Deutsche Anwender sind schneller als ihr Ruf - bei der Server-Virtualisierung

Veeam startet V-Index: Stand der Server-Virtualisierung in Großunternehmen

19.07.2011 | Redakteur: Ulrike Ostler

V-Index ist von Veeam und gibt Aufschluss über den Status Quo der Server-Virtualisierung; Quelle: Veeam

Die Idee ist zwar nicht neu: ein Index, der Aufschluss über den Stand der Virtualisierung geben soll, doch der „V-Index“ von Veeam ist es. Dieser soll den Virtualisierungsgrad von Server-Infrastrukturen in großen Unternehmen ermitteln. Die dafür notwendige Erhebung führt das Marktforschungsunternehmen Vanson Bourne aus. In großen deutschen Unternehmen beträgt der Virtualisierungsgrad derzeit 45 Prozent.

Veeam Software veröffentlichte heute den ersten V-Index, eine Bestandsaufnahme über den Stand der Virtualisierung von Server-Infrastrukturen in großen Unternehmen. Die Daten werden ab jetzt jedes Quartal aktualisiert und auf dem Portal www.V-index.com mit zahlreichen Grafiken visualisiert.

Es gibt drei übergeordneten Kennzahlen: die Virtualisierungs- und Konsolidierungsrate sowie der Marktanteil des primär genutzten Hypervisors. Zur Ermittlung des V-Index befragt das Marktforschungsunternehmen Vanson Bourne ein Panel von über 500 großen Unternehmen aus den USA, Großbritannien, Frankreich und Deutschland.

Für das zweite Quartal 2011 liefert der V-Index folgende Kennzahlen:

  • Die Virtualisierungsrate beträgt 39,4 Prozent – Das bedeutet, 39,4 Prozent aller Server in großen Unternehmen sind bereits virtualisiert. Die deutschen Unternehmen liegen mit einer Virtualisierungsrate von 45,1 Prozent über dem Durchschnitt.
  • Die Konsolidierungsrate liegt bei 6,3 zu 1 – Im Schnitt laufen auf einem physischen Host 6,3 virtuelle Maschinen (VM). Auch hier liegen die deutschen Unternehmen mit einer Konsolidierungsrate von 6,4 zu 1 leicht über dem Durchschnitt.
  • Die Mehrheit der Unternehmen nutzt Software von VMware als Primär-Hypervisor (58,2 Prozent Marktanteil), gefolgt von „Citrix Xen“ (20,2 Prozent), „Microsoft Hyper-V“ (18,6 Prozent) und anderen (drei Prozent)*. Deutsche Unternehmen nutzen zu 46 Prozent VMware, 30 Prozent Citrix Xen, 22 Prozent Microsoft Hyper-V und zwei Prozent einen anderen Hypervisor.

Die Daten für den aktuellen V-index wurden im 2. Quartal 2011 erhoben. Befragt wurden 544 Großunternehmen in den Vereinigten Staaten, Großbritannien, Frankreich und Deutschland. Darüber hinaus können, obwohl sich der V-Index auf Server-Virtualisierung konzentriert, auch Daten zu Virtual-Desktop-Infrastrukturen in dieser Statistik enthalten sein. Denn es handelt sich sich bei beiden Anwendungsszenarien um Server-basierte Technologien Dies kann Auswirkungen auf die Daten über die primär verwendeten Hypervisoren haben, teilt Veeam mit.

V-Index ist ein Trendmesser

Während der heute erstmals veröffentlichte V-index den Status Quo der Server-Virtualisierung erfasst, werden die künftigen Erhebungen eine Entwicklung sichtbar machen und zu einem Trendbarometer für Virtualisierung heranreifen. Ratmir Timashev, President und CEO von Veeam Software erläutert die Zielsetzung so: „Der V-index soll der gesamten IT-Branche und den Anwendern einen schnellen und über die Zeit konsistenten Überblick zum den Stand der Virtualisierung und ihrer Fortschritte in großen Unternehmen verschaffen. Wir möchten so den Weg der Virtualisierung zum De-facto-Standard sichtbar machen und mögliche Hindernisse auf diesem Weg aufzeigen.“

So liefert der Index noch weitere Erkenntnisse:

  • Jedes Unternehmen betreibt im Schnitt 664 physische Server.
  • Von allen befragten Unternehmen nutzen 91,9 Prozent zu einem gewissen Grad Virtualisierungstechniken.
  • Von diesen Unternehmen betreibt jedes im Durchschnitt 470 virtuelle Maschinen (VM), die im Schnitt auf 113 physischen Hosts laufen.
  • Die befragten Unternehmen schätzen das Verhältnis virtueller Maschinen zu physischen Hosts (Konsolidierungsrate) selbst auf 9,8:1, also auf knapp 10 VM pro Host.
  • Das tatsächlich errechnete Verhältnis von virtuellen Maschinen zu physischen Hosts in jedem einzelnen Unternehmen beträgt allerdings nur 6,3 zu 1.
  • Unter den virtualisierenden Unternehmen verwenden 84 Prozent VMware, 61 Prozent Microsoft Hyper-V, 55,4 Prozent Citrix Xen und 12 Prozent andere Hypervisoren.

Das sind die Hemmschuhe

Zudem haben die Unternehmen eine Reihe von Hindernissen identifiziert, die einen höheren Virtualisierungsgrad erschweren:

  • 38,8 Prozent sorgen sich um die Zuverlässigkeit
  • 37 Prozent warten auf eine Hardware-Erneuerung, bevor Sie weitere Teile der IT virtualisieren können
  • 32,4 Prozent erwarten Performance –Einbußen bei den Anwendungen
  • 32,4 Prozent haben bezüglich der Datensicherung und Wiederherstellbarkeit Einwände
  • 30,8 Prozent sehen Schwierigkeiten bei der Verwaltung ihrer virtualisierten Infrastruktur

Von den Unternehmen, die Virtualisierung bereits nutzen, planen jedoch 81,4 Prozent, die Server-Virtualisierung in den nächsten zwölf Monaten weiter aufzustocken,

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