Schwachstellen-Management

SAP-Sicherheit schützt Geschäftsprozesse

| Autor / Redakteur: Mariano Nunez* / Peter Schmitz

Nicht immer stecken komplexe Advanced Persistent Threats hinter einem erfolgreichen Angriff auf ein SAP-System. Angreifer haben verschiedene Möglichkeiten um die klassischen Sicherheitsansätze der SAP-Welt, wie GRC oder Segregation of Duties (SoD) zu umgehen.
Nicht immer stecken komplexe Advanced Persistent Threats hinter einem erfolgreichen Angriff auf ein SAP-System. Angreifer haben verschiedene Möglichkeiten um die klassischen Sicherheitsansätze der SAP-Welt, wie GRC oder Segregation of Duties (SoD) zu umgehen. (Bild: ribkhan - Fotolia.com)

Angriffe auf unsicher konfigurierte und implementierte SAP-Strukturen wirken sich unmittelbar auf unternehmenskritische Geschäftsprozesse aus. Abhilfe bieten lediglich Lösungen, die Sicherheitslücken auf dem Transaktions-Layer analysieren sowie mögliche interne wie externe Attacken in Echtzeit anzeigen.

Böswilligen Angreifern stehen umfangreiche Möglichkeiten zur Verfügung, mit denen sie klassische Sicherheitsansätze der SAP-Welt wie GRC oder Segregation of Duties (SoD) umgehen können. Wer mit einem erweiterten, neu angelegten oder gestohlenen User-Profil monatlich kleinere unauffällige Geldbeträge abzweigen will, kann sich selbst als einen fiktiven neuen Zulieferer anlegen, Rechnungen schreiben und den Betrag überweisen.

Solche Angriffe sind einfacher als man denkt. Nicht immer stecken komplexe Advanced Persistent Threats hinter einem erschlichenen Root-Zugang, der ohne Autorisierungsdaten auskommt. Auch weniger kompetente Täter können viele Angriffe durchführen. Zu einem solchen Betrug sind sowohl kompetente Hacker, aber auch Skript-Kiddies oder auch interne Mitarbeiter in der Lage.

Bedeutend sind neben dem Betrug auch die Gefahren durch Industriespionage. Schätzungen beziffern den weltweiten Schaden durch Unternehmensspionage auf rund 445 Milliarden US Dollar – nicht wenige Experten bewerten die Industriespionage als eine der größten gegenwärtig vorgehenden Verschiebungen von Vermögenswerten. Laut einer Studie (pdf) von Corporate Trust belief sich 2014 der jährliche finanzielle Schaden durch Industriespionage in Deutschland auf 11,8 Milliarden Euro. 77,5 Prozent der betroffenen Unternehmen hatten durch die Spionageangriffe einen finanziellen Schaden zu verzeichnen.

Der Schaden ist immens

Bei einem Großteil der Firmen lag der Schaden zwischen 10.000 und 100.000 Euro. Immerhin 4,5 Prozent der Unternehmen hatten dabei sogar einen Schaden über 1 Million Euro zu beklagen - ganz zu schweigen von immateriellen Schäden wie Patentrechtsverletzungen (bei 54,3 Prozent der befragten Unternehmen) und Imageschäden, die 26,8 Prozent der befragten Unternehmen erwähnten. Die meisten der Angriffe starteten der Studie zufolge in Asien (38,8 Prozent), den Staaten der ehemaligen Sowjetunion (32,6 Prozent) und Osteuropa (31,7 Prozent).

Nicht nur Unternehmen müssen sich einer solchen Bedrohung stellen: Auch Regierungen, öffentliche Behörden, Organisationen, die für die nationale Sicherheit entscheidend sind, sowie Betreiber kritischer Infrastrukturen etwa in der Stromversorgung sind potentielle Opfer von zwischenstaatlicher Spionage. Die Sicherheitsüberprüfungen, die unsere Experten bei den G2000-Unternehmen durchführen dürften, zeigen immer wieder Unternehmensspionage als Hauptrisiko auf.

Als Ultima Ratio können Cyberhacker per Shut Down ein ganzes SAP-System abschalten oder damit drohen. Von diesem Schritt hält viele potenzielle Täter wohl nur die Überlegung ab, dass sie von einem aktiven System mehr haben als von einem abgeschalteten.

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