Bunker und Container für die IT

Vorgefertigte Infrastruktur für Edge-Rechenzentren

| Redakteur: Ulrike Ostler

Schneider Electric bringt vorkonfigurierte RZ-Infrastruktur für das Edge-Computing auf den Markt.
Schneider Electric bringt vorkonfigurierte RZ-Infrastruktur für das Edge-Computing auf den Markt. (Bild: Schneider Electric)

Der Trend geht zum Mega- aber zugleich zum Kleinstrechenzentrum. Etwa auf der CeBIT konnte, wer wollte hören: Kunden misstrauen der Datenlagerung in der Cloud und setzen neben Cloud auf kleine und Kleinst-Datacenter vor Ort, also „on the edge“. Doch einfach, kompakt und sicher sollen sie sein. Das ruft die Infrastrukturausstatter auf den Plan, Schneider Electric etwa.

Zu den jüngsten Produktvorstellungen von Schneider Electric gehören die „Mikro-Rechenzentren“ mit der Bezeichnung „Smart Bunker“; diese hüllen quasi Racks oder halbe Racks ein. Außerdem stellte das Unternehmen die „Smart Shelter“-Container vor.

Die Container und „Bunker“ adressieren speziell Unternehmen, die bislang kaum oder gar nicht über eine kritische IT-Infrastruktur verfügen. An entlegenen Standorten oder bei Platzmangel sind modulare, vorgefertigte und vorgetestete Datacenter eine schnelle und kostengünstige Alternative zu eigenen IT-Räumen. Sie umfassen eine gesamte physikalische Datacenter-Infrastruktur.

Die „Smart Shelter“-Container von Schneider Electric werden bereits im Werk weitgehend konfiguriert.
Die „Smart Shelter“-Container von Schneider Electric werden bereits im Werk weitgehend konfiguriert. (Bild: Schneider Electric)

Gartner-Analyst David Cappuccio, sagt: “Lokalisierte oder auch Mikrorechenzentren gehören einfach zum Geschäftsleben dazu und sind keine neue Erfindung, Aber mit solchen autarken, skalierbaren Einheiten, die sich remote verwalten lassen, können CIOs nun Kosten sparen und dennoch die Agilität aber auch die Compliance-Level und Service-Verfügbarkeit erhöhen.“

Smart Shelter

Alle Komponenten befinden sich in eigens dafür entwickelten, feuer- und wetterbeständigen, 6 mal 12 Meter großen ISO-Containern, sind so äußerst sicher und lassen sich einfach transportieren. Sie sind zudem mit speziell auf die IT-Racks abgestimmten Lösungen zur unterbrechungsfreien Stromversorgung, Stromverteilung, Kühlung und einem erweiterbaren Kabel-Management ausgestattet.

Das Smart-Shelter-Portfolio besteht aus fünf vorgefertigten IT-Modulen mit verschiedenen Kühlungs- und Redundanzoptionen in Größen zwischen 4 bis 14 Racks. Die Racks sind mit flexiblen Kabeltrassen ausgestattet und leicht verschiebbar. Ein integriertes Lufteinhausungs- und Luftabfuhrsystem soll für ein hohes Maß an Energie-Effizienz sorgen.

Die Container werden von Schneider Electric im Werk konfiguriert, komplett montiert und getestet. Die Module entstehen nach exakten Spezifikationen in einer kontrollierten Produktionsumgebung. Zudem sorgt optional eine Software für das Datacenter Infrastructure Management (DCIM) für eine erhöhte Ausfallsicherheit und Zuverlässigkeit im Datacenter. Damit gewährleisten die IT-Module eine planbare, konstante Leistung und einen optimierten Energieverbrauch. Die IT-Infrastruktur ist skalierbar und kann flexibel erweitert werden.

Neue Aufgaben für die IT, neue Behausungen

Christian Stolte, Systems Engineer und Solution Architect bei Schneider Electric, erläutert den Bedarf für solcherlei Rechenzentren: „Trends wie Industrie 4.0 mit zunehmender Vernetzung und Datenverarbeitungen in Echtzeit stellen IT-Verantwortliche in vielen Branchen vor große Herausforderungen. Die Infrastrukturen in Bereichen wie dem Gesundheitswesen oder der automatisierten Fertigung stoßen in diesem Zusammenhang häufig an ihre Grenzen.“ Eine ausreichende, kritische IT-Infrastruktur sei in solchen Umgebungen oft knapp. „Vorgefertigte Datacenter sind hier eine zuverlässige und schnelle Alternative“, schließt er.

Derzeit sind die Container noch für einige Wochen im Schneider Electric Demo-Center in Seligenstadt zu sehen.

Smart Bunker

Während die Container in Deutschland bereits zu haben sind, lassen die Mikrorechenzentren von Schneider Electric noch auf sich warten. Es gibt sie zunächst in Nord-Amerika, sollen aber noch in diesem Jahr weltweit zu haben sein. Doch auch hier gilt: Ein einzelnes Kabinett enthält jeweils die komplette Infrastruktur: Von den Stromanschlüssen und der USV, über die Kühlung und dem Umgebungs-Monitoring bis hin zum DCIM-Tool. Und sämtliche Komponenten werden bereits im Werk zusammengefügt sowie getestet.

Die Kleinstrechenzentren soll es in drei verschiedenen Ausprägungen geben:

  • “Smart Bunker SX” ist gedacht für traditionelle IT-Räume
  • “Smart Bunker CX” ist für Büro-Umgebungen optimiert, etwa durch eine hohe Geräuschdämpfung
  • „Smart Bunker FX” – wurde speziell für raue Umgebungen entwickelt, darum herum darf es also schmutzig sein

Dave Johnson, Senior Vice President Datacenter Solutions bei Schneider Electric, sagt: „Mit diesem neuen Angebot adressieren wir die Latenz, Bandbreite und die Prozessgeschwindigkeit, die Unternehmen benötigen, um Anwendungen für connected Devices und Big-Data bereitstellen zu können.“ Die Dringlichkeit entsprechender Anwendungen beobachte das Unternehmen bereits im Einzelhandel aber auch in der Industrie. Johnson setzt hinzu: „Zudem glauben wir, dass der Bedarf an Edge-Computing noch weiter steigen wird, wenn das Internet der Dinge (IoT) mehr und mehr in kommerziellen Applikationen mündet.“

Was meinen Sie zu diesem Thema?
Der Verfasser der Bildtexte schreibt etwas verwirrend. Die Smart Shelter sind nicht 6 mal 12...  lesen
posted am 29.03.2016 um 09:54 von Unregistriert


Mitdiskutieren

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 43954161 / Racks)