In 10 Etappen um die Welt

8 Stunden Energiesparen im Datacenter ist eine Erdumrundung im Elektroauto

| Autor / Redakteur: Peter Koch / Ulrike Ostler

In nur acht Stunden ließe sich so viel Energie einsparen, dass ein Elektroauto 39.472 Kilometer zurücklegen könnte. Diese Strecke entspricht fast dem Erdumfang von 40.074 Kilometern.
In nur acht Stunden ließe sich so viel Energie einsparen, dass ein Elektroauto 39.472 Kilometer zurücklegen könnte. Diese Strecke entspricht fast dem Erdumfang von 40.074 Kilometern. (Bild: Emerso Network Power)

Das Thema Energieeffizienz ist ein Dauerbrenner in den Rechenzentren, das Einsparpotenzial nach wie vor erheblich. Einer aktuellen Berechnung von Emerson Network Power zufolge könnte ein Elektroauto mit der bei einem achtstündigen Betrieb eingesparten Energie einmal um die ganze Welt fahren. Ein 10-stufiger Maßnahmenplan macht den Weg dafür frei.

Steigende Energiepreise treiben seit Jahren die Betriebskosten für Rechenzentren in die Höhe. Der herstellerneutrale Fahrplan „Energy Logic 2.0“, der von Emerson Network Power entwickelt wurde, liefert zehn Maßnahmen, mit denen Rechenzentrumsverantwortliche den Energieverbrauch um mehr als 70 Prozent senken und gleichzeitig die Kapazität erhöhen können.

Die Berechnungen wurden für ein Rechenzentrum mittlerer Größe erstellt: 464,5 Quadratmeter, 210 Server-Racks, durchschnittliche Leistungsdichte je Rack von 3,8 Kilowatt, eine Gesamtleistung von 1.543 Kilowatt und einem PUE von 1,9. Werden alle Maßnahmen umgesetzt, lassen sich damit 1.135 Kilowatt an Leistungsaufnahme einsparen.

An einem achtstündigen Betriebstag entspricht das einer Energie-Einsparung von etwa 9.000 Kilowatt pro Stunde (kWh). Mit dieser eingesparten Energie kann ein Elektroauto eine Strecke von Moskau nach Chicago zurücklegen. Das entspricht mit 39.472 Kilometern fast einer kompletten Umrundung der Erde. Im Folgenden lässt sich für jede Maßnahme nachvollziehen, welcher Streckenabschnitt mit den jeweiligen Einsparungen zurückgelegt werden kann.

Der Grundgedanke

Die Support-Systeme verbrauchen rund die Hälfte der Energie im Rechenzentrum, haben jedoch keine direkte Auswirkung auf die Rechenzentrumsleistung. Es liegt deshalb nahe, mit Einsparungsmaßnahmen speziell auf diese Systeme abzuzielen.

Die klingt plausibel, und dennoch ist dieser Ansatz suboptimal. Denn einen weitaus höheren Effekt lässt sich durch IT-seitige Einsparungen erzielen, denn schließlich ist es der von den IT-Systemen ausgehende Kühlbedarf, der die Inanspruchnahme von Kühlleistungen steuert. IT-seitige Einsparungen führen somit unmittelbar zu Einsparungen bei den Supportsystemen.

Die Ausnutzung dieses als Kaskadeneffekt bezeichneten Phänomens ist der Grundgedanke des Energy-Logic-Ansatz: In einem Rechenzentrum mit einer PUE von 1,9 generieren Einsparungen von 1 Watt am Server-Prozessor eine Einsparung von 2,84 Watt auf Anlagenebene.

Gleichzeitig zeigt Energy Logic 2.0 die Grenzen der PUE-Kennzahlen auf und weist darauf hin, dass der Gesamtenergieverbrauch sinken, aber gleichzeitig der PUE-Wert leicht steigen kann. Werden im Beispielrechenzentrum die Maßnahmen 1 bis 5 umgesetzt, sinkt der Energieverbrauch bei gleichbleibender Rechenleistung um ungefähr 650 Kilowatt, die PUE verschlechtert sich allerdings geringfügig von 1,9 auf 1,91.

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