Beratungsaufwände erhöhen die Integrationskosten

Wie teuer kommt eine externe Starthilfe für Microsoft-Produkte?

| Autor / Redakteur: Andreas W. Klein / Ulrike Ostler

Die Kosten für Beratungsleistungen müssen immer im Zusammenhang gesehen werden. Bei den oben dargestellten Werten handelt es sich um Durchschnittswerte.
Die Kosten für Beratungsleistungen müssen immer im Zusammenhang gesehen werden. Bei den oben dargestellten Werten handelt es sich um Durchschnittswerte. (Bild: Techconsult)

Bei der Einführung einer neuen Generation von Microsoft-Produkten kommt zu Lizenz- auch Personalkosten zumeist der Aufwand für externe Beratungs- und Integrationsleistungen hinzu. Für viele IT-Verantwortliche, Einkäufer und IT-Controller sind diese ein schwarzes Loch. MSFTbriefing ermittelt.

Insbesondere die Einführung beziehungsweise der Erstkauf von Produkten wie Sharepoint, CRM oder Lync sind für die IT-Organisation echte Transformationsblöcke. Da man bei solchen Projekten nicht auf etablierte Strukturen und auf Erfahrungen der eigenen Mitarbeiter zurückgreifen kann, ist der Bedarf an externen Wissensträgern relativ hoch.

Es wird jedoch nicht nur klassische IT-Beratung benötigt, sondern immer häufiger konkrete Business- und Transformationsberatung. Dies hängt damit zusammen, dass Produkte wie „Lync„“ oder das neue „Office und CRM erst dann tatsächlich einen Nutzen generieren, wenn die Unternehmensprozesse mit den Möglichkeiten der Software synchronisiert werden. Hierzu gilt es unter anderem, Prozesse und einzelne Prozessschritte zu mobilisieren oder verbindliche Regeln für die Nutzung von Software und Services im Unternehmen einzuführen.

Software einführen und nutzbar machen

Grundsätzlich hängen die Ausgaben für Beratung und Integration von der im Unternehmen vorhandenen Kompetenz und den Ressourcen in der IT-Abteilung ab. Auch die Art des Beschaffungs- oder Integrationsvorhabens beeinflusst den externen Aufwand. Handelt es sich um einen Erstkauf, sind die Aufwände für Beratungs- und Integrationsleistungen in der Regel höher als bei einem einfachen Nachkauf.

Auch unterscheidet sich der Aufwand für Integrations- und Beratungsleistungen zwischen den einzelnen Produkten. Bei einer Betrachtung und Planung der Kosten muss klar sein, dass es oftmals nicht möglich ist, die Leistungsfelder voneinander abzugrenzen.

Oftmals gehen einzelne Leistungsfelder ineinander über und verwässern so eine klare Abgrenzung. Hinzu kommt, dass bei kleineren (mittelständischen) Unternehmen oftmals die Preisbereitschaft – respektive der Wille, für Beratungsleistungen zu bezahlen – sehr gering ist. Dies hängt auch mit einer falschen Erwartungshaltung an die eigene IT-Abteilung zusammen. Aus diesem Grund werden oftmals eigentliche Beratungsaufwände als Integrationskosten deklariert.

Teilweise gibt es es bei CRM- und Sharepoint-Projekten deutliche Ausreißer nach oben.
Teilweise gibt es es bei CRM- und Sharepoint-Projekten deutliche Ausreißer nach oben. (Bild: Techconsult)

Die Kostenaufstellung

Auf Grundlage von Gesprächen mit Microsoft-Partnern und Verantwortlichen in Anwenderunternehmen hat das Team des „MSFTbriefing“ für ausgewählte Produkte Performance-Indikatoren ermittelt. Die Ausführungen beziehen sich auf Unternehmen, die Beratungs- und/oder Integrationsservices nachfragen.

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Über MSFT-Briefing

Der tatsächliche Aufwand hängt stark von den im eigenen Unternehmen vorhandenen Ressourcen ab (siehe: Bild oben). Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass teilweise deutliche Ausreißer nach oben möglich sind.

Es kann davon ausgegangen werden, dass das oberste Quartil insbesondere bei den Produkten Sharepoint, CRM und Lync deutlich über dem Durchschnitt liegt. Um hier zu besseren Vergleichen und weiteren Beurteilungsoptionen zu gelangen, hat das Team regelmäßige und typische Preiskorridore für die einzelnen Beratungs- und Serviceleistungen ermittelt. Auch gibt es teilweise bei CRM- und SharePoint-Projekten deutliche Ausreißer nach oben.

Also: Mit Aufwand für die Einführung rechnen!

Bedingt durch den Leistungsumfang und die Ausrichtung der Lösungen wird für viele Microsoft-Produkte der Bedarf an Beratungsleistungen in den kommenden Jahren steigen. Insbesondere Themen wie Social Business für Collaboration und Communication werden für die Produkte Sharepoint, Lync (teilweise Exchange) und CRM die Beratungs- und Integrationsumsätze erhöhen.

Andreas W. Klein: „Die Nutzung von Informationstechnologie als Produktionsfaktor im Allgemeinen sowie der Einsatz von Software im Speziellen ist mit einer Vielzahl unterschiedlicher Kostenarten verbunden.“
Andreas W. Klein: „Die Nutzung von Informationstechnologie als Produktionsfaktor im Allgemeinen sowie der Einsatz von Software im Speziellen ist mit einer Vielzahl unterschiedlicher Kostenarten verbunden.“ (Bild: Techconsult)

Auch werden durch die neuen Möglichkeiten, die „SQL-Server 2014“ in Verbindung mit „Azure Cloud Services“ und „Office“-Lösungen bietet, erhöhte Bedarfe für Geschäftsprozessberatung entstehen. Insbesondere im letztgenannten Bereich müssen IT-Verantwortliche und Organisationsentwickler die Frage stellen, in welchem Umfang eigene Ressourcen aufgebaut werden müssen.

Der Autor:

Andreas W. Klein ist Managing Director beim Marktforschungs- und Beratungsunternehmen Techconsult.

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