Datacenter-Revolution im Kellerloch

Von CoreOS kommt das Betriebssystem für Cloud-Rechenzentren

| Autor / Redakteur: Ariane Rüdiger / Ulrike Ostler

Schlagkraftig: CoreOS, das in einem Souterrain von San Franzisko residiert, will bisherige Betriebssysteme wegräumen und bekommt dazu viel Unterstützung, unter anderem von Google.
Schlagkraftig: CoreOS, das in einem Souterrain von San Franzisko residiert, will bisherige Betriebssysteme wegräumen und bekommt dazu viel Unterstützung, unter anderem von Google. (Bild: © igor - Fotolia)

Die großen Cloud-Rechenzentren scheinen derzeit den Weg in die IT-Zukunft zu weisen. Das Startup CoreOS hat sich auf Software für diese hochstandardisierten und –flexiblen Umgebungen spezialisiert. Google ist einer der Investoren.

Hochflexible und –skalierbare Cloud-Rechenzentren funktionieren nach anderen Regeln als Unternehmensrechenzentren bisher. In ihnen soll es möglich sein, Lasten in Sekundenbruchteilen innerhalb der Infrastruktur zu verschieben, möglichst schnell neue Services informationstechnisch zusammenzubauen, die man dann den Kunden anbieten kann.

Sie sollen am besten einen extrem hohen Sicherheitsstandard realisieren. Und sie brauchen, um den Flächenbedarf gering zu halten, eine hohe Auslastung. Außerdem soll ihre Hardware am besten von A bis Z aus durchstandardisierten Komponenten bestehen, die ohne Betriebsunterbrechung und mit wenig technischem Wissen auswechselbar sind.

Für all das eignen sich die gängigen Betriebssysteme und Hypervisoren, egal, von wem sie stammen, kaum. Sie sind zu träge und zu komplex, bei der konventionellen, funktionsüberladenen Hardware ist es dasselbe. Die Folge: Es entstehen aus den Anforderungen der Cloud-Welt heraus neue Produkte und Standards. Das lässt sich besonders gut am Open Compute Project und ähnlichen Vorhaben demonstrieren.

Open Source funktioniert einfach

Sie alle funktionieren nach dem Motto: Wenn wir es nicht haben, entwickeln wir es einfach, und zwar offen, mehr oder minder zur gemeinsamen Nutzung und ohne die etablierten Hersteller um Erlaubnis zu bitten. Wenn sie wollen, können sie ja mittun, wenn nicht, kommen wir auch ohne sie aus. Die Open-Source-Bewegung hat durch das Cloud-Paradigma gewaltigen Anschub erhalten. Aus ihr entsteht nun wieder eine neue Gründungswelle, die die nächsten Jahrzehnte der IT prägen könnte.

Ein Beispiel für derartige Neugründungen ist CoreOS, ein Startup, das gerade neue Büros in unmittelbarer Nähe der Cesar Chavez Street im Lationo-dominierten Mission-District von San Francisco bezogen hat. Cesar Chavez, so die Kurzbezeichnung der Straße, heißt nach einem frühen US-amerikanischen Gewerkschaftsführer. Er trat den Großunternehmen seiner Zeit mit revolutionärem Elan entgegen und setzte Arbeitnehmerrechte durch.

Insofern ist die Gegend kein schlechter Standort für CoreOS: Das Unternehmen will mit seinen Open-Source-basierenden Produkten die verkrusteten Verhältnisse in der Betriebssystem- und Hypervisoren-Branche nachhaltig zum Tanzen bringen. Derzeit vor allem in den größeren Cloud-Rechenzentren. Und irgendwann später vielleicht auch in anderen Rechenzentren, denen von Unternehmen.

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