Millionenverluste: Software-Fehler des Jahres 2012

Software-Fehler kostet Börsenhändler 440 Millionen Dollar in 45 Minuten

| Redakteur: Ulrich Roderer

Vor allem die Finanzbranche liefert immer wieder spektakuläre Softwarefehler die Millionen kosten.
Vor allem die Finanzbranche liefert immer wieder spektakuläre Softwarefehler die Millionen kosten. (Bild: © V. Yakobchuk - Fotolia.com_18577619_XL)

Die zehn gravierendsten Software-Fehler des vergangenen Jahres verursachten nicht nur hohe finanzielle Schäden, sondern führten auch zu Imageverlusten für die betroffenen Unternehmen. SQS legt zum dritten Mal in Folge eine Liste vor. Sie basiert auf einer weltweiten Umfrage unter SQS-Beratern.

Weiterhin scheint es vor allem die Finanzbranche zu sein, die mit Systemfehlern zu kämpfen hat. Die Software-Pannen dieser Branche dominierten die Top Ten-Listen aller vergangenen drei Jahre. 2012 kämen fünf der Top Ten-Fehler aus dem Bereich der Finanzdienstleistung. Ein Hauptgrund sind schlecht gewartete Altsysteme bei Banken und Börsenunternehmen.

440 Millionen Dollar in 45 Minuten

Die frisch installierte Software eines Börsenhandelsunternehmens verursachte einen Schaden von 440 Millionen US-Dollar, nachdem sie innerhalb von 45 Minuten eine große Menge von über hundert verschiedener Aktiensorten an- und wieder verkaufte. Ein fehlerhafter Software-Algorithmus erwarb die Aktien zum Marktpreis und stieß sie zu Angebotspreisen wieder ab, wodurch bei jeder einzelnen Transaktion mehrere Cents verloren gingen. Der rege Handel trieb die Preise der betroffenen Aktien schnell nach oben. Das führte zu spektakulären Verlusten des Börsenhändlers, als dieser die vorübergehend überbewerteten Aktien zu einem niedrigeren Preis wieder verkaufen musste.

Börse muss eigenen Börsengang zurückziehen

Ein Börsenunternehmen sah sich gezwungen, seinen Börsengang über das hauseigene Handelssystem abzubrechen. Ursache war ein blamabler Computerfehler, der einen schwerwiegenden technischen Fehler auf der eigenen Handelsplattform verursachte. Das Problem trat sofort auf, als die Börse den Ticker der Aktie darstellen sollte und dabei nicht in die übliche kontinuierliche Handelsroutine überging. Dadurch kam der Handel mit der Aktie zum Erliegen, bevor er überhaupt begonnen hatte.

Börsengang eines Social-Media-Giganten mit Hindernissen

Technologieprobleme beeinträchtigten den Handel mit Aktien eines großen Social-Media-Portals, nachdem wegen Software-Fehlern das System für den Aktienhandel Kaufgebote und -annullierungen nicht korrekt verarbeitete. So wurden Bestellungen entweder falsch oder gar nicht durchgeführt. Diese Panne beeinträchtigte den Handel mit nicht weniger als 30 Millionen Aktien.

Erneut Bedienprobleme bei US-Wahlen

Computerprobleme führten zu weitverbreiteten Beschwerden bei den US-Wahlen 2012, nachdem Bürger von zahlreichen Schwierigkeiten mit Wahlmaschinen berichteten. Ein Fehler beim Bedienen des Touchscreens führte zum Beispiel dazu, dass die Maschine die Kandidatenauswahl selbsttätig veränderte, die Wähler dies aber nicht mehr rückgängig machen oder anderweitig korrigieren konnten.

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Beschreibung zutreffend, Analyse mangelhaft Die vorliegende Aufzählung von aufsehenerregenden...  lesen
posted am 22.11.2013 um 11:13 von Unregistriert


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