Startup Asperitas propagiert „Immersed Computing“

Server in Öl gebadet

| Autor: Ludger Schmitz

Isoliert in einem voluminösen Schrank (links) sind Server in Öl als primärem Kühlkreislauf ohne Pumpen isoliert. Hier findet auch der Wäremeaustausch mit einem Wasserkreislauf (rechte Seite) statt, dessen Energie sich anderweitig nutzen lässt.
Isoliert in einem voluminösen Schrank (links) sind Server in Öl als primärem Kühlkreislauf ohne Pumpen isoliert. Hier findet auch der Wäremeaustausch mit einem Wasserkreislauf (rechte Seite) statt, dessen Energie sich anderweitig nutzen lässt. (Bild: Asperitas)

Asperitas, ein junges Unternehmen aus der Nähe von Amsterdam, stellt ein Kühlkonzept vor, bei dem Server völlig in Öl getaucht werden. Auf bewegliche Teile wird dabei verzichtet.

Die Städte Amsterdam und Stockholm möchte grundsätzlich die Abwärme von Rechenzentren dort nutzen, wo Wärme gebraucht wird. Offenbar hat das die Gründer des Startups Asperitas motiviert, ein Kühlsystem für IT-Anlagen mit besonders hoher Effizienz zu entwickeln. Auf der Data Centre World and Cloud Expo Europe soll es in diesem Monat vorgestellt werden.

Öl absorbiert Hitze viel besser als Luft

Die Grundidee ist nicht so neu: Man tauche die elektronische Komponenten in eine nicht-leitende Flüssigkeit, welche die Betriebswärme aufnimmt. Geeignete Flüssigkeiten können bei gleichem Volumen und gleicher Temperatur 1500 Mal so viel Hitze absorbieren wie Luft. Die in diesem ersten Kreislauf zirkulierende Flüssigkeit gibt in einem Wärmetauscher ihre Energie an eine Wasserkühlung ab. Die so gekühlte Flüssigkeit im primären Kreislauf wird wieder zu den Hitzequellen transportiert, womit der Kreis komplett ist.

Es gibt inzwischen verschiedene Verfahren der Flüssigkühlung. Selbst bis runter in den PC-Markt sind Techniken am Markt, die aber vorzugsweise wie bei Luftkühlern auf den heißesten Bauteilen aufsitzen. Das funktioniert, ist aber noch nicht sehr energiesparend.

98 Prozent der Hitze von Computern weiterverwenden?

Das Konzept von Asperitas ist radikaler. Zum einen wird hier das komplette Serverboard vollständig in Öl getaucht. Der Fachbegriff heißt Immersed, also getauchtes Computing. Sämtliche Betriebswärme geht also auf diese Kühlflüssigkeit über. Zum anderen ist der primäre Kühlkreislauf so konstruiert, dass er keine Pumpen braucht. Ausschließlich thermische Energie sorgt für die Zirkulation des erhitzten Öls von den IT-Bauteilen zum Wärmetauscher, von wo sich der Kreis schließt.

Im Wärmetauscher gibt das Öl seine Hitze an Wasser ab. Nach Angaben von Asperitas lassen sich so 98 Prozent der Hitze von Computern weiterverwenden. Das erhitzte Wasser könnte man dort nutzen, wo Wärme gebraucht wird. Dabei denkt das junge Unternehmen vor allem an Industrieanlagen, die Wärme brauchen. Um den Energieverlust auf dem Transportweg zu minimieren, empfiehlt Asperitas eine räumliche Nähe von Rechenzentren und geeigneten Industrieanlagen.

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