Kategorie 1: Visionäre Rechenzentrumsarchitektur

 

SERVER CITY


Projektbeschreibung

Die Idee des Projekt SERVER CITY ist es, ungenutzte Plattenbauten in von Schrumpfung und Leerstand betroffenen Großwohnsiedlungen zu Rechenzentren umzufunktionieren. Die Verwendung bestehender Immobilien wirkt sich unter Aspekten der Nachhaltigkeit sowohl ökologisch als auch ökonomisch positiv aus. Klassische Großwohnsiedlungen sind infrastrukturell und energetisch bestens angebunden. Darüber hinaus stellen sie eine enorme Menge an gebundener, sogenannter „grauer“ Energie dar. Konstruktiv weisen die aus Betonfertigteilen errichteten Plattenbauten eine solide Grundsubstanz auf, die auf Dauerhaftigkeit ausgelegt ist. Ihr modularer, der seriellen Fertigung geschuldeter Aufbau aus aneinandergereihten Modulen ist geradezu ideal, um flexibel auf die neue Nutzung zu reagieren. Von Fassade und nichttragenden Wänden befreit, können die verbliebenen "Waben" mit klimatisch eigenständigen und ab Werk mit entsprechenden Hochleistungsservern ausgestatteten Containern via "Plug & Play" bestückt werden.


Gedanklicher Ansatz und Zielsetzung

Das Modell der Großwohnsiedlung als städtebauliche Antwort auf die Wohnungsnot der Nachkriegszeit hat langfristig den Anspruch an qualitativ hochwertiges Wohnen nicht erfüllen können. Trabantenstädte aus unzähligen, sich wiederholenden Plattenbauten wirken wie Mahnmale einer enttäuschten Utopie. Die Zahlen sprechen eine klare Sprache – Großwohnsiedlungen in Ost- wie Westdeutschland haben mit massiver Schrumpfung und damit verbundenem Leerstand zu kämpfen. Eine Tendenz, die sich in den kommenden Jahren verstärken dürfte. Reduziert man Architektur nicht auf eine rein ästhetische Formgebung, darf sie aktuelle Themen wie Energiewende, Ressourcenverknappung und städtischen Strukturwandel nicht ausklammern, sondern muss einen intelligenten Umgang damit entwickeln. Es ist an der Zeit, in architektonischen Dimensionen über sinnvolle Wiederverwendung durch Um- und Weiternutzung nachzudenken.


Innovation

Das Hauptaugenmerk des Konzeptes SERVER CITY liegt auf der Nutzung von bestehenden Gebäudestrukturen, was aus ökologischer wie ökonomischer Sicht einen eindeutigen Vorteil gegenüber einem Neubau darstellt. So kann durch die Weiterverwendung Energie aus Bereichen wie Produktion, Transport, Montage eingespart werden. Auch die extrem hohe Aufwendung von Strom und Wasser beim Neubau fällt weg, da all diese Energieformen bereits als "graue Energie" im bestehenden Bau vorhanden sind.

Das vorgeschlagene Prinzip eines modularen Aufbaues des Rechenzentrums mithilfe von Server-Containern, die in die Regalstruktur des Plattenbaues via "Plug & Play" einsortiert werden, kann extrem flexibel auf den eigentlichen Bedarf reagieren und additiv erweitert werden- im Extremfall zur kompletten SERVER CITY.
 

Nutzen

Gerade im Hinblick auf den momentan exponentiell steigenden Hunger unserer Gesellschaft nach Rechenleistung, ist Anzunehmen, dass die derzeit bereitgestellten Ressourcen von den Anforderungen im Jahre 2030 / 2050 um ein vielfaches übertroffen werden. Zwar werden durch den Fortschritt die dazu nötigen technischen Einrichtungen tendenziell immer kleiner, dennoch wird ein bisher nicht abschätzbarer Raumbedarf entstehen. Ein als Solitär ausgelegtes Rechenzentrum gelangt irgendwann zwangsweise an die Grenze seiner Kapazität. Das Konzept SERVER CITY kompensiert diesen enormen Platzbedarf an einem infrastrukturell sehr gut erschlossen, zentralen Standort. Der Gedanke des Zusammenschlusses ganzer Gebäudekomplexe zum Cluster und die Möglichkeit der additiven Erweiterbarkeit stellen sich als nachhaltige Lösung dar und sichern auf sehr lange Sicht einen großen Handlungsspielraum.


Eingereicht von:

 

Philipp Strohm

M. Arch., Dipl.-Ing.

ab 2009 reset.
ab 2009 Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der BTU Cottbus, Lehrstuhl Städtebau
und Entwerfen, Prof. H.Nagler.
2007-2009 Masterstudium Architektur- & Stadtforschung a42.org, Akademie
der Bildenden Künste in Nürnberg.
2005-20 09 Freiberufliche Mitarbeit in verschiedenen Architektur/- Stadtplanungsbüros
2001-2007 Diplomstudium Architektur, Fachhochschule Frankfurt am Main
 

Florian Thein

M. Arch., Dipl.-Ing.

ab 2009 reset.
2007-2009 Masterstudium Architektur- & Stadtforschung a42.org, Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg
2005-2009 Angestellter / freiberufliche Mitarbeit in verschiedenen Architekturbüros
2001-2006 Diplomstudium Architektur, Fachhochschule Mainz

 

Bilder zum Projekt: