Auf dem Weg zu Standard-Clouds - Anwendungsmodelle definiert

Wie funktioniert Cloud? Erste Empfehlungen der Open Data Centre Alliance

09.06.2011 | Redakteur: Ulrike Ostler

Die Open Data Center Alliance ist eines der wichtigsten Konsortien aus Anbietern und Anwendern, das sich dem Cloud-Computing widmet.

Das unabhängige IT-Konsortium Open Data Centre Alliance hat gestern erste Empfehlungen für das Cloud Computing veröffentlicht. Es geht um vereinheitlichte, offene und dialogfähige

Das unabhängige IT-Konsortium Open Data Centre Alliance hat gestern erste Empfehlungen für das Cloud Computing veröffentlicht. Es geht um vereinheitlichte, offene und dialogfähige Cloud-Lösungen. Seit ihrer Gründung vor sieben Monaten hat die Allianz ihre Mitgliederzahl auf mehr als 280 globale IT-Marktführer mit jährlichen IT-Ausgaben von insgesamt mehr als 100 Milliarden Dollar vervierfacht.

Die von Intel, seinen Kunden sowie Partnern ins Leben gerufene Open Data Center Alliance sieht einen wichtigen Meilenstein in ihren Bemühungen erreicht, vereinheitlichte, offene und dialogfähige Cloud-Lösungen zu fördern. So gründete die Allianz aus Herstellern und Anwenderunternehmen Arbeitsgruppen, erreichte die Anpassung an die Anforderungen wichtiger Industrienormen sowie Solution-Anbieter und veröffentlichte jetzt erste Cloud-Anforderungen.

Zu den Anwenderunternehmen gehören : BMW; Capgemini; China Life; China Unicom; Deutsche Bank; JPMorgan Chase; Lockheed Martin; Marriott International, Inc.; National Australia Bank; Terremark; The Walt Disney Company und UBS. Diese Unternehmen stellen das Alliance Board of Directors.

Die gestrige Veröffentlichung basiert auf der Eruierung der dringendsten Herausforderungen, die ihre Mitglieder für die IT- und das Cloud Computing sehen. Die Ergebnisse werden, nach Aussage von Alliance-Repräsentanten, die IT-Beschaffungsprozesse der Mitglieder beeinflussen und Händlern sowie Lösungsanbietern dabei helfen, Cloud- und Datenzentren-Lösungen der nächsten Generation anbieten zu können.

Marktbeobachter sind beeindruckt

Matthew Eastwood, Group Vice President, Enterprise Platform Research bei IDC zeigt sich von dem Tempo, das das Konsortium vorlegt, beeindruckt: „Das erste Anwendungsmodell der Open Data Center Alliance erfüllt das Versprechen, den heutigen Status quo in der Entwicklung und Nuztung von Datenzentrumslösungen zu verändern.“

Das Tempo, mit dem die Organisation die ersten Anwendungsmodelle entwickele und zur Verfügung stelle, gebe der Cloud-Industrie ein klares Signal, welche Prioritäten die Datenzentren der IT-Industrie haben werden.

Die ersten öffentlich zugänglichen Arbeitsergebnisse beinhalten neben einer Vision für das Cloud-Computing acht Open-Data-Center-Anwendungsmodelle, welche die IT-Anforderungen für die Cloud-Einführung definieren. Diese Ergebnisse sind Grundlage eines Plans, der die Vereinigung, Agilität und Effizienz von Cloud-Computing ermöglicht.

Verständigung gesucht

Gleichzeitig versucht die Allianz, Innovationen im Bereich sicherer Vereinigung, Automatisierung, gemeinsamen Managements und Verfahrens- und Lösungstransparenz zu identifizieren, welche für eine weitverbreitete Annahme von Cloud-Leistungen nötig sind. Mit der Verbreitung des Cloud-Konzepts versucht die Allianz, die IT-Ausgaben innerhalb der kommenen fünf Jahre um 25 Milliarden Dollar zu verringern. Stattdessen sollen insgesamt 50 Milliarden für Innovationsbemühungen im Cloud-Bereichfreigesetzt werden.

Die Hauptpunkte der ersten Anwendungsmodelle:

  • Sicherheit und Einhaltungskontrollen für Cloud-Anbieter richten sich an die größten IT-Herausforderungen im Rahmen der Cloud-Einführung, indem sie einheitliche Sicherheitsregelungen für Cloud-Service und Konformität vorschlagen.
  • Service-Katalog und Standard-Maßeinheiten für IaaS ermöglichen den Vergleich von Merkmalen, Preis und Leistung privater und öffentlicher Cloud-Konzepte mit dem Ziel größerer Transparenz und einfacherer IT-Entscheidungen.
  • Virtual Machine-Kompatibilität und IO-Kontrolle bilden das technische Fundament für föderierte Cloud-Kompatibilität und verbesserte Service-Qualität.
  • Regularien und ein CO2-Footprint erläutern die Erwartungen an Cloud-Services, die Einhaltung von Regierungs- und Firmen-Berichtsanforderungen zu gewährleisten. Darüber hinaus bilden sie eine Möglichkeit, die Mitglieder auf die Wichtigkeit der CO2-Verringerung hinzuweisen.

Curt Aubley, Vice President und CTO der Cyber Security & NexGen Innovation, Lockheed Martin Information Systems & Global Solutions, und Präsident der Open Data Center Alliance, zeigt sich mit den bisherigen Ergebnissen und vom Arbeitsfortschritt überzeugt: „Diese Publikation übersteigt unsere Erwartungen für die erste Darlegung von Kundenanforderungen im Cloud-Bereich und vermittelt wie wichtig das Themas für unsere über 280 Mitglieder weltweit ist.“

Die Fähigkeit der Organisation, sich so schnell zusammenzufinden, Arbeitsgruppen zu bilden und die ersten Anwendungsmodelle zu entwickeln verdeutliche, was in den Bereich des Möglichen rücke, wenn Endnutzer eine gemeinsame Vision über die Erfordernisse von Datenzentren teilten, so der Alliance-Chef.

Möglichst schnell umsetzen, sagt der Chef

„Die Allianz empfiehlt, die Anwendungsmodelle sofort zu implementieren. Dies gilt für alle Mitglieder, die die Einführung von Cloud-Konzepten planen.“, sagt er. Darüber hinaus ermutige die Allianz alle Lösungsanbieter, sich diese Richtlinien bei der Produktentwicklung zum Vorbild zu nehmen.

Die Allianz arbeitet mit einem Ökosystem von Anbietern und Organisationen zusammen, die sich mit der Entwicklung von Standards befassen, um diese in von der Industrie unterstützte, implementierbare Lösungen umzuwandeln. Die Open Data Center Alliance kündigt daher heute die folgenden ersten Bemühungen an:

  • Die Cloud Security Association (CSA) wird die Definition von Normen für Sicherheitsbedingungen vorantreiben.
  • Die Distributed Management Task Force (DMTF) wird Managementerfordernisse für die IT-Infrastruktur definieren
  • Das Enterprise Cloud Leadership Council (ECLC) wird die Definition von Leistungen vorantreiben
  • Die Organization for the Advancement of Structured Information Standards (OASIS) wird die Normen for Service-Transparenz vorantreiben.

Für Sean Kelley, CIO Platform Services Group bei der Deutschen Bank und Vorsitzender der ECLC ist ein wichtiger Meilenstein erreicht: „Der Abschluss der ersten Open Data Center-Publikation ist ein Wendepunkt für die Cloud-Industrie und die Endverbraucher”, sagte er. „Der Enterprise Cloud Leadership Council des TM Forums teilt die Prioritäten der Open Data Center Alliance hinsichtlich der Definition von IT-Erfordernissen sowie des optimalen, flexiblen und effizienten Managements eines Cloud-Ökosystems.“

Jetzt müssen die IT-Anbieter ´ran

Um sowohl die Einführung und Implementierung der Anwendungsmodelle zu gewährleisten, kooperiert die Allianz mit Lösungsanbietern, etwa Datenzentren Hardware-, Software- und Lösungsanbieter. IT-Hersteller wie Dell, EMC, Parallels und Red Hat haben sich der Allianz angeschlossen, um die Entwicklung von entsprechenden Produkten voranzutreiben und so den Anforderungen der Open Data Center Alliance gerecht zu werden.

Stelvertretend sagt Doc D‘Errico, EMC Vice President, EMC Solutions Group: „Die Zusammenarbeit mit der Open Data Center Alliance, einer beeindruckenden Gruppe globaler Endnutzerfirmen, ist Teil der Strategie von EMC, den Wechsel unserer Kunden zu Cloud-Konzepten zu beschleunigen, um deren Agilität und Effizienz zu forcieren.“.

Hinweise:

Die Publikationen der Open Data Center Alliance stehen als PDFs zur Verfügung. Ab dem 29. Juni bietet die Allianz außerdem eine Reihe von Webcasts bezüglich der ersten Publikationsphase an. Anmeldeformulare für die ODCA-Webcasts und weitere Informationen über die Open Data Center Alliance finden sich auf der Website des Konsortiums.

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