Definition: SDDC und SDI

Software Defined Datacenter und als nächstes: Software Defined Infrastructure

| Autor / Redakteur: Filipe Pereira Martins und Anna Kobylinska* / Ulrike Ostler

Software Defined Datacenter (SDDC) stellen die IT-Infstrauktur ggregiertund virtualisiert als Service bereit: IT-as-a-Service (ITaaS).
Software Defined Datacenter (SDDC) stellen die IT-Infstrauktur ggregiertund virtualisiert als Service bereit: IT-as-a-Service (ITaaS). (Bild: Google/ google.com/datacenters)

Die Begriffe Software Defined Datacenter (SDDC), ursprünglich geschmiedet durch den Virtualisierungsplatzhirsch VMware, und Software Defined Infrastructure (SDI), aus dem Hause Intel, werden oft austauschbar benutzt, obwohl sie sich in ihrer Bedeutung eigentlich wesentlich voneinander unterscheiden.

Der Begriff SDDC, softwaredefiniertes Datencenter (Englisch: Software Defined Datacenter), wurde ursprünglich durch VMware geschmiedet. SDDC bezeichnet ein Rechenzentrum, dessen gesamte IT-Infrastruktur vollständig virtualisiert wurde (alternative Bezeichnung: ein virtuelles Datencenter oder VDC).Dies beinhaltet die Virtualisierung der Compute-Ressourcen (Server-Virtualisierung), des Massenspeichers (softwaredefinierter Speicher (Englisch:Software Defined Storage oder SDS) sowie der Netzwerk-Infrastruktur (softwaredefiniertes Netzwerk ( Englisch: Software Defined Networking oder SDN) einschließlich sämtlicher Cybersicherheit-Systeme.

Die Infrastruktur eines softwaredefinierten Datencenter wird aggregiert, virtualisiert und in Form von Diensten bereitgestellt (ITaaS oder IT-as-a-Service). Die Benutzer greifen auf die eigentlichen Ressourcen „unter der Haube“ via eine Abstraktionsschicht mit Hilfe von API-Aufrufen zu.

Die Abstraktionsebene der Infrastrukturvirtualisierung schafft eine logische, sicherheitsüberwachte Laufzeitumgebung und entkoppelt die Anwendungen von der darunterliegenden Hardware. Die Provisionierung, die Konfiguration und der Betrieb der Infrastruktur lassen sich so vollständig in Software steuern, überwachen und automatisieren.

Zu den Vorteilen eines softwaredefinierten Rechenzentrums zählen unter anderem:

  • verbessertes Kapazitäts-Management (dank Werkzeugen wie „Truesight Operations Management“ von BMC Software, Inc. oder „Unified Infrastructure Management“ von CA Technologies),
  • intelligentes Konfigurations-Management,
  • Möglichkeiten zur Umsetzung von Private-, Public- und hybriden Clouds im Datencenter und Multi-Cloud-Managementfähigkeiten, zum Beispiel mit Hilfe von Werkzeugen wie „Turbonomic Application Performance Control“ auf „Mesosphere DC/OS“,
  • eine erhöhte operative Effizienz, unter anderem dank erweiterter Monitoring-Fähigkeiten,
  • bedarfsgerechte, agile Provisionierung durch die Benutzer — die Unternehmensbereiche und Fachabteilungen — unter Gewährleistung horizontaler Skalierbarkeit,
  • eine reduzierte Abhängigkeit von einzelnen Hardware-Herstellern, zum Beispiel beim Einsatz von VMware,
  • die Fähigkeit, sämtliche Infrastrukturanforderungen der Benutzer in Code zu erfassen und zu orchestrieren,
  • höhere Ausfallsicherheit,
  • eine höhere Rentabilität im Vergleich zu konventionellen Ansätzen.

SDDC-basierte Rechenzentren zeichnen sich durch erweitert Fähigkeiten zur Selbstanalyse, Selbstdiagnose, Selbstskalierung, und Selbstheilung aus. Der SDDC-Ansatz ermöglicht die Einbindung künstlicher Intelligenz (KI) zur Steuerung und Optimierung der internen Betriebsabläufe. So konnte beispielsweise Googles neuronale Netzwerk „Deep Mind“ den Energieverbrauch der betroffenen Datencenter nach der ursprünglichen Lernphase praktisch über Nacht um rund 40 Prozent reduzieren (siehe: „KI und Big Data modellieren Datacenter für mehr Effizienz“).

Der SDDC-Ansatz ermöglicht die Entstehung neuer Lösungen rund um die Cybersicherheit des Rechenzentrums mit künstlicher Intelligenz im Rücken. Künstliche Intelligenz gilt als der wichtigste Hoffnungsträger der Cybersicherheit. Eindringlingserkennungssysteme mit Fähigkeiten zum maschinellen Lernen werden benötigt, um bisher unbekannten, hochentwickelten Multi-Vektor-Attacken — möglicherweise in Echtzeit — Einhalt zu gebieten.

DCIM gehört dazu

Das Software Defined Datencenter umfasst das Infrastruktur-Management, das so genannte DCIM (Englisch: Datacenter Infrastructure Management). Hierbei handelt es sich um spezialisierte Softwarelösungen zur Verwaltung der IT-Infrastruktur während ihrer gesamten Nutzungsdauer. Diese Lösungen unterstützen unter anderem laufende Wirtschaftlichkeitsanalysen des Betriebs der IT-Systeme, die langfristige Kapazitätsplanung im Rahmen des aktuellen Geschäftsmodells sowie das Gebäude- und Energiemanagement unter Berücksichtigung der Energieeffizienz.

Software-definierte Umgebungen erfordern allerdings das Überdenken vieler IT-Prozesse einschließlich der Servicebereitstellung, Service-Aktivierung und Service-Assurance sowie der Automatisierung und der Dienstabrechnung. Eine ganzheitliche Lösung gibt es derzeit nicht; die Umsetzung des SDDC-Paradigmas in die Praxis erfordert die Integration zahlreicher Teillösungen zu einem vereinheitlichten System.

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Software Defined Infrastructure (SDI)

Der Begriff SDI, softwaredefinierte Infrastruktur (Englisch: Software Defined Infrastructure) wurde ursprünglich von Intel erfunden und hat einen breiteren Anwendungsbereich als SDDC. Das Konzept einer softwaredefinierten Infrastruktur (SDI) umfasst alle Einrichtungen und Anlagen in der Wirtschaft, sofern sich diese per Software (fern)steuern lassen.

SDI findet insbesondere im Kontext von Smart Cities sowie in Bezug auf die Telekommunikation und andere Dienstleistungen wie das Gesundheitswesen, der digitalisierten Versorgungskette und nicht zuletzt auch Industrie 4.0 Anwendung (Stichwort Smart Factory). Hierbei kommt der IoT-Sensorik physischer Infrastrukturbausteine und ihrer drahtlosen Konnektivität eine zentrale Bedeutung zu.

Der SDDC-Ansatz schafft eine vereinheitlichte, virtualisierte Rechenzentrumsplattform für skalierbare, verteilte Anwendungen. SDI stellt wiederum die Anbindung der realen Wirtschaft und der betriebsinternen Abläufe in Unternehmen an Anwendungen im Datencenter her (darunter Business Intelligence).

Software verzahnt die physische Infrastruktur der realen Wirtschaft mit Hilfe von IoT-Sensorik mit Anwendungen im Datencenter. So entstehen — mit künstlicher Intelligenz aus dem Rechenzentrum im Rücken — kognitive, also wahrnehmungsfähige und potenziell autark agierende, Steuerungssysteme der realen Wirtschaft. In diesem Sinne vollzieht der softwaredefinierte Ansatz der Datencenter-Virtualisierung einen Brückenschlag zwischen der realen Welt (Hardware-Ebene) und digitalen Steuerungssystemen (Software-Ebene).

*Das Autoren-Duo

Filipe Pereira Martins und Anna Kobylinska arbeiten für die Soft1T S.a r.l. Beratungsgesellschaft mbH, McKinley Denali Inc.(USA).

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