Kostenlose Core Edition von Univention Corporate Server

Univention Corporate Server free for Enterprises

| Autor / Redakteur: Thomas Drilling / Thomas Drilling

UCS 4 Core Edition
UCS 4 Core Edition (Bild: Univention)

Univention bietet seinen Univention Corporate Server (UCS) ab sofort auch für Unternehmen zur kostenlosen Nutzung an, ergänzend zu den Subskriptions-Paketen, welche Univention in diesem Zusammenhang ebenfalls erweitert hat. Bisher gab es nur eine für private Nutzung kostenlose Version.

Univention Corporate Server (UCS) ist je nach Sichtweise ein vorkonfigurierter, vollständig webadministrierbarer Linux-Server oder eine Enterprise-Linux-Distribution auf Debian-Basis mit Fokus auf kleine und mittlere Unternehmen, insbesondere solche, die einen Microsoft-Server kostengünstig substituieren wollen. Dies ist angesichts des vor wenigen Wochen endgültig eingestellten Supports für den MS Small Business Server 2003 für viele Firmen derzeit wieder von großer Bedeutung.

UCS als Windows Domänencontroller

UCS unterscheidet sich vielen Punkten von anderen Linux-Servern und Enterprise-Distributionen. Eine zentrale Eigenschaft ist das integrierte und vorkonfigurierte Infrastructure-  und Identity-Management auf OpenLDAP-Basis, das neben einer zentralen Nutzerverwaltung in einer Linux- oder Windows-Domänen auch ein zentrales Client- und Konfigurationsmanagement umfasst.  Von je her enthalten, in den letzten Monaten aber weitgehend  an prominente Stelle gerückt, ist die Funktion, dass UCS mithilfe des ebenfalls vorkonfigurierten Samba 4.x und Kerberos auch Windows-Ressourcen und Nutzer in einer Windows-Domäne verwalten, bzw. selbst als Domänencontroller fungieren kann. Zwar lässt sich Samba 4 auch bei anderen Linux-Distributionen installieren, bei UCS ist die AD-Funktionalität aber so weit fortgeschritten, ausgereift und vor allem out-of-the-box einsatzfähig, dass sich UCS nicht nur auf dem Papier als Ersatz für einen MS-Server eignet, zumal Samba 4 auch das Bereitstellen von Datei- und Druckdienste in Windows-Domänen übernimmt.

UCS als Plattform

Ein  weiterer Punkt, der UCS von anderen Unternehmens-Distributionen unterscheidet und der ebenfalls in besonderer Weise die Zielgruppe der Windows-Wechsler adressiert besteht darin, dass das System vollständig per Webinterface administrierbar ist. Das schließt auch die einfache Installierbarkeit neuer, populärer Open-Source-Apps wie Zarafa, Open Xchange oder Own Cloud  über das komfortable App-Center ein. Seit der Version 4.0 lassen sich dazu  nicht nur lokale native und  virtuelle Instanzen von UCS, sondern auch UCS-Instanzen in OpenStack-Clouds  oder in  Amazons Elastic Cloud (EC2) verwalten, wozu UCS weitreichende Funktionen zum parallelen Betreiben und Administrieren virtualisierter Server- und Desktop-Systeme zur Verfügung stellt.

UCS Core Edition

Die ab jetzt verfügbare  UCS Core Edition erlaubt ab sofort nicht mehr nur Privatanwendern die kostenlose Nutzung von UCS; sondern auch Unternehmen, die aus Kostengründen auf eine UCS-Subskription verzichten möchten. Funktional eingeschränkt ist die Core Edition dagegen trotz der möglicherweise missverständlichen Bezeichnung nicht. Die Core-Edition unterscheidet sich von den kommerziellen Versionen lediglich in der eingeschränkten Produkthaftung und im eingeschränkten Support, den im Fall der Core- oder Free-For-Personal-Use-Edition nur die Community leistet.

Neue Staffelung der Subskriptionen

Mit der Einführung der Core-Edition ändert Univention auch die Preise für Maintenance- und Support im Rahmen seiner Subskriptionspakete. Die Palette umfasst statt vorher drei jetzt vier kostenpflichtige Bundles Base-, Standard-, Premium- und  UCS Cloud Edition für Service-Provider. Die Subskriptionsvarianten bieten Unternehmenskunden professionellen Support, eine längere Pflege von Updates, Service Level Agreements, Produkthaftung und Schutz vor Copyright-Verletzungen. Die einzelnen Subskriptionen unterscheiden sich im Detail durch die Support-Level. Die Basisversion beispielsweise kostet 290 Euro pro Server und beinhaltet ab sofort eine Lizenz für Betrieb und Verwaltung von 10 Clients pro UCS-/AD-Domäne, ebenso wie die Standard- und Premium-Editionen. Weitere Client-Zugriffs-Lizenzen belaufen sich auf 13,90 Euro pro Client.