Exchange-Archivierung

Retain 4 - Echte Datenbanken für die Archivierung nutzen

| Autor / Redakteur: Thomas Joos / Thomas Joos

Tom's Admin Blog
Tom's Admin Blog (Bild: Tom Joos)

Unternehmen, die sich auf die Archivierung in Exchange verlassen wollen, kommen kaum um ein Dritthersteller-Produkt wie Retain 4 von GWAVA herum. Das liegt zunächst an der Art der Datenspeicherung. Leider nutzt Microsoft auch in Exchange 2016 noch das veraltete, instabile und stark ausfallgefährdete Datenbanksystem Extensible Storage Engine (ESE).

Das gilt auch für die Archivierung. Die Daten lassen sich nicht in ausfallsichere und stabile „echte“ SQL-Server ablegen. Zwar verbessert Microsoft mit jeder Exchange-Version die ESE-Datenbank in Exchange, allerdings wird die Situation für Datenbank-Administratoren dadurch nicht besser.

Retain 4 unterstützt dagegen die Speicherung der archivierten Daten auf echten Datenbank-Servern. Unternehmen können MySQL 5.6x, Oracle 10/11g, MS SQL Server 2008 R2, 2012, 2014 und PostgreSQL 9 zur Ablage der Daten nutzen. Nur dadurch ist die ordnungsgemäße und dauerhafte Speicherung der Daten sichergestellt. Außerdem lassen sich die Daten in diesen Systemen leistungsstark abfragen, und einfacher exportieren, zum Beispiel für Big Data oder andere Analyse-Systeme.

Darum sind SQL-Datenbanken besser für die Archivierung geeignet

Exchange 2016 baut immer noch auf der Datenbanktechnologie von Exchange 5.5 aus den 1990ern. Der Server basiert auf der Joint-Engine-Technologie (JET). Diese Datenbank sind vor allem dann gefährdet, wenn es auf einem Server zu einem unerwarteten Absturz kommt. Microsoft möchte seit Jahren Exchange-Datenbanken in SQL-Datenbanken zusammenführen. Leider haben es die Redmonder noch immer nicht geschafft, sodass Exchange-Administratoren weiterhin mit den ESE-Datenbanken kämpfen müssen, vor allem bezüglich Sicherung und Wiederherstellung.

ESE wurde ursprünglich als Zukunfts-Datenbank-System von Microsoft entwickelt.  Alle Microsoft-Server-Produkte sollten diese Datenbank nutzen. Allerdings hat sich das schnell als undurchführbar herausgestellt, sodass nur noch Exchange und Active Directory auf dieses veraltete System setzen. Bei Active Directory spielt die Datenbank keine große Rolle, da deren Größe beschränkt ist, und die Daten ohnehin zwischen Domänencontrollern repliziert werden.

Bei Exchange versucht Microsoft seit Exchange 2003 einen Wechsel, bekommt es aber nicht hin.  Im Gegensatz zu SQL-Datenbanken, verfügen ESE-Datenbanken über keine Zugriffsmöglichkeiten durch externe Abfragen und über sehr eingeschränkte Sicherungsmöglichkeiten. Als Datenbank für die Archivierung ist ESE eher ungeeignet. ESE-Datenbank sind allerdings in Teilen besser für das Speichern von E-Mails geeignet und können schneller E-Mails speichern. Das liegt an der dynamischen Struktur von ESE und der hohen I/O-Last. Für die dauerhafte und stabile Archivierung sind diese Datenbanken aber denkbar schlecht geeignet.