Nach Diesel-Gipfel: Die OSB Alliance empfiehlt offenen Quellcode zur Vertrauensbildung

Software zur Motorensteuerung sollte Open Source sein

| Autor: Ludger Schmitz

Die Diesel-Affäre ist mit neuer Closed-Source-Software nicht ausgestanden.
Die Diesel-Affäre ist mit neuer Closed-Source-Software nicht ausgestanden. (Bild: Harry Hautumm / pixelio.de)

Der „Dieselgipfel“ hat nicht mehr gebracht als das Versprechen einer neuen Steuerungssoftware für luftverpestende Motoren. Vertrauen, das die Software diesmal nicht schummelt, schafft das noch lange nicht, kritisiert die Open Source Business Alliance und empfiehlt Open Source.

Ein Software-Update soll den Schadstoffausstoß von Dieselmotoren, so verlautete vom „Diesel-Gipfel“, um 15 bis 25 Prozent senken. Damit sind die betroffenen Motoren immer noch lange nicht im Bereich der EU-seitig vorgegebene Werte. Und das hat mit Ausnahme der Gipfelteilnehmer aus Autoindustrie und Bundesregierung für breiten Unmut gesorgt. Ob die künftige Software ohne Schummeleien auskommt, wird sich bestenfalls in realistischen Verkehrstest am Auspuff messen lassen. Nachweisbar ist es nicht, weil die Software Closed Source ist, nicht nachvollziehbar.

Kann man sich auf das Wort der KFZ-Industrie verlassen?

Das hat die Open Source Business Alliance, ein Verband von Open-Source-interessierten IT-Unternehmen, Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Privatpersonen, auf den Plan gerufen. Sie empfiehlt in einer Pressemitteilung, den Quellcode der Softwareupdates offenzulegen. Den könnten dann unabhängige Experten prüfen. „Man müsste sich nicht auf das Wort der KFZ-Industrie verlassen, deren Glaubwürdigkeit im Moment angeschlagen ist.“

Der Verband rät, dass „offener Programmcode entscheidend zur Glaubwürdigkeit beiträgt und keinesfalls entscheidende oder geheime Informationen preisgibt“. Durch Offenheit und Transparenz ließe sich Vertrauen wieder gewinnen. Außerdem könnten andere Softwareentwickler „neue Impulse und hilfreiche Ideen zur Lösung des Dieselproblems“ einbringen.

Es gibt noch mehr Problembereiche

Der Autor dieser Nachricht hat sich vor fast zwei Jahren, als die Affäre um manipulierte Motorensteuerung begann, in einem Blog-Beitrag für die Open Source Business Alliance mit dem Thema beschäftigt. Dabei war er einen Schritt weiter gegangen und hatte nicht nur die Überprüfung des Sourcecodes der Motorensteuerung gefordert. Vielmehr schrieb er: „In allen Bereichen, in denen es um die Sicherheit von Mensch und Natur geht, sollte Open-Source-Software vorgeschrieben sein. Vertrauen gibt es nicht ohne Offenheit. So einfach ist das.“ Übrigens stimmt der darauf folgende Satz offenbar auch nach zwei Jahren unverändert: „Doch dafür dürfte die Zeit noch nicht reif sein.“

* Ludger Schmitz ist freiberuflicher Journalist in Kelheim.

Was meinen Sie zu diesem Thema?

Schreiben Sie uns hier Ihre Meinung ...
(nicht registrierter User)

Kommentar abschicken
copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 44824771 / Software on premise)