon zahlt den Bau und Betrieb eines 80 Megawatt großen Solarparks in Accomack County, Virginia. Bei dem Abkommen handelt es sich um die zweite große Investition von Amazon in erneuerbare Energien in den USA. Die Farm namens Amazon Solarpark US East soll vom Solar-Unternehmen Community Energy gebaut werden und wird voraussichtlich 170.000 Megawattstunden (MWh) Energie pro Jahr produzieren.

Dies entspricht im üblichen Vergleich dem mittleren Verbrauch von 15.000 US-Haushalten. Die Farm soll schon 2016 Strom produzieren.

Jeden Strahl einfangen

Der Amazonas-Solarpark wird der größte Solarpark im Bundesstaat Virginia. Der Stromabnahmevertrag sieht vor, dass die gesamte erzeugte Energie in lokale Stromnetze eingespeist wird, Amazon aber im Rahmen der zugrunde liegenden Strombezugsvereinbarung (PPA) im Austausch für die Finanzierung des Projektes eine äquivalenten Menge erneuerbarer Energie und damit effektiv betrachtet eine stetige Stromversorgung erhält.

Der neue Amazon Solarpark US East ist bereits Amazons zweite große Strombezugsvereinbarung für erneuerbare Energien in den USA in diesem Jahr. Eine 150 Megawatt Windkraftkraftanlage in Indiana soll 500.000 MWh Energie pro Jahr liefern.

Amazon hatte sich bereits im November 2014 selbst der Verwendung von 100 Prozent erneuerbarer Energie verpflichtet, wurde aber von Greenpeace dafür kritisiert, dass das Unternehmen keinen spezifischen Fahrplan nennt, um dies zu erreichen. Laut Amazon habe man im April dieses Jahres etwa 25 Prozent seiner Energie aus erneuerbaren Quellen bezogen und erwarte, die Quote bis 2016 auf 40 Prozent erhöhen zu können.

Besser weniger verbrauchen

Trotz der Begeisterung für erneuerbare Energien betont Amazon, dass die sauberste Energie immer noch die ist, die schlicht nicht verbraucht wird und führt dazu das Argument an, dass allein das Verlagern von IT-Services in die Cloud mit den damit einhergehenden Verbesseruneng in der Effizienz, eine überwältigend positive Wirkung hat, was auch immer für ein Energieversorgungmix verwendet wird.

So reagierte Amazon Jeff Barr in einem Blog-Post auf die Kritik von Greenpeace mit: „Im Durchschnitt nutzen AWS-Kunden 77 Prozent weniger Server, 84 Prozent weniger Strom und 28 Prozent einen sauberer Strom-Mix“. Somit sorge das Verlagern der eigenen IT in die Amazon-Cloud gegenüber dem Betrieb eines eigenen Rechenzentrums insgesamt für eine Reduktion des Kohlendioxid-Ausstoßes von 88 Prozent.

Solarparks in Deutschland

Zum Vergleich: der Solarpark Lieberose auf einem ehemaligen Truppenübungsplatz der Gemeinde Turnow-Preilack in Brandenburg galt mit seinem 52,79 MW zum Zeitpunkt der Errichtung im Jahr 2009 als eines der größten Photovoltaik-Kraftwerke weltweit. Heute wird die Anlage nur noch übertroffen, vom bayrischen Solarpark Straßkirchen nahe Regensburg mit 54 MW.

Der Solarpark Flugplatz Eggebek "Treenelandpark", Tarp soll es bei Fertigstellung auf 52,69 MW bringen. Danach folgenden einem Ranking bei solar-prinz.de nach deutlich kleinere Anlagen. Betreiber sind in Deutschland überwiegend Beteiligungsgesellschaft und keiner IT- oder Cloud-Anbieter.

Die investieren wenn überhaupt nur in deutlich kleineren Maßstäben. Die deutsche Telekom hatte im vergangenen Jahr beschlossen, 600 ihrer Technik-Standorte mit Solarenergie auszustatten. So sollen Photovoltaik-Anlagen auf den Dächern die Vermittlungsstellen mit Strom versorgen.

Allerdings bekennt sich Amazon auch hierzulande zur Solarenegie und stattet Dächer oder Parkflächen seiner Logistikzentren mit Photovoltaik-Anlangen aus, wie etwa beim von der Kirchner Solar Group errichtetem Bürgersolarpark auf dem Parkplatz des ältesten Deutschen Logistikzentrums in Bad Hersfeld mit einer Leistung von Leistung 675 kWp

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