Red Hat veröffentlicht Enterprise Linux 7 Atomic Host

RHEL atomisiert

| Autor / Redakteur: Thomas Drilling / Thomas Drilling

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Rund ein Jahr nachdem Red Hat sein Projekt Atomic, eine minimalistische RHEL-Umgebung zum schnellen Ausrollen von Applikationen auf Basis von Docker-Containern, initiiert und bereits im November vergangenen Jahres eine erste Beta-Version vorgestellt hatte, hat Red Hat jetzt Red Hat Enterprise Linux 7 Atomic Host offiziell freigegeben.

Das konzeptionell mit Canonicals auf Ubuntu Core basierendem  Ubuntu Snappy vergleichbare Red Hat Enterprise Linux 7 Atomic Host ist dazu gedacht, schnell und einfach Docker-Anwendungscontainer zu erstellen, um Applikationen darin ausrollen zu können. Auch Parallels und anderer Hersteller verfolgen derzeit ähnliche Initiativen. Red Hat hatte eine Beta-Version von RHEL 7 Atomic bereits Ende vergangenen Jahres vorgestellt.

Schnelles Ausrollen von App-Containern

Bei Red Hat ist Atomic Host ein minimales System zum Bereitstellen essentieller Basisfunktionen, wie systemd und SELinux, sowie der für Containerisierung benötigten Kernelfunktionen, wie Namespaces zum Isolieren der Container und Control Groups (cgroups), die sich um das Zuteilen der Ressourcen des Hosts kümmern. Dabei werden Aktualisierungen nicht mehr über eine konventionelle Paket-basierte Softwareverwaltung, sondern mit Hilfe von RPM-OSTree in Form atomarer Upgrades eingespielt. Da dabei das  gesamte System wie bei einem Image aktualisiert wird, gibt es eine Rollback-Funktion,  mit der das System schnell wieder auf den vorherigen Systemzustand zurück versetzt werden kann.

Portable Container

RHEL 7 Atomic Host kann direkt auf Hardware laufen, spielt seine Stärken aber vor allen im Zusammenhang mit  Cloud-Plattformen wie RHEL OpenStack oder auf Basis eines Hypervisor wie Red Hat Enterprise Virtualization oder VMware vSphere aus . Das Konzept dahinter ist eingängig: der Red-Hat-Unterbau des Betriebssystems sorgt für die nötige Sicherheit, während die von Red Hat mit seinen Partnern geschlossenen Kooperationsverträge sicher stellen,  dass mit Atomic Host und Docker erstellte Applikationscontainer zwischen VMware Sphere/vCloud, Microsoft Azure oder Hyper-V.  Amazon Web Services und Googles Cloud Platform austauschbar  bleiben.

Zum Orchestrieren von Container-Clustern verwendet Red Hat auf das unter Führung von Google entwickelte Kubernetes-Framework.