Red Hat Market Place für zertifizierte Produkte

Red Hat platzierte Enterprise Virtualization 3.0 als alternative Virtualisierungs-Strategie

| Autor / Redakteur: Thomas Joos / Ulrike Ostler

Virtualisierung al la Red Hat verträgt sich mit VMware und doch positioniert der Linux-Anbieter sein Konzept als Alternative.
Virtualisierung al la Red Hat verträgt sich mit VMware und doch positioniert der Linux-Anbieter sein Konzept als Alternative.

Red Hat veröffentlicht Enterprise MRG und die neue Version seiner Virtualisierungslösung in Verbindung mit einem Marktplatz, über den Partner ihre Produkte anbieten können. Red Hat bietet einen gemeinsamen Support dafür an.

Durch diese Kombination entsteht ein Forum für Kooperation, Lösungen und Testversionen. Entwickler können Lösungen außerdem zertifizieren lassen und erhalten das Siegel „Red Hat Enterprise Virtualization-certified“.

Der Hauptbestandteil der neuen Lösung ist Red Hat Enterprise Virtualization (RHEV) für Server. Dieses besteht aus dem Hypervisor RHEV-H, sowie verschiedenen Verwaltungswerkzeugen.

Mit den Tools zur Verwaltung lassen sich auch andere Systeme verwalten, zum Beispiel Red Hat Enterprise Linux (RHEL). Ein weiteres Produkt ist RHEV für Desktops. Dieses baut auf RHEV für Server auf und bietet Funktionen zum Aufbau einer Virtual Desktop Infrastructure (VDI). Anwender verbinden sich auf die virtualisierten Desktops des Servers mit Thin-Clients.

Zugang zum Service- und Software-Marktplatz

Die Lösungen, die Unternehmen über den Red Hat Market Place in ihre Virtualisierung integrieren, binden sich über eine spezielle API (RESTful-API) direkt in Red Hat Virtualization ein. Der Vorteil dabei ist, dass Kunden dadurch kompatible Lösungen und entsprechenden Support aus einer Hand erhalten.

Im Market Place sind bereits frühzeitig Lösungen in den Bereichen Advanced Management, Security bis zu Backup, Disaster Recovery, Compliance, Capacity sowie Performance Management und Monitoring verfügbar. Namhafte Anbieter wie Acronis mit Backup & Recovery Virtual Edition 11 oder Liquidware Labs sind darunter.

Getestet mit Gütesiegel und Testversionen

Für die Produkte gibt es umfangreiche Datenblätter und Lösungsleitfäden. Interessenten können sich eine 60 Tage-Testversion von Red Hat Virtualization herunterladen und auch die Zusatzlösungen als Testversion installieren.

Darüber hinaus ist ein neues Gütesiegel mit der Bezeichnung "Red Hat Enterprise Virtualization-certified" für Anwendungen verfügbar, die über RESTful-API in Red Hat Enterprise Virtualization integriert sind. Dafür müssen die Produkte und Lösungen einen Zertifizierungsprozess durchlaufen. Alle auf dem Red Hat Market Place integrierten Applikationen sind bereits "Red Hat Enterprise Virtualization-certified".

Red Hat Virtualization als parallel zu VMware vSphere

Auch wenn Unternehmen bereits eine Virtualisierungslösung einsetzen, zum Beispiel „vSphere“ von VMware, macht der parallele Einsatz von weiteren Lösungen durchaus Sinn. Laut Red Hat verfolgen 80 Prozent der Unternehmen die auf Red Hat Virtualization setzen eine Dual-Source-Virtualisierungsstrategie, zusammen mit VMware-Virtualisierungsprodukten wie vSphere.

Red Hat ist ein Gründungsmitglied der Open Virtualization Alliance und ist in diesem Zusammenhang ein Hauptsponsor des oVirt-Projekts, bei dem es um die Entwicklung von Virtualisierungs-Management-Lösungen auf Open-Source-Basis geht.

Nach eigenen Angaben hat sich der Hersteller als ein führendes Unternehmen im Bereich Virtualization-Performance etabliert und erzielte in allen fünf SPECvirt-sc2010-Benchmarks die besten Werte, einschließlich der Topwerte bei Zwei-, Vier- und Acht-Sockelsystemen. Ebenso erreichte Red Hat Spitzenergebnisse in den Bereichen VM Density und Hosts pro Cluster.

Was zur Red Hat Virtualisierung dazu gehört

Das Management-Angebot für Red Hat Enterprise Virtualization 3.0 besteht jetzt aus einer Java-Applikation, die mit der „JBoss Enterprise Application Platform“ und „Red Hat Enterprise Linux“ (RHEL) auf Basis von Version 6.2 läuft. Bisherige Versionen waren auf C# aufgebaut und brauchten zur Verwaltung noch einen Windows-Server.

Auch jetzt noch benötigt das Verwaltungsprogramm „Administrator Console“ einen Windows-Computer mit „Internet Explorer 7“ oder neuerer Version und „.NET Framework 4.0“. Zukünftige Versionen sollen diese Abhängigkeit aber beseitigen.

RHEV nutzt den Kernel 2.6.32 aus Red Hat 6.2. Die neue Version kann virtuellen Computern bis zu 2 Terabyte Arbeitsspeicher zur Verfügung stellen und Gastsystemen 64 virtuelle Prozessoren. Das Host-System kann theoretisch bis 4096 logische Prozessoren verwalten.

Virtualisierung im Kern

Die aktuelle Version soll mehr Leistung im Netzwerk bringen und unterstützt Transparent Huge Pages (THP). Diese bieten mehr Leistung für virtualisierte Systeme. Auch der Festplattenzugriff soll sich beschleunigt haben.

Kernel Samepage Merging (KSM) bietet eine bessere Zusammenarbeit für Gäste und Host-System bei der Verwaltung des Arbeitsspeichers. Ebenfalls dabei ist Overcommitting. Hierbei handelt es sich um die Möglichkeit virtuellen Computern mehr Speicher zuzuteilen, als im Host-System verfügbar sind.

Berechtigungen und Berichte

Über die Verwaltungssoftware lassen sich Berechtigungen auch delegieren. Als Authentifizierungsgrundlage dient dann entweder Red Hats Identity Manager oder Microsoft Active Directory.

Die aktuelle Version erlaubt das Erstellen zahlreicher Berichte. Diese erstellen Administratoren über die Anwendung Jasper-Reports . Auch diese basiert auf Java.

Red Hat Virtualization will sich als Konkurrent zu VMware etablieren. Ein entscheidender Vorteil des Angebots ist der geringere Preis. Die Lizenzierung von Red Hat Virtualization 3.0 baut auf die verwendeten Prozessor-Sockel des Hosts-Systems auf, sowie den notwendigen Support.

Messaging, Realtime and Grid

Auch Red Hat Enterprise MRG (Messaging, Realtime and Grid) ist ab sofort in einem neuen Release, 2.1, verfügbar. Das Update enthält unter anderem eine die jüngste Kernel-Technik (Linux Kernel 3.0), ermöglicht die ereignisgesteuerte Datenerfassung für das Performance-Management, bietet SSL Security Mechanismen, unterstützt High Availability für den Grid Scheduler und den Grid Execute Node.

Der Autor:

Thomas Joos ist DataCenter-Insider-Blogger und freier Autor aus Bad Wimpfen.

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