Exchange Server 2016

Vorgehensweise bei der Planung von Exchange 2016

| Autor: Thomas Joos

Tom's Admin Blog
Tom's Admin Blog (Bild: Tom Joos)

Ein wesentlicher Bestandteil bei der Planung ihrer Exchange-Umgebung ist die Anzahl der Postfächer. Die Anzahl reicht alleine aber nicht aus, um die Hardware optimal zu planen. Administratoren sollten sich vorher darüber informieren wie viele E-Mails die Benutzer täglich senden und erhalten.

Auch die Größe der durchschnittlichen E-Mails spielt eine wichtige Rolle. Microsoft geht bei den Standard-Planungen von einer durchschnittlichen Größe von 75kb aus.

Sie können die Größe entweder über die Nachrichtenprotokolle in Erfahrung bringen, oder über Zusatztools. Eine solche Analyse kann zum Beispiel durch die Leistungsüberwachung durchgeführt werden. Migrieren Sie von Exchange Server 2007, können Sie für diese Werte auch Microsoft Exchange Server Profile Analyzer (https://www.microsoft.com/en-us/download/details.aspx?id=10559) verwenden. Wie Sie das Tool bedienen, lernen Sie auf der Seite http://blogs.technet.com/b/neiljohn/archive/2011/08/09/user-profile-analysis-for-exchange-server-2010.aspx.

Ab Exchange 2016 ist dieses Tool aber nicht mehr nutzbar, in diesem Fall überwachen Sie mit der Leistungsüberwachung die beiden Leistungsindikatoren „MSExchangeIS\Messages Submitted/sec“ und „MSExchangeIS\Messages Delivered/sec“. Wichtig ist, dass Sie die Messung am besten zu Zeiten vornehmen, an denen besonders viele E-Mails empfangen oder gesendet werden. Diese Daten benötigen Sie später für die Planung der Hardware über Exchange Server Role Requirements Calculator.

Microsoft geht in typischen Umgebungen von etwa 50-500 Nachrichten pro Benutzer und Tag aus sowie einer durchschnittlichen E-Mail-Größe von 75 GB. Wenn Sie in Ihrer Umgebung von einem Mittelwert von etwa 200 Nachrichten am Tag ausgehen, und jede E-Mail etwa 75 kB Größe hat, ergibt sich ein zusätzlicher Speicherplatz von etwa 15 MB am Tag, der über die Exchange-Server abgewickelt werden muss.

Die E-Mails müssen gespeichert werden, und zwar in den gesendeten Objekten des Absenders sowie unter Umständen im Posteingang des Empfängers, wenn die Nachricht intern zugestellt wird. Auch die Datensicherung muss diese Daten berücksichtigen. Wenn Anwender diese E-Mails löschen, bleiben diese zunächst in der Datenbank gespeichert, bis der Grenzwert zum Löschen von gelöschten Daten erreicht ist. Das heißt, auch gelöschte Objekte, müssen bei der Größe der Festplattenspeicher berücksichtigt werden.