Kategorie 9: Energie- und ressourceneffiziente Rechenzentren (bis 300 m²)

 

Energieeffizientes Rechenzentrum für die Energiewende bei den Stadtwerken Schwäbisch Hall


Projektbeschreibung

Die Stadtwerke Schwäbisch Hall sind in den letzten Jahren zu einem Konzern mit zahlreichen Beteiligungen gewachsen, der sich der Energiewende verpflichtet fühlt. Die Stadtwerke liefern Strom, Gas, Wasser und Wärme, betreiben Bäder und Parkierungseinrichtungen und bieten Dienstleistungen zur Effizienzsteigerung und Energieoptimierung an. Sie betreuen über 500.000 Strom- und Erdgaskunden bundesweit. In der zentralen Leitwarte werden 150.000 Datenpunkten und rund 700 Anlagen überwacht, geregelt und gesteuert.

2012 erfolgte ein Verwaltungsneubau inklusive RZ-Neubau. Der RZ-Neubau wurde gezielt auf Energieeffizienz in allen Bereichen ausgerichtet. Strom- und Kälteversorgung des RZ erfolgen primär über ein effizientes BHKW, das über das Netz der Stadtwerke mit Biogas versorgt wird. Weitere Effizienz wird durch die Rückgewinnung der im RZ erzeugten und über eine Warmgangeinhausung gesammelten Wärme gewonnen. Durch die Rückkühlung über Flusswasser wird zusätzlich Energie eingespart.


Gedanklicher Ansatz und Zielsetzung

Das ehrgeizige Ziel der Stadtwerke ist es, den Stromverbrauch in Schwäbisch Hall bis zum Jahr 2030 aus 100 % erneuerbaren Energien zu decken. Strom und Wärme werden dann in kleinen dezentralen Anlagen im eigenen Versorgungsgebiet aus Wasserkraft, Wind, Sonne, Pflanzenöl, Holz und Biogas erzeugt. Die Stadtwerke wollten deshalb eine moderne, zukunftsfähige und ressourcenschonende RZ-Architektur aufbauen.

Mit dem Bau des neuen Verwaltungsgebäudes bot sich eine einmalige Gelegenheit dies in einem ganzheitlichen Großprojekt innovativ und energieeffizient umzusetzen. Um den RZ-Neubau in diesem Rahmen zu realisieren, waren eine gute Planung, Projektmanagement und Skalierbarkeit besonders wichtig. Zunächst erfolgte eine Informationssammlung zu allen Aspekten des RZ-Baus, auf deren Basis dann die Grobplanung, sowie ein Ausschreibungsverfahren erfolgten. Im Frühjahr 2012 wurde mit dem RZ-Bau begonnen, ehe im Oktober 2012 die Einweihung folgte.


Innovation

Die wesentlichen Innovationen liegen in der effizienten Energie- und Kälteerzeugung durch das dedizierte BHKW, der Nutzung der im RZ erzeugten Wärme und dem Einsatz modernster IT-Komponenten. Kernkomponenten der Fabric-Computing-Infrastruktur sind eine EMC VNX 5500, 24 x Cisco UCS B200 M3 Blade Server, Cisco Nexus Komponenten mit Power Efficiency sowie VMware VSphere 5.1. EMC VSPEX- und Cisco UCS-Architektur sorgen durch integrierte Technologien wie Blade Server, I/O-Konsolidierung, 10-Gigabit-Ethernet, Auto Deploy, Fast Cache, variable Lüfter und den Verzicht auf überflüssige Switche und Verkabelung für höchste Energieeffizienz. Gegenüber gewachsenen Rechenzentren ist die neue Umgebung in modularen Building Blocks (Computing, Storage, Virtualisierung, Networking, Access, Management) aufgebaut. Sie enthält weniger ungenutzte Komponenten und folgt im Design einer effizienteren Kühlung (63% offenere Mittelebene).


Nutzen

Das neue RZ führte auf einen Schlag zu zahlreichen Mehrwerten, die die Services für die Kunden der Stadtwerke sicherer, leistungsfähiger und ressourcenschonender machen:

  • Physische Sicherheit: Das RZ wurde in eine Betonhülle eingebaut. Hoher Brandschutz wird durch eine permanente Sauerstoffreduzierung sowie Brandfrüherkennung erreicht

  • Zutritt: Dieser ist durch biometrische Komponenten abgesichert

  • Energieeinsparung durch hochmoderne, innovative Fabric Architecture im Server-und Storage-Bereich

  • Erhöhung der Flexibilität und Effizienz durch Remote-Steuerung und -Monitoring der Power-Distribution-Units sowie durch innovative Inter- und Crossconnection-Methoden

  • Realisierung als "Lights-Out-RZ": nur zum Hardware-Tausch bzw. –Einbau ist Zutritt nötig, die Bedienung und Überwachung erfolgen komplett remote

  • Ein deutliches Plus an Ausfallsicherheit, IT-Effizienz und Skalierbarkeit durch komplett virtualisierte, zwischen Maschinen verschiebbare Workloads


Eingereicht von:

Mark Käpplinger

Dipl. Ing., Leiter IT und Telekommunikation Stadtwerke Schwäbisch Hall GmbH

1993 -1997 Studium an der Fachhochschule Stuttgart, Hochschule für Technik im Fachbereich Vermessungswesen und Geoinformatik.
1997 – 1999 Softwareentwickler, Consultant und Trainer im Bereich Geoinformationssysteme, SICAD Utilities.
1999 – 2001 Teamleiter Geoinformationssysteme Stadtwerke Schwäbisch Hall GmbH.
2001 – 2004 Abteilungsleiter EDV und GDV Stadtwerke Schwäbisch Hall GmbH.
Seit 2004 Leiter IT und Telekommunikation Stadtwerke Schwäbisch Hall GmbH.

 

Bilder zum Projekt:



ABSTIMMEN UND GEWINNEN

 

An dieser Stelle können Sie ab dem 20.02. darüber abstimmen, welches Projekt Ihrer Meinung nach den Publikumspreis verdient.
 

Mitmachen lohnt sich:

Unter allen Teilnehmern werden 3x zwei Eintrittskarten für die große Gala zur Verleihung des Deutschen Rechenzentrumspreises im Wert von je ca. 400,00 Euro verlost.



Wir wünschen viel Glück!