Realitätsverlust bei Rechenzentren

80 Prozent der Datacenter sind nicht IoT-ready

| Autor / Redakteur: Otto Geißler / Ulrike Ostler

Mit der digitalen Transformation im Sinne von Industrie 4.0 und IoT werden die Anforderungen an Data Center deutlich zunehmen.
Mit der digitalen Transformation im Sinne von Industrie 4.0 und IoT werden die Anforderungen an Data Center deutlich zunehmen. (Bild: gemeinfrei: dlohner/Pixabay / CC0)

Ein Datacenter ist heute nicht nur das elektronische Gedächtnis eines Unternehmens, sondern auch der Taktgeber für alle digital vernetzten Abläufe. Es ist zudem dafür verantwortlich, dass geschäftskritische Anwendungen reibungslos funktionieren und relevante Daten jederzeit zur Verfügung stehen.

Ein Blick die Praxis zeigt, dass Bedarf und Realität recht häufig sehr weit auseinander liegen. Zu dieser Auffassung gelangte die Expertenkommission 7Alliance. „Aufbau oder Modernisierung eines Rechenzentrums sind für den unaufhaltsamen Prozess der Digitalisierung das entscheidende Stellglied für die digitale Leistungsfähigkeit“, fasst Thomas Lechner, Initiator des Zusammenschlusses von sieben spezialisierten IT-Unternehmen, zusammen. „Das Rechenzentrum der Zukunft muss jedoch anders aussehen als 80 Prozent der heute bestehenden Datacenter.“

Das bedeutet, dass die wenigsten Betreiber eines Rechenzentrums über den tatsächlichen Bedarf der zu bedienenden Infrastruktur eines Unternehmens Bescheid wissen: „Das Gros der Datacenter wird im Blindflug betrieben, Wissen um die Erfordernisse, anfallende Prozesskosten oder die Leistungsfähigkeit ist kaum vorhanden. Wenn es läuft, reicht das aus – dabei ist das Optimierungspotential technisch, energetisch und finanziell immens“, so Lechner.

Neue Anforderungen durch die Digitalisierung

Auf dem Weg zur digitalen Transformation im Sinne von Industrie 4.0 und IoT werden die Anforderungen an Datacenter deutlich zunehmen. Nicht zuletzt, weil viele Prozesse zeitgleich ablaufen. „Unternehmen sollten die physikalische Sicherheit, die logische Sicherheit und die Prozess-Sicherheit eines Rechenzentrums betrachten. Zuerst müssen die Prozesse klar sein, um anhand dieser Erfordernisse die passende Software zu definieren und damit den Leistungsbedarf eines Datacenter“, so Lechner.

Unter einer physikalischen Sicherheit zum Beispiel versteht man die Zugangssicherung, Ausfallsicherung und den Brandschutz. Bei einer so genannten logischen Sicherheit sind beispielsweise die Netzwerküberwachung und Organisation gemeint. Für eine zuverlässige Prozesssicherheit als dritte Dimension muss das Sicherheitskonzept der IT mit den übergeordneten Management-Systemen abgeglichen werden.

Standards, aber bitte maßgeschneidert!

7Alliance hat Instrumente für die Analytik entwickelt, mit denen die Prozesse in einem Datacenter für das Management transparent gemacht werden können. Dann wird sofort klar, wie leistungsfähig das Rechenzentrum ist und wie es für die aktuellen und zukünftigen Anforderungen für Industrie 4.0 und IoT angepasst werden muss. Für dieses Szenario ist nicht immer zwingend ein Neubau erforderlich:

„Die drei Dimensionen können auch nachträglich im Rahmen einer Modernisierung eingebracht werden. Generell ist eine unserer Zielsetzungen, Ressourcen effizient einzusetzen, statt blindwütig auszutauschen“, erkläutert Lechner, Geschäftsführer des 7Alliance zugehörigen Instituts Inst-IT GmbH. Das bedeute: Ähnlich wie bei Anwendungen im ERP-Bereich profitieren auch Rechenzentren von Standards, die für das jeweilige Unternehmen individuell angepasst werden können.

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