Viele Big-Data-Investitionen gehen in umsatzorientierte Geschäftsfunktionen

Unternehmenskultur beeinflusst Erfolg von Big-Data-Initiativen

| Autor / Redakteur: Bernhard Lück / Florian Karlstetter

2012 waren Big-Data-Initiativen in den USA am weitesten verbreitet, es folgten Lateinamerika, Europa und Asien-Pazifik.
2012 waren Big-Data-Initiativen in den USA am weitesten verbreitet, es folgten Lateinamerika, Europa und Asien-Pazifik. (Bild: TCS)

Laut einer Studie im Auftrag von TCS besteht die größte Herausforderung in der Umsetzung von Big-Data-Initiativen darin, Informationen über einzelne Bereiche sowie Organisationsgrenzen hinweg zu teilen und relevante Daten für Geschäftsentscheidungen zu identifizieren.

Wie die globale Trendstudie „The Emerging Big Returns on Big Data“ ergab, sind neben den durch unternehmenskulturelle Faktoren beeinflussten Herausforderungen auch technologische Hürden zu meistern. Sie resultieren aus der Notwendigkeit, enorme Mengen an sehr unterschiedlichen Daten schnell und sicher zu verarbeiten.

Die von Tata Consultancy Services (TCS) beauftragte Studie liefert darüber hinaus Erkenntnisse zu den Unterschieden zwischen Vorreitern und Nachzüglern in Sachen Big Data sowie zu den geschäftlichen Mehrwerten für Unternehmen.

„Big Data birgt ein enormes Potenzial. Unternehmen, die es frühzeitig nutzen, können einen hohen erzielen. Zuvor gilt es jedoch, einige technologische Herausforderungen zu bewältigen und einen unternehmenskulturellen Wandel einzuleiten. Unternehmen müssen klar definieren, wo Big-Data-Initiativen in der Organisation verankert werden sollen und wo Datensilos aufgebrochen werden müssen. Die gewohnte Sicht auf interne, strukturierte Daten greift außerdem zu kurz. Um das Potenzial von Big Data wirklich auszuschöpfen und schnelle Erfolge zu erzielen, müssen Unternehmen auch einen kulturellen Wandel innerhalb ihrer Organisation einleiten“, so Satya Ramaswamy, Vice President und Global Head of Mobility und Next Gen Solutions bei TCS.

Vorreiter und Nachzügler

Es sind vor allem drei Punkte, hinsichtlich derer sich Vorreiter (Unternehmen, die mit einem ROI von über 50 Prozent aus ihren in 2012 laufenden Big-Data-Programmen rechneten) und Nachzügler (Unternehmen, die einen negativen ROI oder einen ROI von bis zu 25 Prozent aus ihren in 2012 laufenden Big-Data-Programmen erwarteten) in Sachen Big Data unterscheiden: die Bereiche, in denen Big Data analysiert und verarbeitet werden, die Zusammensetzung der genutzten Daten und die Ausgaben für Big Data:

  • Vorreiter im Bereich Big Data führen Analysen außerhalb der operativen Geschäftsbereiche durch, 79 Prozent von ihnen setzen dafür IT-Ressourcen oder ein spezielles Big-Data-Team ein. Nur 21 Prozent führen Analysen innerhalb der Geschäftsbereiche durch. Nachzügler lassen nur 68 Prozent ihrer Analysen außerhalb der Geschäftsbereiche erledigen.
  • Die Vorreiter nutzen in höherem Maße unstrukturierte und halbstrukturierte Daten (55 Prozent) sowie externe Daten (37 Prozent) als Nachzügler, die mit 46 Prozent unstrukturierten und halbstrukturierten Daten und 26 Prozent externen Daten geringere Anteile aufweisen.
  • Der signifikanteste Unterschied zeigt sich in den Budgets: Vorreiter investierten im Jahr 2012 rund 24 Mio. US-Dollar und rechnen bis 2015 mit Investitionsausgaben von etwa 26 Mio. US-Dollar. Nachzügler investierten demgegenüber nur rund 7 Mio. US-Dollar im Jahr 2012 und wollen bis 2015 etwa 13 Mio. US-Dollar ausgeben.

Gemeinsam ist allen Unternehmen, dass sich fast die Hälfte der Big-Data-Investitionen (44 Prozent) auf umsatzorientierte Geschäftsfunktionen konzentriert: Vertrieb, Marketing und F&E/Produktentwicklung. Deutlich weniger (24 Prozent) entfielen auf Back-Office-Funktionen wie IT, Finanzen und HR.

USA bei Big-Data-Initiativen führend

Die regionale Aufschlüsselung zeigt, dass US-Unternehmen mit 68 Prozent bei Big-Data-Initiativen führend sind. Es folgen Lateinamerika (51 Prozent), Europa (45 Prozent) und Asien-Pazifik (39 Prozent).

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