Edge-Computing bei Insys Icom

Router-Serien um Edge-Computing-Konzept erweitert

| Redakteur: Gudrun Zehrer

In der integrierten Smartbox der Router-Serien MRX und MRO lassen sich beliebige Edge-Computing-Anwendungen umsetzen und Hardware virtuell nachbilden.
In der integrierten Smartbox der Router-Serien MRX und MRO lassen sich beliebige Edge-Computing-Anwendungen umsetzen und Hardware virtuell nachbilden. (Bild: Insys Icom)

Beim Cloud-Computing können übertragungs- und Batch-bedingte Latenzzeiten zu unerwünschten Verzögerungen der Datenverarbeitung führen: Abhilfe soll Edge Computing leisten – die Bereitstellung von Rechenleistung zwischen Datenquelle und Cloud, die der lokalen Vorverarbeitung von Daten dient.

Insys Icom hat nun den Funktionsumfang seiner Router-Serien „MRX„ und „MRO“ um ein Edge-Computing-Konzept erweitert, durch das sich die Geräte direkt vor Ort zur Kontrolle, Verarbeitung, Überwachung und Visualisierung von Anwendungsdaten einsetzen lassen. Die vorverarbeiteten Daten können bei Bedarf jederzeit an Cloud-Dienste wie „Cumulocity“ oder kundenspezifische Plattformen und Services übertragen werden. Zusätzlich sieht das Edge-Computing-Konzept von Insys Icom die Virtualisierung unterschiedlicher Hardware auf den Routern vor, die die Nutzer darin unterstützt, ihre IoT-Umgebung zu konsolidieren.

Dafür integrieren die Router-Serien die „Icom Smart Box“, eine virtuelle, auf Linux-Containern basierende Umgebung, in der sich die Edge-Computing-Anwendungen unabhängig von der eigentlichen Router-Funktion realisieren lassen. Dazu zählen Gateway-Funktionen wie die Wandlung proprietärer Protokolle in IP-Standards, Networking-Funktionen zur Einrichtung virtueller DHCP- oder DNS-Server sowie Management-Funktionen für dynamische Konfigurationsänderungen. Die bei Bedarf parallel und separat laufenden Anwendungen (so genannte Device Apps) lassen sich kombinieren und können zum Beispiel via APIs direkt miteinander kommunizieren.

Da jeder Container eine eigene IP- und MAC-Adresse hat, stehen sämtliche Sicherheits-Mechanismen des Routers wie Netzfilter, VPN oder Netzwerk-Segmentierung zur Verfügung. Die Möglichkeit, eigene Netzfilter-Regeln, zum Beispiel eine Firewall, für jeden Container separat zu definieren, gewährleistet Schutz für die einzelnen Anwendungen und eine sichere Kommunikation. Ein weiterer Vorteil besteht in den uneingeschränkten Root-Rechten, mit denen der Anwender als „root“ weitere Benutzer und deren Rechte anlegen und verwalten darf.

Default-Container erleichtert Applikationserstellung

Alle Container nutzen den gleichen Linux-Kernel und starten darüber ihr individuelles System. Ein Default-Container kann dabei mit wenigen Mausklicks aktiviert werden. Dieser erleichtert es, mit der bereits vorinstallierten Linux-Kommandozeilenumgebung, Webserver, Lua-Interpreter sowie ssh-Zugang Applikationen für die Container zu erstellen und zu verteilen (Deployment). Die Möglichkeit, die Applikationscontainer zu verschlüsseln, bietet zusätzlich Know-how-Schutz für den Ersteller eines Containers in der Smart Box.

Auf seiner Homepage stellt Insys kostenlose Democontainer mit Beispielen für Anwendungen und Umgebungen zur Nutzung und Weiterentwicklung bereit: Neben einer Debian-Umgebung mit Paketmanager steht weitere Software wie „Node-RED“, „Nagios“ oder ein MQTT-Broker zur Verfügung.

Für Entwickler, die eigene Container erstellen wollen, bietet Insys Icom bei Github zusätzlich Informationen und Werkzeuge, wie eine komplette Tool Chain. Mit Open Source lassen sich die bereitgestellten Tools sehr flexibel an die eigene Infrastruktur anpassen und Projekte, die etwa auf einem „Raspberry Pi“ entwickelt wurden, auf die professionellen, industrietauglichen Router portieren. Der Hersteller bietet zudem Serviceleistungen für die Entwicklung und Anpassung von Anwendungen.

Edge Computing zentraler Baustein der Smart IoT Plattform

Edge Computing beschreibt Insys als zentralen Baustein seiner Smart IoT Plattform, einem hoch vorintegrierten und flexiblen Ecosystem für M2M- und IoT-Anwendungen. Neben Edge Computing ermöglicht diese Multi-Protokoll-Umgebung auch eine Datenübertragung an (mobile) Endgeräte, die Einbindung kundenspezifischer Infrastrukturen wie SCADA-Systeme oder die Nutzung von Cloud-Diensten wie Cumulocity. Auch die Anbindung an IoT-Plattformen wie „Microsoft Azure“ oder „IBM Bluemix“ ist darin vorgesehen.

Hinweis: Der Artikel erschien im Original bei derElektro Technik“.

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