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Bitkom hebt Wachstumsprognose an 1.000.000 Beschäftigte in der ITK-Branche

| Redakteur: Heidemarie Schuster

Die IT-Branche boomt. Die Umsätze sollen dem Branchenverband Bitkom zufolge im laufenden Jahr um 3,5 Prozent auf 80,4 Milliarden Euro steigen. Erstmals soll auch die Anzahl der Beschäftigten in der ITK-Branche in Deutschland die Millionenmarke durchbrechen.

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Für 2016 erwartet der Bitkom für den ITK-Markt ein Wachstum um 1,5 Prozent auf 158,4 Milliarden Euro.
Für 2016 erwartet der Bitkom für den ITK-Markt ein Wachstum um 1,5 Prozent auf 158,4 Milliarden Euro.
(Bild: © sveta - Fotolia )

Die ITK-Branche beschäftigt in Deutschland erstmals mehr als eine Million Menschen. Die Unternehmen der Informationstechnologie, Telekommunikation und Unterhaltungselektronik werden Ende des Jahres 1,002 Millionen Mitarbeiter zählen, so der Bitkom.

„Damit sind in den vergangenen fünf Jahren rund 135.000 neue Arbeitsplätze geschaffen worden. Allein im laufenden Jahr kommen fast 25.000 neue Jobs dazu“, sagte Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. „Die Bitkom-Branche festigt ihre Rolle als zweitgrößter industrieller Arbeitgeber, knapp hinter dem Maschinenbau.“

Der Arbeitsplatzaufbau findet dabei ausschließlich in den Unternehmen der IT-Branche statt, auf die 794.000 Beschäftigte entfallen. Bei den TK-Anbietern (199.000) und in der Unterhaltungsindustrie (9.000) ist die Beschäftigtenzahl angesichts der wirtschaftlichen Entwicklung rückläufig. Für die Gesamtbranche hob der Verband seine Wachstumsprognose für das laufende Jahr leicht an. Der Umsatz mit ITK-Produkten und Diensten soll demnach 2015 um 1,9 Prozent auf 156 Milliarden Euro wachsen. Bislang war Bitkom von einem Plus von 1,5 Prozent ausgegangen.

„Das ist eine erfreuliche Entwicklung, die vor allem drei Gründe hat: Ein deutlich besseres Geschäft mit IT-Hardware wie Servern und Halbleitern. Ein kräftiges Umsatzplus bei Smartphones. Und eine positive Entwicklung bei den Internetzugängen“, so Rohleder.

Wachstumstreiber IT

Zwischen den einzelnen Segmenten der ITK-Branche gibt es deutliche Unterschiede. Mit Wachstumsraten über 5 Prozent liegen die Umsätze mit Endgeräten wie Smartphones (+5,5 Prozent) und Software (+5,4 Prozent) an der Spitze, während die Umsätze mit Telekommunikationsdiensten (-0,3 Prozent) und Unterhaltungselektronik (-3,8 Prozent) rückläufig sind.

Wachstumstreiber der Branche bleibt die Informationstechnologie. Die Umsätze sollen der Bitkom-Prognose zufolge im laufenden Jahr um 3,5 Prozent auf 80,4 Milliarden Euro steigen. Der Software-Bereich wächst mit einem Plus von 5,4 Prozent auf 20,1 Milliarden Euro am stärksten. Über die vergangenen Jahre kontinuierlich zugelegt hat das Geschäft mit IT-Dienstleistungen wie IT-Beratung und Projektgeschäft, das 2015 voraussichtlich um 3,0 Prozent auf 37,3 Milliarden Euro zulegen kann.

„Die Anbieter profitieren davon, dass im Zuge der digitalen Transformation der Wirtschaft Unternehmen aller Branchen ihr Geschäft auf die Digitalisierung ausrichten“, so Rohleder.

Überraschend positiv entwickelt sich in diesem Jahr zudem der Umsatz mit IT-Hardware, der um 2,8 Prozent auf 23,0 Milliarden Euro wachsen soll. Dies ist dem Bitkom zufolge neben einer steigenden Nachfrage nach Servern vor allem einem kräftigen Umsatzplus bei Halbleitern geschuldet.

„Wir sehen eine verstärkte Vernetzung in der industriellen Fertigung und einen regelrechten Digital-Boom im Automobilsektor. Industrie 4.0 und intelligente Mobilität stimulieren die Nachfrage nach Halbleitern“, sagte Rohleder. „Schon heute sind Autos Hochleistungscomputer, künftig werden sie vernetzte Rechenzentren sein. Dieser Trend spiegelt sich in diesem Jahr auch bei den Marktzahlen wider.“

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