Was bedeutet Wiederanlauf-Dauer?

Stichwort: RTO, Recovery Time Objective

| Autor / Redakteur: Rainer Graefen / Rainer Graefen

Wie lange darf die Wiederanlauf-Dauer sein?
Wie lange darf die Wiederanlauf-Dauer sein? (Mathias Rosenthal - Fotolia.com)

Vor der Havarie eines Server – oder im schlimmsten Fall des kompletten Rechenzentrums – steht die Frage im Raum: Wie lange können wir den Betrieb offline ohne größeren finanziellen Schaden weiterführen? Die technische Antwort auf diese Frage lautet RTO.

Die Zeitspanne der zulässigen (verkraftbaren) Downtime wird bei der Definition von Serviceleveln in der Kategorie RTO, Recovery Time Objective, festgelegt. Diese Wiederanlauf-Dauer ist die von der Geschäftsführung definierte maximale Zeit, nach der die Wiederherstellung eines Computers, Systems, Netzwerks oder einer Anwendung nach einem Ausfall oder einer Katastrophe beendet sein sollte.

Die Festlegung der RTO hat ihren Maßstab einerseits in den zu erwartenden Einnahmeverlusten je Zeiteinheit und andererseits in den Kosten der benötigten Verfügbarkeitstechnik. Die RTO wird in Sekunden, Minuten, Stunden oder Tagen gemessen und ist wichtig bei Überlegungen zum recovern bei einem Disaster.

99,9 oder 99,999 Prozent Verfügbarkeit

Es sind zahlreiche Studien auf dem Markt, die z. B. die typischen Kosten des Ausfalls in einer Branche (Banken, Versicherungen, Produktion) pro Stunde beziffern. Der Anwender erhält damit eine Kalkulationsgrundlage, ob eine Technik mit 99,9- oder 99,999-prozentiger (five 9s) Verfügbarkeit zu installieren ist. Im einfachsten Fall wird mit 8760 Stunden pro Jahr gerechnet. Bei einer Verfügbarkeit von 99,9 Prozent steht dann die IT für weniger als 9 Stunden im Jahr, bei einer Verfügbarkeit von 99,999 Prozent für etwa 5 Minuten nicht zur Verfügung.

Aus den Studien geht hervor, dass die Kosten sowohl von langfristigen und nicht konkreten Auswirkungen als auch von unmittelbaren, kurzfristigen und konkreten Faktoren abhängen. Ist die RTO einmal für eine Anwendung definiert, können Administratoren entscheiden, welche Notfallwiederherstellungsmaßnahmen sich am besten für die Situation eignen.

Die Technik bietet hier von gespiegelten Rechenzentren, Replikation, Raid-Systemen und Snapshots bis hin zum konventionellen täglichen Backup sehr granulare und mehr oder weniger kostspielige Methoden an.

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