Anyonymes Surfen out-of-the-box

Tails 1.3 veröffentlicht

| Autor / Redakteur: Thomas Drilling / Thomas Drilling

Drillings Open-Source-Eck
Drillings Open-Source-Eck (Bild: Thomas Drilling)

Die Entwickler der auf Anonymisierung spezialisierten Linux-Live-Distribution Tails haben eine neue Version 1.3 herausgegeben. Tails 1.3 korrigiert einige schwere Fehler, nutzt jetzt Electrum als Bitcon-Börse und kann Bitcon-Daten persistent speichern.

In eigener Sache: Die Anonymisierungs-Distribution Tails, angeblich das Lieblingswerkzeug von Edward Snowden, steht in einer neuen https://tails.boum.org/news/version_1.3/index.en.html  Version 1.3 zur Verfügung.  Die auf Debian-Linux basierende Live-Distribution ermöglicht Anwendern in erster Linie ein anonymes Surfen im Web, wozu unter anderem der Datenverkehr über das Tor-Netzwerk geleitet wird.

Update angeraten

Die Entwickler raten Tails-Nutzern dringend, umgehend ein Update auf die neue Version vorzunehmen, weil Tails 1.3 zahlreiche Korrekturen von Fehler mitbringt, welche die Entwickler selbst als kritisch einstufen. So korrigiert Tails 1.3 unter anderem Fehler im Tor-Browser und in Systemdateien, die sich für einen Angriff auf die Distribution ausnutzen lassen.

Neuerungen von Tails 1.3

Zu den echten Neuerungen gehört, dass Tails jetzt Electrum als Bitcon-Börse verwendet und in der Lage ist, Bitcon-Daten persistent zu speichern. Ferner wurde der mitgelieferte Tor-Browser um weitere Sicherheitsfunktionen erweitert. So schützt jetzt beispielsweise das MAC-Framework AppArmor alle Verzeichnisse, was unter anderem auch Angriffe gegen Tor verhindert. Dabei darf Tor jetzt selbst nur noch auf sehr wenige Verzeichnisse zuzugreifen. Neu ist auch, dass Tails 1.3 mit obfs4-Bridges Anwendern erlaubt, mit Hilfe von Keyringer geheime Informationen verschlüsselt mit anderen Nutzern über Git zu teilen.

Was ist Tails?

Sie kennen Tails noch nicht? Der Name steht für The Amnesic Incognito Live System. Tails ist eine Anonymisierungs-Distribution und als Live-CD oder Live-USB-Stick konzipiert. Bei Tails werden grundsätzlich alle ausgehenden Verbindungen über das Tor-Netzwerk geleitet . Tails sorgt aber auch dafür, dass das Betriebssystem selbst keine Spuren seiner Nutzung hinterlässt. So greift Tails grundsätzlich nicht nicht auf lokale Festplatten zu, löscht den Hauptspeicher beim Beenden oder verschlüsselt Daten grundsätzlich, wenn sie gespeichert werden sollen.  Tails hat schon viel öffentliche Reputation erhalten. Neben der Vorliebe von Edward Snowden lobt auch die Organisation Reporter ohne Grenzen die Distribution.

Tails 1.3 lässt sich ab sofort von der Projektseite als ISO-Image  herunterladen.