Für Bastler und professionelle Anwender

45 Betriebssysteme für den Raspberry Pi

| Autor: Sebastian Gerstl

Mediacenter: OpenELEC, LibreELEC und OSMC

OpenELEC ist ein schlankes, schnelles Betriebssystem für diejenigen, die ihren Raspberry Pi als heimisches Media Center nutzen möchten.
OpenELEC ist ein schlankes, schnelles Betriebssystem für diejenigen, die ihren Raspberry Pi als heimisches Media Center nutzen möchten. (Bild: Screenshot)

Eines der beliebtesten Einsatzgebiete des Rasberry Pis ist das Abspielen von Film-, Audio- und Bilddateien über das heimische Netzwerk – als energiesparendes Mediacenter. Diese de facto eingebetteten Systeme sind zwar sehr spezialisiert, aber entsprechend ausgereift und erfreuen sich gerade bei Heimanwendern großer Beliebtheit. Die offenen, frei erhältlichen Betriebssysteme verwandeln den „RasPi“ auch ohne große Entwickler- oder Programmierfertigkeiten in einen Mediaplayer mit hervorragendem Preis-Leistungs-Verhältnis.

Tatsächlich gibt es inzwischen gefühlt Dutzende verschiedene Media-Center-Betriebssysteme für Raspberry Pi und Co. Die meisten davon haben eine grundlegende Gemeinsamkeit: Sie basieren auf dem ursprünglichen „XBMC“ (Xbox Media Center), heute unter der Bezeichnung „Kodi“ bekannt.

Unter Betriebssystemanhängern – und in diesem Fall auch speziell unter Anhängern von Audio- und Videoplayern – treten aber bisweilen geradezu Glaubenskriege auf, die eine Player-Gemeinschaft spalten. Das ist auch bei den hier beschriebenen Beispielen der Fall, in mehr als einer Form.

OpenELEC“ ist ein solches Beispiel. Bei dem Mediacenter handelt es sich um eine sehr schlanke, Kodi-basierte Variante, die vor allem auf den frühen Raspberry Pi Modellen durch die optimierte Leistung überzeugen konnte. Auch auf den neueren Raspi-Modellen liefert das Mediacenter eine äußerst gute Video-Performance. Zudem lässt sich OpenELEC dank einer aktiven Community, auch durch diverse Plugins erweitern. Am System selbst ist hingegen nicht viel Feintuning möglich.

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Im Mai 2016 kam es unter den Entwicklern von OpenELEC zu einem Zwist, der dazu führte, dass sich ein Teil des Entwicklerteams vom Projekt abspalteten und eine eigene Variante weiterentwickelten. Das „LibreELEC“ genannte Resultat hat inzwischen OpenELEC als in NOOBS vorab integriertes Mediacenter-OS abgelöst. LibreELEC ist ebenfalls auf Leichtgewichtigkeit ausgelegt, fokussiert sich aber nach eigener Aussage stärker auf Testing und Change Management. Sowohl OpenELEC als auch LibreELEC werden immer noch weiterentwickelt und gepflegt, und sind auf allen Raspberry Pi Modellen, inklusive der ersten Varianten und dem Ultra-Lichtgewicht Raspberry Pi Zero W, lauffähig.

Zeitweise waren beide Betriebssysteme in die Installationssammlung NOOBS integriert. Seit NOOBS 2.8.1 sind allerdings nur noch LibreELEC und – bei vorhandenem Internetanschluss – die Alternative OSMC enthalten.

Einer der Vorzüge von „OSMC“, dem offiziellen Nachfolger des früher weit verbreiteten RaspBMC, ist der hohe Grad an individueller Konfigurier- und Erweiterbarkeit. Dieses System besitzt nicht nur eine flüssige Benutzerführung, sondern erlaubt mehr Spielraum für Konfiguration und Anpassungen auf tiefer gehender Linux-Ebene, was vor allem für Bastler und fortgeschrittene Programmierer interessante Optionen bietet. Auch für OSMC sind diverse Add-ons vorhanden.

Sebastian Gerstl
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