CeBIT 2015: EVO:Rail und/oder Omnicube

Was bietet Hyperkonvergenz? Eine Bewertung aus der Praxis

| Autor / Redakteur: Jens Festag* / Ulrike Ostler

Hyperkonvergenz entsteht, wo Computing-Power, Storage und Connectivity zu einem System verschmelzen.
Hyperkonvergenz entsteht, wo Computing-Power, Storage und Connectivity zu einem System verschmelzen. (Bild: Jürgen Fächle/ Fotolia.com)

Hyperkonvergente Lösungen wie „EVO:Rail“ von VMware und „Omnicube“ von Simplivity mischen derzeit den Rechenzentrumsmarkt auf. CEMA hat die beiden Plattformen unter die Lupe genommen: Was können sie und für welchen Einsatz eignen sie sich?

Manche Analysten sprechen gar vom „iPhone-Effekt“: Hyperkonvergente Lösungen sollen den Aufbau und Betrieb einer virtualisierten, flexiblen und skalierbaren IT-Infrastruktur so einfach machen wie das berühmte Apple-Produkt die Nutzung eines Smartphones. Dazu bündeln sie Server-, Speicher- und teilweise auch Netzwerkressourcen in hochintegrierte, standardisierte Appliances zur schnellen und einfachen out-of-the-Box-Installation.

VMware EVO:Rail

Tatsächlich ist EVO:Rail fast nach dem Plug&Play-Verfahren installierbar. „In der Regel reichen 15 Minuten und der Anwender kann über das mitgelieferte, intuitiv bedienbare GUI oder per vSphere Client virtuelle Maschinen ausrollen und betreiben“, erläutert Jens Festag, Senior Consultant bei CEMA – Spezialisten für Informationssysteme.

Möglich ist dies, weil der Hersteller VMware mit EVO:Rail, die bestehenden Software-Produkte „vSphere ESXi“, „vCenter“, „vSAN“ und „Log Insight“ zusammen mit der neuen intuitiven Benutzeroberfläche und Deployment Engine in einen gemeinsamen Software-Stack integriert. Der Kunde erhält EVO:Rail als geprüfte Komplettlösung inklusive der VMware Lizenzen mit der Hardware seiner Wahl von Herstellern wie Dell, HP und Hitachi.

Dank der EVO:Rail-Engine lassen sich bisher manuell durchgeführte Administrationsaufgaben wie das Einspielen von Patches, Updates sowie die Installation, Konfiguration und Verwaltung von virtuellen Maschinen größtenteils automatisiert durchführen.

Licht und Schatten bei EVO:Rail

Dadurch erleichtert EVO:Rail insbesondere mittelständischen Unternehmen den Einstieg in virtuelle IT-Infrastrukturen wie Cloud oder Software Defined Datacenter. Denn mit der Appliance können sie den Rollout und Scale-Out von Infrastrukturservices sowie Anwendungen zügig und standardisiert abwickeln.

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Das Fazit des Autors

Eine Appliance besteht aus vier Knoten mit Intel x86-CPUs und dediziertem Arbeitsspeicher. Pro Appliance lassen sich bis zu 100 virtuelle Server oder 250 virtuelle Desktops betreiben. Das System ist auf maximal vier Appliances mit 16 Knoten sowie insgesamt 70,4 Terabyte Storage skalierbar.

Die Kehrseite der Medaille: Firmen müssen immer eine komplette Appliance mit vier Knoten kaufen, auch wenn sie nur zusätzlichen Speicherplatz brauchen. Zudem fehlen Mechanismen wie Deduplizierung oder Komprimierung, um Storage zu sparen. Also: EVO:Rail eignet sich primär für eigenständige kleine oder VDI-Umgebungen sowie Außenstandorte von größeren Unternehmen.

Eine bessere Skalierbarkeit soll EVO:Rack schaffen. Die Lösung ist für das erste Halbjahr 2015 angekündigt und soll Unternehmen mit großen VDI- sowie Big-Data-Umgebungen bedienen. Die Idee dahinter: komplette Server-Racks standardisiert ausrollen und miteinander vernetzen.

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