Mehr Sicherheit und bessere Performance

Red Hat Enterprise Linux 6.8 veröffentlicht

| Autor: Thomas Drilling

Red Hat öffnet sein Storage-Portfolio für Partner
Red Hat öffnet sein Storage-Portfolio für Partner (Red Hat)

Red Hat hat Version 6.8 des 6´er-Zweiges seines Enterprise-Linux für Unternehmen veröffentlicht. Die neue Version unterstützt mit Libreswan nun einen offenen Standard für Virtual Networks, soll die Systemarchivierung verbessern und ermöglicht detaillierte Einblicke in die Speicherauslastung und Performance.

Red Hat pflegt als Enterprise-Hersteller traditionell drei Produkt-Zweige seines Unternehmens-Linux, was Kunden in Summe bis zu 10 Jahre Produktpflege garantiert.

Am aktuellsten ist derzeit Version 7.2. Vor wenigen Tagen hat Red Hat ein umfangreiches Update für den 6´er Zweig veröffentlicht. Red Hat Enterprise Linux 6.8 ist damit ab sofort verfügbar. Mit diesem Release 6.8 wechselt Red Hat Enterprise Linux 6 in die sogenannte "Production Phase 2", in der sich der Hersteller auf Sicherheit und Stabilität bei der Weiterentwickung konzentriert und keine neuen Features mehr implementiert. Diese währt bei Red Hat ein Jahr. Danach beginnt "Phase 3",  in der die Rothüte nur noch Security-Updates und Bugfixes nachliefern.

Mehr Sicherheit

Rund 1o Monate nach dem letzten Update verwendet die finale Version 6.8 zwar immer noch einen Kernel Linux 2.6.32, bringt aber gegenüber der Vorgängerversion zahlreiche Erweiterungen und Neuerungen. So soll etwa die Libreswan-Bibliothek, welche das VPN-Protokoll IPSec implementiert die Sicherheit in Virtual Private Networks (VPN) verbessern und ersetzt die bisherige VPN-Lösung openswan.

Ferner sollen Erweiterungen beim Client-Code für das Identity-Management (SSSD) zu einer Erhöhung der Performance beitragen und erlauben ein einfacheres Management.  

Schließlich reduziert der Cached Authentication Lookup auf der Client-Seite einen überflüssigen Austausch von User Credentials mit Active-Directory-Servern. In diesem Zusammenhang vereinfacht die Integration von adcli das Verwalten von RHEL-6.8-Systemen in einer Active Directory Domäne. Darüber hinaus unterstützt SSSD nun die Benutzer-Authentifizierung mit Smart Cards. Das gilt sowohl für das Login, wie auch für die sudo-Funktion.

Verbesserte Verwaltung

Red Hat hat bei RHEL 6.8 außerdem sein Paket-Management-Tool yum erweitert, mit dem sich Pakete nun noch einfacher hinzufügen oder abhängige Pakete nun auch in abgeschalteten Repositories lokalisieren lassen.

Darüber hinaus soll das Systemarchivierungs-Tool Relax-and-Recover (ReaR) für einen noch zuverlässigeren Systembetrieb sorgen, da Administratoren damit einfach lokale Backups im ISO-Format erstellen, zentral archivieren und bei Bedarf remote ein vereinfachtes Disaster Recovery anstoßen können.

Ferner hat Red Hat Enterprise Linux 6.8 jetzt das Tool dmstats an Bord, das umfassende Einblicke in die Speicherauslastung und Performance ermöglicht und zum Beispiel das Anzeigen und Verwalten von I/O-Statistiken für benutzerdefinierte Bereiche von Devices, die einen Device-Mapper-Treiber verwenden, erlaubt.

Außerdem unterstützt Red Hat Enterprise Linux 6.8 mit dem Scalable File System Add-on jetzt XFS-Dateisystemgrößen von bis zu 300 TByte.

Und Container ...

Neu ist auch, dass Unternehmen mit der Verfügbarkeit der RHEL-6.8-Base-Images traditionelle Workloads in Applikations-Container konvertieren können, die sich dann problemlos auch als Container in Red Hat Enterprise Linux 7 und Red Hat Enterprise Linux Atomic Host nutzen lassen.

Eine umfangreiche Auflistung der Neuerungen von Red Hat Enterprise Linux 6.8 stellt Red Hat in der zugehörigen Dokumentation sowie in den  Release Notes zur Verfügung.