Trendstudie zum Outsourcing des SAP-Managements in Banken

Raus oder rein? Eine strategische Frage für SAP-Anwender

| Redakteur: Jürgen Sprenzinger

(Bild: innobis)

Die Mehrheit der Banken ist bereit, Teile des Anwendungs-Managements ihrer SAP-Umgebung an qualifizierte Dienstleister auszulagern, besagt eine Studie der Berater von Pierre Audoin Consultants (PAC). Die anspruchsvollen Rahmenbedingungen der Finanzbranche machen „Make or Buy“ nach wie vor zu einer strategischen Fragestellung.

Die Innobis AG beauftragte PAC-Studie belegt den hohen Stellenwert von Application-Management-Services in der Bankenbranche. Für anwendungsbezogene IT-Dienstleistungen geben Finanzinstitute in Deutschland heute bereits rund 1,5 Milliarden Euro aus. Davon fließt etwa ein Drittel in die Application-Management-Services - mit steigender Tendenz.

Darüber hinaus zeigt sich, dass die Mehrheit der IT-Entscheider eine klare Vorstellung vom positiven Nutzen von Application-Management-Services hat. Gleichzeitig knüpfen sie verschiedene Bedingungen an die Zusammenarbeit mit einem Dienstleister, die die Aufgabenverteilung, Prozessverantwortung und Investitionen auf Seiten des Dienstleistungspartners betreffen.

Motive für die Auslagerung

Die für die Studie interviewten IT-Entscheider sehen die Möglichkeit, durch die Zusammenarbeit mit Dienstleistern die internen IT-Mitarbeiter zu entlasten, damit sie sich auf strategische Aufgabenstellungen rund um das Kerngeschäft sowie Innovationsthemen konzentrieren können. Sie schätzen die Einbindung von SAP-Spezialisten, um die zunehmende Komplexität der SAP-Landschaft besser zu beherrschen und Ausfallrisiken zu minimieren.

Die Interviewpartner nannten die höhere Reaktionsgeschwindigkeit und den Zugewinn an Know-how als weitere Motive, um mit externen Beratern zusammenzuarbeiten. Die interviewten IT-Entscheider ziehen auch die Kostenvorteile in Betracht, die ein Dienstleister durch Skalen- und Synergie-Effekte erzielen kann.

Abwägung der Aufgabenstellung und Rollenverteilung

Die Interviews zur Studie brachten ans Licht, dass die IT-Verantwortlichen in Banken genau abwägen, welche Aufgaben sie einem Dienstleister rund um das Anwendungs-Management anvertrauen. Sie möchten sicherstellen, dass die Qualität der Anwendungen den hohen Ansprüchen einer Bank gerecht wird, in dem sie die Qualitätssicherung im Anwendungs-Management intern vornehmen.

Auch die Kontrolle über kritische Geschäftsprozesse möchten die IT-Entscheider mehrheitlich intern verankern. Sie bestätigen, dass eine genaue Beschreibung der Aufgabenstellung und Rollenverteilung dafür unabdingbar sind. Dies hilft nach Ansicht der Interviewpartner auch dabei, im Rahmen von „Buy“-Entscheidungen dennoch die Unabhängigkeit vom Dienstleister zu sichern.

Erwartungen an einen Dienstleister

Die Interviewpartner sind sich einig, dass die eingesetzten Berater neben SAP-Kenntnissen vor allem bankfachliche Kompetenz benötigen, damit ein Dienstleister sein Leistungsversprechen einhalten kann. Die Interviewpartner nannten strategische Vorinvestitionen zum Beispiel in den Wissensaufbau und die laufende Vertiefung der Kenntnisse als Grundvoraussetzung, um längerfristig mit einem Dienstleister zusammenzuarbeiten. Die Mehrheit der IT-Entscheider wünscht sich außerdem Kontinuität und Flexibilität auf Seiten des Beraterteams sowie eine transparente Preisgestaltung.

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