Canonical favorisieren Snappy Personal als künftigen Paketstandard in Ubuntu

Ubuntu plant langfristig Abkehr vom Deb-Paketformat

| Autor / Redakteur: Thomas Drilling / Thomas Drilling

Drillings Open-Source-Eck
Drillings Open-Source-Eck (Bild: Thomas Drilling)

Nachdem Canonical schon vor Wochen verlauten ließ, dass es für Ubuntu 15.10 ein alternatives Desktop-Image geben werde, dass auf der sonst für die Cloud gedachten Snappy-Core-Technologie basieren soll, haben die Ubuntu-Entwickler die Pläne dazu auf dem Online Desktop Summit zu Ubuntu 15.10 weiter gesponnen.

Auf dem Online Desktop Summit zu Ubuntu 15.10 hat Ubuntus Desktop Manager Will Cooke in einem Hangout mit Entwicklern und Anwendern über Canonicals  langfristig geplante Abkehr vom Debian-Paketformat diskutiert. Ubuntu ist seit Jahren eine der beliebtesten Desktop-Distributionen für Anwender und hat Debians Paketformat über die Grenzen von Debian GNU/Linux populär gemacht.

Ubuntu Snappy Personal

Ubuntu Snappy Personal ist quasi die Desktop-Ausgabe von Ubuntu Snappy Core, das Canonical für den Einsatz in der Cloud und im  IoT-Umfeld plant.  Ubuntu Core orientiert sich in seiner Funktionsweise an CoreOS, Red Hat Atomic Host und andere Distributionen an, die aufgrund der unterliegenden Container-Technik allesamt atomare Updates unterstützen und das System so mittels eines einfachen Rollback jederzeit in einen gesicherten Zustand vor der Aktualisierung zurückführen können.

Das Snappy-Paketformat

Genau diese Funktionsweise soll künftig auch die Basis für Ubuntu Desktop bilden, um das System aktuell zu halten. Canonical hat dazu für Snappy Core das Paketformat Snappy kreiert. Dieses lehnt sich zwar an das Deb-Format an, lässt sich aber einfacher paketieren. Da Snappy zu Deb kompatibel ist, können Pakete von Deb nach Snappy umgewandelt werden.

Laut Ansicht von Cooke ist Snappy die Zukunft für Ubuntu-Desktops. Daher soll das geplante Snappy Personal erstmals testweise auf Basis des Images für Ubuntu Next zum Einsatz kommen. Ubuntu Desktop Next ist bekanntlich die künftige Ubuntu-Version, welche die Entwicklungszweige von Unity 8 und Mir zusammenführt.

In ferner Zukunft

Dazu soll das Image von Ubuntu Next laut Cook erst einmal in ein großes Snappy-Personal-Image umgewandelt werden. Ist das geschehen, will Canonical nach und nach damit beginnen, zuerst die Core-Pakete und danach wichtige Anwendungen, wie etwa Dateimanager, Webbrowser, Messenger und Medienspieler auf das Snappy-Personal-Format umzustellen. Das Snappy-Personal-Format ist seinerseits eine Weiterentwicklung des Standard-Paket-Formats bei Ubuntu Touch und sehr einfach aufgebaut.

Vorhersehbare Probleme

Allerdings sind einige Probleme vorhersehbar, etwa die Integration von Unity 8 und Mir und die Kommunikation von Mir und Unity mit X-Apps. Zwar wurde im Verlauf des Summits deutlich, dass es Canonical mit der Umstellung des Paketformats durchaus ernst meint, Will Cooke versicherte aber in Anbetracht der noch zu lösenden Probleme,  dass das Deb-Format noch eine ganze Weile verfügbar bleiben wird. So müssten sich auch auf Ubuntu basierende Distributionen wie Mint&Co vorerst keine Sorgen machen.