Im IAIT-Labor getestet: Freestor von Falconstor

SDS-Plattform mit umfassenden Analysewerkzeugen

| Autor / Redakteur: Götz Güttich / Rainer Graefen

Der Reiter mit den Einstellungen dient nicht nur zum Konfigurieren der einzelnen Server, sondern bietet auch Settings für das Gesamtsystem.
Der Reiter mit den Einstellungen dient nicht nur zum Konfigurieren der einzelnen Server, sondern bietet auch Settings für das Gesamtsystem. (Bild: Institut zur Analyse von IT-Komponenten (IAIT))

Mit „Freestor“ bietet Falconstor eine SDS-Plattform, die vor allem durch leistungsfähigen Verwaltungs- und Analyse-Tools auf sich aufmerksam macht. Außerdem bringt das Produkt Replikations- und Hochverfügbarkeitsfunktionen mit. Das IAIT-Testlabor hat sich angesehen, wie eine Freestor-Umgebung installiert wird und wie das System in der Praxis funktioniert.

Falconstors Freestor besteht im Wesentlichen aus zwei unterschiedlichen Komponenten: Zunächst einmal den Freestor Speicher-Servern, die zum Einsatz kommen, um die Storage-Komponenten im Unternehmen zu abstrahieren, zu einem gemeinsamen Speicher-Pool zusammenzufassen und sie dann den Clients zur Verfügung zu stellen. Die Storage-Server lagen uns zum Testzeitpunkt in der Version 9.0 vor.

Die zweite Komponente ist der Freestor Management-Server. Dieser lag zum Testzeitpunkt in der Version 10.0 vor. Er übernimmt die Verwaltung die Speicherumgebung und bietet den Administratoren darüber hinaus die Möglichkeit, mit Hilfe umfassender Analysefunktionen einen genauen Aufschluss über die Performance, die Auslastung und weitere Betriebsdaten der Storage-Installation zu erhalten. Freestor stellt den Administratoren zudem Kapazitätsprognosen bereit, die Nutzungstrends analysieren und voraussagen, wie lange der vorhandene Speicher vermutlich noch ausreichen wird.

Der Test

Freestor ist entweder in Appliance-Form oder als virtuelle Appliance beziehungsweise als Software erhältlich. Für unseren Test stellte Falconstor zwei Images von virtuellen Appliances zur Verfügung, einmal von einem Storage-Server und einmal von einem Management-Server.

Die Images, die als OVF-Datei geliefert wurden, wurden in eine Virtualisierungsumgebung auf Basis von „Vmware ESXi 6.5“ importiert. Der Storage-Server wurde in derTestumgebung zweimal eingerichtet, zunächst einmal, um die zweite Instanz mit anderen Clients zu verbinden als die erste, zum zweiten, um die Replikation auf andere Server auszuprobieren und zum Dritten, um einen Hochverfügbarkeits-Cluster mit den beiden Speicher-Servern aufzubauen.

Sobald die drei virtuellen Maschinen in der Virtualisierungsumgebung zur Verfügung standen, machte sich das Testteam mit dem Management- und Analysewerkzeug des Produkts vertraut und verband die Speicherlösung mit lokalen Speicherkomponenten. Diese stellten sie dann diversen Clients als virtuelle Laufwerke zur Verfügung. Anschließend verwendeten sie die virtuellen Laufwerke im täglichen Betrieb, analysierten die Nutzung mit dem Web-Interface, richteten eine Replikation ein, arbeiteten mit Snapshots sowie Mirrors und machten uns zum Schluss daran, eine Failover-Umgebung zu implementieren.

Das Bereitstellen des ersten virtuellen Laufwerks

Nach der Inbetriebnahme der VMs loggten sich die Tester bei dem Web-basierten Management-Werkzeug ein und fügten zunächst die vorhandenen Storage-Server zur Freestor-Umgebung hinzu. Danach aktivierten sie unter „Manage/Settings“ den iSCSI-Target-Mode für beide Speicher-Server, damit diese als iSCSI-Systeme nutzbar waren.

Anschließend legten sie die Authentifizierungsmethode fest. Hier unterstützt Freestor neben dem „Microsoft Active Directory“ auch einen LDAP-Server und eine lokale Authentifizierung. Das Testteam entschied sich an dieser Stelle für das Active Directory (AD) und beim Verbindungsaufbau zum AD-Server unter „Windows Server 2016“ traten keine Probleme zu Tage.

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Das Fazit des Tests

Jetzt wendeten sich die Tester der Aufgabe zu, die physikalischen Speichergeräte in die Umgebung einzubinden und Storage Pools zu erzeugen. Beim Anlegen des Pools genügt es, einen Namen zu vergeben und das gewünschte Gerät einzufügen. Danach steht der jeweilige Pool für die Arbeit zur Verfügung.

Der erste virtuelle Speicher

Nach dem Abschluss dieser Tätigkeiten, richteten sie unter „Manage/Settings“ ein Konfigurations-Repository ein, in dem eine ständig aktualisierte Version unserer Server-Konfiguration abgelegt wurde. Anschließend legten sie unter „Manage/Virtual Devices“ das erste virtuelle Speichergerät an.

Sobald virtuelle Geräte verfügbar sind, haben die Administratoren auf Wunsch die Möglichkeit, sie in Gruppen zusammenzufassen, einen Mirror sowie eine Replikation einzurichten oder auch so genannte Time Marks zu aktivieren, die einen Snapshot eines virtuellen Geräts darstellen.

Jetzt war es nur noch erforderlich, das virtuelle Device einem Client zuzuweisen. Im Test verwendeten die Tester zu diesem Zweck den iSCSI-Initiator auf einem „Windows Server 2008 R2“. Dort gaben sie unter „Schnell verbinden“ als Ziel die IP-Adresse des iSCSI-Interfaces des zuvor konfigurierten Storage-Servers an, das sie mit einem Netzwerk-Interface auf dem Windows-Server verbunden hatten, das im gleichen Subnetz arbeitete.

Die Clients werden angelegt

Anschließend ließ sich im Freestor-Web-Interface unter „Manage/Clients“ der Client anlegen. Außerdem fügten sie dem Client zu diesem Zeitpunkt auch gleich noch den Initiator hinzu. Dazu mussten die vorhandenen Initiatoren lediglich gescannt werden (da sie zuvor bereits über „Schnell verbinden“ mit dem Speicher-Server kommuniziert hatten, kannten sie den Initiator des Windows-Systems zu diesem Zeitpunkt bereits) und via „Add“ hinzufügen. Damit war die Konfiguration des Clients abgeschlossen.

Nachdem der Client existierte, konnten die Tester die Bereitstellung des virtuellen Speichergeräts abschließen. Dazu fügten sie im Web-Interface des virtuellen Device zum Client hinzu, starteten Windows neu und führten danach im Windows-iSCSI-Initiator eine Geräte-Autokonfiguration durch.

Daraufhin verband sich das System mit der virtuellen Festplatte und diese fand sich in der Windows-Datenträgerverwaltung als „FALCON IPSTOR DISK SCSI Disk Device“. Nachdem das Gerät über die Datenträgerverwaltung online gesetzt, initialisiert, formatiert und mit einem Laufwerksbuchstaben versehen worden war, konnte das Testteam es auf dem Windows-System wie eine lokale Festplatte nutzen.

Methode zwei

Es gibt übrigens eine noch einfachere Methode, um Clients mit virtuellem Speicher zu versorgen. Diese testete das IAIT-Labor auf einem „Windows Server 2012 R2“. Hier war es erforderlich, im Management-Interface ein Benutzerkonto für den betroffenen Client anzulegen und diesem einen Storage-Pool zur Verfügung zu stellen.

Danach installierten die Tester den „Falconstor Intelligent Management Agent“ (IMA) auf dem Client und starteten den iSCSI-Initiator-Dienst. Anschließend fügten sie den entsprechend vorbereiteten Server auf Client-Seite zu unserem Windows Server 2012 R2-System hinzu. Dazu ließen sie im IMA Management-Interface die Server-Discovery laufen, die prompt die beiden in unserem Netz vorhandenen Speicher-Server fand. Nach der Auswahl des richtigen Server-Systems mussten wir lediglich die Credentials für den Server-Zugriff angeben, iSCSI als Protokoll aktivieren und auf "OK" klicken.

Jetzt hatten wir Zugriff auf das Speichersystem und konnten über die IMA Management-Konsole eine neue Disk hinzufügen. Nachdem wir diese mit Hilfe der Windows-Bordmittel initialisiert und formatiert hatten, ließ sie sich ebenfalls wie ein lokales Laufwerk nutzen.

Die Analysefunktionen

Im Betrieb von besonderer Bedeutung sind die bereits erwähnten Analysefunktionen. Sie bieten den Verantwortlichen Gelegenheit, diverse Inventory-Ansichten zu den vorhandenen Servern, virtuellen Geräten, physikalischen Devices, Klienten und Kunden (für Multi Tenancy-Umgebungen, also Installationen mit mehreren Mandanten) aufzurufen. Unter „Capacity Management“ finden sich im Gegensatz dazu Informationen über den vorhandenen physikalischen und virtuellen Speicher, die Storage Pools, die Snapshot-Ressourcen und vieles mehr.

Interessanter stellt sich der Punkt „Performance Monitoring“ dar, der genau über die Leistung (Durchsatz, IOPS und Latenz) der virtuellen und physikalischen Geräte, der Clients, der Fibre Channel-Targets sowie der iSCSI-Targets und ähnliches informiert. Das gleiche gilt für den Server-Durchsatz.

Unter „Server Load“ stehen den IT-Mitarbeitern detaillierte Daten zur CPU-Last, der Speichernutzung, der Auslastung der System-Disks und dem Netzdurchsatz der einzelnen Server zur Verfügung. Interessant ist auch der Bereich „Trends“; denn dieser zeigt für die vergangene Woche, den vergangenen Tag, die vergangenen Stunden und in Echtzeit an, wie sich die Kapazität, die Auslastung und die Leistung einzelner Server sowie virtueller oder physikalischer Devices entwickelt haben.

Die Voraussage der voraussichtlichen zukünftigen Speichernutzung versetzt die zuständigen Mitarbeiter dazu in die Lage, anhand von in der Vergangenheit gesammelten Nutzungsdaten den künftigen Speicherverbrauch zu extrapolieren. Dabei gibt die Lösung an, wie stark die Speicherauslastung jeden Tag wachsen wird und wie viele Tage es dauert, bis der vorhandene Speicher zu 90, zu 95 oder zu 100 Prozent voll ist. Außerdem zeigt das Tool an, wie voll der Speicher voraussichtlich in einer Woche, einem Monat, drei Monaten, sechs Monaten und einem Jahr sein dürfte.

Der weitere Test

Nachdem sich das Testlabor durch den Funktionsumfang des Verwaltungswerkzeugs hindurchgearbeitet hatte, passte es die Konfiguration im Test genauer an die eigenen Bedürfnisse an. So fügten die Tester diverse neue Clients unter Linux und Windows zur Speicherumgebung hinzu, richteten eine Replikation für eines der virtuellen Laufwerke ein (die sofort im Anschluss daran ihre Tätigkeit aufnahm), arbeiteten erfolgreich mit Snapshots, Mirrors sowie den Analysefunktionen und konfigurierten zum Schluss eine Failover-Umgebung mit zwei Speicher-Servern, die sich problemlos in Betrieb nehmen ließ.

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