Neue Schulungen mit Zertifikat und Release 6 von Suse OpenStack Cloud

Suse vereinfacht die OpenStack-Welt

| Autor / Redakteur: Ludger Schmitz / Ulrike Ostler

(Bild: Suse)

Im Vorfeld des kommenden OpenStack Summit Ende April in Austin hat sich Suse nicht nur mit einem neuen Release seiner Implementierung OpenStack Cloud zu Wort gemeldet. Das Unternehmen bietet ferner eine neue Zertifizierung für Cloud-Operators an.

„Private Clouds mit geringem IT-Personalaufwand und Ressourcen aufsetzen“. Diese Worte finden sich schon im ersten Satz der Pressemitteilung zur Suse OpenStack Cloud 6. Es ist keine Überraschung. Dass viele interessierte Anwender über Schwierigkeiten bei der Einrichtung von Private Clouds berichten, dürfte auf dem nächsten OpenStack Summit am 25. bis 29 April in Austin ein viel diskutiertes Thema werden.

Expertenmangel behindert OpenStack-Verbreitung

Suse hat nicht unwesentlich zur Diskussion beigetragen. Denn eine von den Nürnbergern beauftragte Studie hatte vor kurzem ergeben, dass fast alle Großunternehmen Private-Cloud-Lösungen wollen. Aber neben der Angst vor Herstellerabhängigkeit sind vielen die Herausforderungen bei der Installation zu groß. Sie beklagen einen Mangel an OpenStack-Fachleuten. Entsprechend dürften die Hürden für mittelständische Unternehmen noch größer sein.

Genau an diesem Punkt setzt Suse mit seinem Beinahe-out-of-the-box-Angebot an – wie andere Anbieter auch. In diesem Fall ist es nicht überraschend, dass Suse in seiner Pressemitteilung zu OpenStack Cloud 6 nicht etwa neue Features an erster Stelle erwähnt, sondern das Ausbildungsangebot.

Neues Zertifikat: SCA-OpenStack

Neben das bisherige OpenStack-Cloud Training tritt nämlich eine neue Suse-Zertifizierung für Cloud-Operators. Die führt zum „Suse Certified Administrator-OpenStack“ (SCA-OpenStack) und bescheinigt die notwendigen Kenntnisse zur Installation und Verwaltung von Suse OpenStack. Davor stehen zusammen mit der OpenStack Foundation entwickelte Schulungen und zwei Prüfungen, nämlich zum „OpenStack Foundation Certified OpenStack Administrator“ (COA) und zum „SCA-OpenStack“. Man erwirbt also gleich mehrere Zertifikate auf einen Schlag.

Gary Chen, Research Manager Software Defined Compute bei IDC, assistiert Suse und lässt sich so zitieren: „OpenStack ist in den letzten Jahren sehr schnell ausgereift und zu einer zukunftsfähigen Option für Private Clouds in Unternehmen geworden. Für die meisten Unternehmen ist die Balance zwischen internen Fähigkeiten mit Support und Management durch einen erfahrenen Partner wie Suse der Schlüssel für erfolgreiche Private-Cloud-Projekte. Initiativen wie neue Trainings- und Zertifizierungsprogramme werden die Adoption von OpenStack beschleunigen und es Unternehmen einfacher machen, von den Produktivitäts- und Agilitätsvorteilen zu profitieren.“

Ohne Mühe lässt sich zwischen den Zeilen eine Kritik daran lesen, dass OpenStack schneller gewachsen und inzwischen komplexer geworden ist, als dass IT-Fachleute die Entwicklung nachvollziehen konnten. Die Kluft eröffnet Firmen, die sich wie Suse bei OpenStack engagiert haben, nun eine Chance mit Fertigprodukten.

Suse-OpenStack kann auch Docker und z/VM

Erst nach diesem Aspekt bringt Suse die Verbesserungen von OpenStack Cloud 6 vor. Die Geschichte ist offenkundig über die letztjährige Docker-Debatte in der OpenStack-Community hinweggegangen. Suses OpenStack-Paket hat nun auch Docker-Support, um Container-Anwendungen zu ermöglichen.

Außer den Virtualisierungs-Hypervisern KVM, VMware, Hyper-V und Xen unterstützt Suses OpenStack-Lösung nun auch einen Altvater der Virtualisierung, nämlich das IBM-Betriebssystem z/VM. Damit lassen sich auch die blauen Mainframes in Private Clouds einbinden – was IBM sicher herzlich begrüßen wird. Kenner der IT-Geschichte erinnern sich, dass Suse schon das erste Linux war, dass auf IBM-Mainframes lief. Anekdoten berichten, das „Heavy metal“ habe damals im Suse-Gebäude einige Schäden angerichtet.

OpenStack Cloud 6 erschließt in vollem Umfang OpenStack Manila. Auf dieses leistungsstarke und skalierbare Shared-Filesystem besteht damit direkter Zugang. Ebenso auf seine Verwaltungsoptionen. Damit lassen sich Shared Volumes einrichten, eine zentrale Voraussetzung für das Nebeneinander von Private und Public Clouds sowie On-Premise-Umgebungen. Gleichzeitig verspricht Suse störungsfreie Upgrades für die „vereinfachte“ Migration zu künftigen OpenStack-Releases.

Bessere Einbindung der On-premise-Umgebung

Schließlich soll OpenStack Cloud 6 verbesserte Funktionen für die Übertragung von alten Softwareversionen und geschäftskritischen Anwendungen in die Cloud bieten, ohne die Zuverlässigkeit von traditionellen Infrastrukturlösungen einzubüßen. Und natürlich bietet die neue Version Support von Suse Linux Enterprise Server 12 SP1. Damit können OpenStack-Clouds auf die aktuelle Version der Suse-Plattform für Enterprise-Workloads aufbauen.

Eine Aussage von Suse zeigt, dass das Unternehmen an Selbstbewusstsein zurückgewonnen hat und sich immer deutlicher im Cloud-Segment positioniert: „Der Markt erkennt, dass die Do-it-yorself-Methode nicht für das Aufsetzen von Private Clouds taugt: sie ist zu zeitaufwendig, zu teuer und zu fehleranfällig“, erklärt Michael Jores, dort Regional Director Central Europe. „SUSE war der erste Anbieter, der genau aus diesem Grund eine OpenStack-Cloud-Distribution für Unternehmen entwickelt hat und heute eine OpenStack-Lösung bietet, die die erste Wahl für den Geschäftsbetrieb ist. Wir bieten unseren Kunden Zugang zu den Vorteilen von OpenStack, ohne die Komplexitäten, die manche Unternehmen bisher von einem Einsatz abgehalten hat.“

* Ludger Schmitz ist freiberuflicher Journalist in Kelheim.

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