Kategorie 1: Visionäre Rechenzentrumsarchitektur

 

Das „Algenative Rechenzentrum“


Projektbeschreibung

Das Rechenzentrum ist in eine innerstädtische Baustruktur ähnlich einem mittleren Hochhaus integriert (max. Verdichtung), welche zahlreiche weitere Nutzungen enthält. Diese ergänzen und fördern sich gegenseitig durch Stoff- und Energiekreisläufe analog biologischer Wachstumsprozesse. In den sonnenzugewandten Teilen der Fassade sind Paneele, in welchen eine mit Algen gesättigte Flüssigkeit kreist. Die so erzeugte Biomasse liefert über Gärprozesse gasförmigen Brennstoff (Methan), welcher wiederum stromerzeugende Generatoren (BHKW) antreibt. Diese liefern Strom für das RZ, die zus. entstehende Prozesswärme kann als Heizung in das System zurückgespeist oder verkauft werden (Fernwärme). Die über die Algenproduktion entstehende Biomasse wird zu wertvollen Biokunststoffen veredelt, welche darüber hinaus biologisch abbaubar sind. Die Abwärme des RZ wird nicht energieaufwendig „weggelüftet“, sondern genutzt, um in gut temperierten Gewächshäusern Lebensmittel zu erzeugen.


Gedanklicher Ansatz und Zielsetzung

Das RZ, seine Abwärme und die verschiedenen anderen Prozesse sind integriert in einen komplexen Energie- und Stoffkreislauf, welcher weitere und bisher nicht angedachte Nutzungen mit einbezieht. Durch diese Kombination werden Synergieeffekte genutzt und die Effizienz des Gesamtsystems verbessert. Das in das Gesamtsystem integrierte RZ entwickelt sich von einem Consumer (von Energie, Ressourcen, etc.) zu einem Produzenten von Energie, Biomasse, Lebensmittel, etc.. Also zu einem Prosumer. Analog zu evolutionär bewährten symbiotischen Prozessen entsteht ein komplexes System von sich gegenseitig unterstützenden Stoff- und Energiekreisläufen. Das Ganze wird mehr als die Summe aller Teile.


Innovation

Nicht die Reduzierung auf einzelne Probleme (Abwärme, Reduktion der Betriebskosten!) und entsprechend monokausale Lösungsansätze sind die Zielsetzung, sondern im Gegenteil die Einbeziehung von Bereichen, welche mit Rechenzentren scheinbar nichts zu tun haben. Durch die Integration ganz neuer Funktions- und Kausalketten entstehen erweiterte und komplexere Lösungsansätze, welche im Ganzen wesentlich effizienter sind. Die Natur zeigt über Jahrmillionen, dass komplexe Systeme letztendlich nachhaltiger und stabiler sind als einfache und nur vordergründig hocheffiziente Systeme. In der Verbindung mit neuen und bisher nicht angedachten Nutzungen liegt die Zukunft. Die interdisziplinäre Bearbeitung des Projektes durch Architekt und RZ-Spezialist ist hier Konzept und Lösungsansatz zugleich.


Nutzen

Das Denken mit Kreisläufen, welche umwelt- und ressourcensparend sind, nimmt notgedrungen zu, da die Energie und Ressourcen zunehmend als begrenzt erkannt werden. Den effizienten und nachhaltigen Umgang damit können wir von den natürlichen Prozessen bestens lernen. Diese sind geprägt durch hohe Synergie, Vernetzung und Komplexität. Jede Technik, auch die der Datenverarbeitung, wird sich an über Jahrmillionen bewährten Prinzipien orientieren müssen. Dies wird im Jahr 2030 / 2050 sicherlich noch mehr der Fall sein als heute. Unser „algenatives Rechenzentrum“ zeigt den ersten Schritt in diese Richtung auf, es öffnet sich neuen und bisher nicht angedachten Lösungskombinationen. Im Jahr 2030 / 2050 wird man solch nachhaltiges und an den Prozessen der Natur orientiertes Denken für selbstverständlich halten.


Eingereicht von:

 

Oliver Fronk

Sales Manager, PRIOR1 GmbH

Seit 2011 Sales Manager der PRIOR1 GmbH mit Sitz in St. Augustin, mitverantwortlich für den Vertrieb von Rechenzentrumslösungen, sowie für den Bereich von Risiko-, Energieeffizienz- und Machbarkeitsanalysen.
Gründer der ARA Advanced Reliability Alliance, Kooperation aus strategisch führenden Unternehmen der RZ Branche
 

Bernd Schenk

selbstständiger Architekt

Seit mehr als 30 Jahren Inhaber eines eigenen Architekturbüros, seit 20 Jahren in Frankfurt a. Main. Neben zahlreichen Bauten für die öffentliche Hand mit Schwerpunkt Sanierung und Brandschutz sind die Beschäftigung mit erneuerbaren Energien und die Teilnahme an interessanten Wettbewerben zentrale Punkte der beruflichen Tätigkeit.

 

Bilder zum Projekt:





ABSTIMMEN UND GEWINNEN

 

An dieser Stelle können Sie ab dem 20.02. darüber abstimmen, welches Projekt Ihrer Meinung nach den Publikumspreis verdient.
 

Mitmachen lohnt sich:

Unter allen Teilnehmern werden 3x zwei Eintrittskarten für die große Gala zur Verleihung des Deutschen Rechenzentrumspreises im Wert von je ca. 400,00 Euro verlost.



Wir wünschen viel Glück!