Asco gehört demnächst dem Konkurrenten Schneider Electric

Vertiv verkauft ATS-Geschäft für 1,25 Milliarden Dollar

| Redakteur: Ulrike Ostler

Diverse Low Voltage ATS-Systeme von Asco; demnächst dürfte Schneider Electric diese Technik verkaufen.
Diverse Low Voltage ATS-Systeme von Asco; demnächst dürfte Schneider Electric diese Technik verkaufen. (Bild: Asco/Vertiv)

Automatische Transferschalter (ATS) erhöhen die Verfügbarkeit von elektrischen Anlagen und kommen im Umfeld von USV-Anlagen zum Einsatz, insbesondere in Rechenzentren zum Einsatz. Asco, bis jetzt eine Vertiv-Tochter, stellt diese her. Bald soll das Geschäft zu Schneider Electric gehören.

Im vergangenen Jahr wurde Emerson Network Power zu Vertiv und vom Mutterkonzern Emerson durch Platinum Equity für 4 Milliarden Dollar gekauft. Der neue Eigentümer gab damals bekannt, Vertiv werde sich mehr auf das Kerngeschäft mit Ausrüstung für Datacenter und Telecommunikation konzentrieren.

Nun plant Vertiv die Tochter Asco, Hersteller von Automatic Transfer Switches (ATS) abzustoßen. Diese Schalter werden von zwei Spannungsquellen gespeist. Sollte eine ausfallen, wird auf die zweite umgeschaltet, so dass die angeschlossenen Geräte vom Ausfall unbeeinflusst bleiben. Nach Angaben von Ute Electonic GmbH & Co. KG erhöhen die Transferschalter in Kombination mit USV-Anlagen die Verfügbarkeit um ein Vielfaches. Selbst bei Totalausfall einer USV sowie des automatischen Bypass würden die Verbraucher weiterhin mit Strom versorgt. Zudem erlauben die Schalter ein Umschalten auf Generatorbetrieb.

Trotzdem sagt Vertiv-CEO Rob Johnson: „Der Verkauf ist ein wichtiger Schritt in unserer Evolution zum bevorzugten Lieferanten von Infrastruktur für digitale, geschäftskritische Lösungen.“

Der APC Rack ATS Transfer Switch "AP7723" für USV-Anlagen
Der APC Rack ATS Transfer Switch "AP7723" für USV-Anlagen (Bild: APC Schneider Electric)

Platinum Equity-Partner Jacob Kotzubei fügt hinzu: „Der Verkauf von Asco hilft Vertiv dabei, sich auf das Kerngeschäft zu fokussieren. Nehmen wir zudem den Cash-Betrag, der aus dem Verkauf resultiert, können wir eine Reihe von Alternativen für die Kapitalstruktur ins Auge fassen, die auch unsere Anleger zufrieden stellen.“

Anpassung an die dezentralisierte Stromerzeugung

Asco stellt den ersten automatischen Transferswitch bereits 1925 vor, nachdem das Unternehmen schon seit 40 Jahren Aufzüge, Kompressoren und Generatorschaltungen gefertigt hatte. 1985 kaufte Emerson das Unternehmen, um es mitsamt Vertiv 2016 zu veräußern. Im vergangenen Jahr generierte es 468 Millionen Dollar Umsatz mit einer EBITDA-Marge von 23 Prozent.

Nun ist Schneider Electric offenbar bereit, 1,25 Milliarden Dollar für Asco zu zahlen. Wie das Unternehmen mitteilt, repräsentiere ATS eine attraktive Chance auf ein Langzeitwachstum, das damit zusammenhänge, dass mehr und mehr Unternehmen zu einer autonomen Stromversorgung oder einer tendieren, in die verschiedene Quellen eingebunden sind.

„Der Trend zu einer dezentralisierten Welt der Stromerzeugung, entspricht dem Kern dessen worauf sich Schneider Electric fokussiert“, heißt es im offiziellen Kommentar des Unternehmens und weiter: „Von der Anwenderseite aus betrachtet, steckt der Wert für Kunden aus dem Gesundheits- und Finanzwesen, für Rechenzentren und andere kritische Gebäude im Management der Energiekette – von einem Ende bis zum anderen.“

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