Canonical schließt weitreichende Partnerschaften mit der Internet- und Kommunikationsbranche

Ubuntu Snappy soll zum Standard für Internet der Dinge werden

| Autor / Redakteur: Thomas Drilling / Thomas Drilling

Drillings Open-Source-Eck
Drillings Open-Source-Eck (Bild: Thomas Drilling)

Canonical hat in einem Blog-Eintrag angekündigt, dass das Unternehmen offenbar potente Partner in der Telekommunikationsindustrie finden konnte, die bereit sind, Ubuntu Snappy als Basissystem für Switches und Router einzusetzen, bzw. den Einsatz zu evaluieren.

Ubuntu Snappy ist eine auf Docker basierende Mini-Variante von Ubuntu Core. Während Letzteres , als minimalisiertes, für den Einsatz als VM optimiertes Ubuntu für die Verwendung in öffentlichen oder privaten Clouds gedacht ist, soll Snappy Ubuntu auf realer Hardware zu laufen, wobei Dienste generell in Docker-Containern ausgeführt werden, wozu Snappy einen neuen Update- und Paketmechanismus enthält, der auf Docker-Containern basiert, ähnlich wie http://projectatomic.io/ Projekt Atomic von Red Hat und Fedora.

Was ist Snappy ?

Erstmals vorgestellt hatte Canonical Snappy Ubuntu Ende des Jahres, konnte seinerzeit aber lediglich einige kleinere Unternehmen als Partner präsentieren. Wie jetzt bekannt wird, haben nun auch grössere  Unternehmen der Telekommunikations- und Internet-Branche Ihr Interesse an Snappy bekundet und einer Zusammenarbeit mit Canonical zugestimmt, da hier ohnehin ein starker Trend zu verzeichnen ist, Geräte wie Router und Switches durch Software-Appliances zu realisieren, die auf preiswerter, gut verfügbarer und standardisierter x86- oder ARM-Hardware laufen.

Zu den potenziellen Partnerunternehmen, die Snappy Ubuntu derzeit für diesen Einsatzbereich testen gehört auch die Deutsche Telekom, die bereits Ubuntu Core als Fundament für OpenStack-basierte Clouds einsetzt und Router oder Router in Bälde mit Snappy, statt mit einem proprietärer Betriebssystemen ausstatten will.

Cloud APIs

Ferner soll Snappy Ubuntu als Ergebnis der Partnerschaft zwischen Canonical, Microsoft und Amazon  in naher Zukunft auch um Schnittstellen für den Zugriff auf die Cloud-Angebote von Microsoft und Amazon erweitert werden. So könnten Entwicklern entsprechende Funktionen relativ einfach in ihre Software einzubauen integrieren.

Standard für Internet of Things

Langfristig möchte Canonical mit Snappy Ubuntu offenbar einen künftigen Standard für Router, Switches, Access Points und andere Netzwerkgeräte implementieren, ein bisher eher fragmentierter Markt. Dazu führt Canonical unter anderem als gut nachvollziehbares Argument an, das gerade bei Embedded-Geräten immer wieder Sicherheitslücken bekannt wurden, die von der Herstellern aufgrund der skizzierten Fragmentierung des Marktes mangels Ressourcen, Sachkenntnis oder Interesse oft nur verspätet oder gar nicht geschlossen wurden. Dies ist aus Sicht von Canonical in Zeiten allgegenwärtiger Überwachung durch Geheimdienste nicht hinnehmbar. Passend dazu hat Canonical ein Zertifizierungsprogramm implementiert, mit dessen Hilfe Chip- und Board-Hersteller ihre Plattformen für Snappy Ubuntu zertifizieren können.