Das IT-Automatisierungspardoxon

SDDC bedeutet Automatsisierung und setzt sie voraus

| Redakteur: Ulrike Ostler

Welche Vorteile und Vränderungen würde die Automatisierung von IT-Prozessen mit sich bringen? N = 156
Welche Vorteile und Vränderungen würde die Automatisierung von IT-Prozessen mit sich bringen? N = 156 (Bild: Freedom Dynamics/Fujitsu)

Derzeit sieht alles nach einem Nebeneinander aus: Cloud-insbesondere die public Cloud, wird weder die private cloud noch klassische IT komplett verdrängen; im Gegenteil managed clouds und die Kombination sämtlicher Spielarten sowie Edge-Computing sind im Kommen. Allerdings: IT-Betrieb wie bislang, überfrachtet mit Routinen für die Admins, geht gar nicht mehr.

Die Hälfte der befragten Unternehmen übernehmen bereits Software-defined Datacenter-Konzepte (SDDC) – 24 Prozent - oder planen zu 24 Prozent, dies zu tun, besagt die Studie „The Impact of Automation on IT Operations, Are you ready for the software-defined datacentre?”, die Freeform Dynamics im Auftrag von Fujitsu im Juni 2017 erstellt hat. Die Frage ist allerdings, ob die IT-Abteilungen auch zureichend vorbereitet sind.

Das sind die bei den befragten die beliebtesten SDDC-Plattformen
Das sind die bei den befragten die beliebtesten SDDC-Plattformen (Bild: Fredom Dynamics/Fujitsu)

Software-Defined ist mehr als die Virtualisierung von Servern, das Konzept erstreckt sich auch die komplette IT-Infrastruktur. Die Ressourcen sollen quasi per virtuellem Knopfdruck, als Softwarebefehl, gesteuert über Regeln und sogar per Künstlicher Intelligenz, zur Verfügung gestellt, organisiert verschoben werden, also automatisiert. Das klingt nach Entspannung für IT-Leiter und Administratoren, doch tatsächlich stehen mangelndes Budget, das Verhaftetsein in administrativen Routineaufgaben, die Komplexität der IT im Allgemeinen und der Umstellung auf SDDC im Besonderen der Umstellung im Weg.

Es ist ein Paradoxon: SDDC bedeutet die Chance auf Automatisierung, aber um die Chancen zu nutzen, muss automatisiert werden. Somit nimmt der Druck auf die IT-Infrastruktur und die operativen Prozesse ständig zu, ohne Anzeichen auf baldige Besserung: Tatsächlich geben mehr als drei Viertel der Umfrageteilnehmer an, der Druck steige „schnell“ oder „stetig“.

Der Druck auf die IT in den Unternehmen zum Automatisieren steigt.
Der Druck auf die IT in den Unternehmen zum Automatisieren steigt. (Bild: Freeform Dynamics/ Fujitsu)

Dies hat zur Folge, dass einige IT-Abteilungen in der Bedrouille stecken oder darauf zusteuern: Eine von sieben IT-Führungskräften (14 Prozent) gibt an, dass ihre Abteilungen „schlecht“ oder „sehr schlecht“ darin sind, neue oder sich ändernde Geschäftsanforderungen zu unterstützen. Jeder zehnte Teilnehmer hat zudem Schwierigkeiten, IT-Risiken unter Kontrolle zu halten.

Diskrepanz zwischen Wollen und Können

Denn die ITler verbringen mehr Zeit mit administrativen Plattform- oder Infrastruktur-Management-Aufgaben als mit Recherche und Planungen für die Zukunft. Ein Drittel der befragten IT-Leiter (32 Prozent) ist der Meinung, dass ihre Mitarbeiter in einer idealen Welt weniger oder viel weniger administrative Aufgaben erledigen müssten.

Im Umkehrschluss würden über die Hälfte (56 Prozent) diese Zeit lieber mit Zukunftsplanungen verbringen. Fünfzig Prozent würden ihre Zeit gerne zur Koordination und Zusammenarbeit mit Anderen verwenden, um so die IT-Infrastruktur und die Prozesse zu verbessern.

Sie sehen, dass die IT-Prozesse dringend automatisiert gehörten, um mit dem steigendem Druck umgehen zu können und ihrem Geschäft einen Mehrwert zu verleihen. Viele geben aber gleichzeitig auch zu, dass sie bis dahin noch einen langen Weg vor sich haben.

Nur wenige haben bereits ihre IT-Prozesse automatisiert.
Nur wenige haben bereits ihre IT-Prozesse automatisiert. (Bild: Freedom Dynamics/Fujitsu)

Nur 21 Prozent der Befragten nutzen derzeit eine automatisierte, richtliniengesteuerte Ressourcenbereitstellung. 17 Prozent haben die Live-Migration von Workloads automatisiert, 12 Prozent sind auf automatisierte Selbstdiagnose und Selbstheilung angewiesen.

Die größten Hindernisse

Doch die Studienmacher haben auch genauer nach den Steinen im Weg gefragt; denn operative Herausforderungen werden durch eine Reihe unterschiedlicher Faktoren hervorgerufen. Die größten Hindernisse sind für 68 Prozent der Teilnehmer die Komplexität der Geräte, für 76 Prozent die Infrastrukturen und Plattformen.

Jeder fünfte Umfrageteilnehmer (21 Prozent) sagt, dass die Behebung von Fehlern ein wichtiges Thema für sie ist. 19 Prozent hingegen kämpfen mit dem Einsatz neuer Anwendungen und Dienstleistungen, weitere 18 Prozent beschäftigen sich hauptsächlich mit Upgrades und Rekonfigurationen.

Darüber hinaus beklagen viele IT-Abteilungen einen Fachkräftemangel (61 Prozent) und eine starke Abhängigkeit von manuellen Prozessen sowie kundenspezifischen Skripts (61 Prozent).

Zwei von fünf Teilnehmer (38 Prozent) verfügen schlichtweg nicht über genug Budget oder haben andere Prioritäten, während 29 Prozent vor der Komplexität der Systeme zurückschrecken.

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