In 10 Etappen um die Welt

8 Stunden Energiesparen im Datacenter ist eine Erdumrundung im Elektroauto

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Etappe 1: Von Moskau (Russland) bis nach Liaozhong (China)

Angenommerner Startpunkt ist Moskau oder energiesparende Hardware-Komponenten.
Angenommerner Startpunkt ist Moskau oder energiesparende Hardware-Komponenten.
(Bild: Emerson Network Power)
Rechenzentrumsbetreiber, die in vollem Umfang vom Kaskadeneffekt profitieren wollen, sollten in einem ersten Schritt energiesparende Hardware-Komponenten anschaffen. Der Grund: Die derzeit verfügbaren Prozessoren verbrauchen in der Regel 40 bis 60 Watt weniger Energie als Standard-Prozessoren, liefern jedoch die gleiche Leistung.

Für das oben beschriebene Beispielrechenzentrum ergibt sich daraus eine Einsparung von 172 Kilowatt. In 8 Stunden Betriebszeit sind das wiederum knapp 1.400 kWh, damit könnte das Elektroauto die ersten 5.981 Kilometer zurücklegen.

Etappe 2: Weiter nach Phnom Penh in Kambodscha

Der Wirkungsgrad von Netzteilen liegt durchschnittlich bei nur 86,6 Prozent – dabei sind 93 Prozent möglich. Da die Effizienz der Netzteile mit der Last schwankt, lohnt es sich hier genau zu prüfen, welche Netzteile eingesetzt werden.

Solche, die bei Teillast eine bessere Leistung aufweisen, eignen sich besonders für Geräte mit zwei Netzkabeln, denn diese haben eine durchschnittliche Auslastung der Stromversorgung von weniger als 30 Prozent. Wird die Effizienz der eingesetzten Netzteile maximiert, können weitere 7,1 Prozent beziehungsweise 110 Kilowatt der Gesamtleistung eingespart werden. Das Elektroauto würde weitere 3825 Kilometer vorankommen.

Etappe 3: Durch Südostasien und Australien

Einen zusätzlichen Angriffspunkt, um den Energieverbrauch im Rechenzentrum zu senken, bietet die Stromverwaltung der Server. Häufig sind Server nur zu 20 Prozent ausgelastet, verbrauchen aber dennoch 80 Prozent der für einen Vollastbetrieb notwendigen Energie.

Mithilfe einer intelligenten Stromverwaltung besteht hier ein Energie-Einsparungspotenzial von 10 Prozent. Möglich machen das moderne Lösungen für Data Center Infrastructure Management (DCIM). Sie sammeln Betriebsdaten in Echtzeit und führen diese mit den Nutzungsdaten der Server zusammen.

Das schafft die notwendige Transparenz, um ungenutzte Kapazitäten und leistungsschwache Server zu identifizieren und die Stromverwaltung sicher und effektiv zu gestalten. Allein durch die Einführung einer intelligenten Stromverwaltung sind Einsparungen von bis zu 146 Kilowatt möglich. Mit dieser Energie könnte das Elektroauto 5078 Kilometer zurücklegen.

Etappe 4: Es geht bis nach Ballarat (Australien)

Viele Rechenzentren sind im Laufe der Jahre gewachsen und immer wieder erweitert worden. Daraus sind siloartige Strukturen entstanden, die verschiedene Probleme nach sich ziehen: Virtualisierung, die häufig auf die jeweilige Anwendungsebene beschränkt ist, Doppelungen, mangelnde Ressourcenüberwachung und Koordination der Switching/Routing-Infrastruktur des Netzwerks.

Eine Möglichkeit hier entgegenzuwirken, ist der Einsatz leistungsfähigerer Netzwerkkabel. Denn die Verlustleistung von Cat7-Kabeln liegt deutlich unter der von Cat 5. Für die Implementierung einer zusammenhängenden IKT-Architektur benötigt man jedoch Regeln und Richtlinien, die für alle Systeme gelten.

Die IT-Ressourcen werden dann nach einem an der Arbeitsbelastung ausgerichteten Gesamtkonzept installiert, welches den Umfang des Netzwerks sowie die Kosten minimiert. Immerhin lassen sich dadurch rund 53 Kilowatt einsparen beziehungsweise 1843 Kilometer fahren.

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