Open-Source-Virtualisierung

Qemu 2.3 ist fertig

| Autor / Redakteur: Thomas Drilling / Thomas Drilling

Drillings Open-Source-Eck
Drillings Open-Source-Eck (Bild: Thomas Drilling)

Der quelloffene System- und CPU-Emulator, der auch Fundament des KVM-Virtualisierungs-Stacks ist, wurde in der neuen Version 2.3 wie üblich um zahlreiche neue Funktionen ergänzt.

So unterstützt Qemu in der neuen  Version 2.3 ab sofort 32-Bit-KVM-Gäste auf einem 64-Bit-ARM-Host. Für x86-Gastsysteme steht  ein neues IvyBridge CPU-Modell zur Verfügung. Für MIPS-Gäste sind neue Modelle für die microMIPS-Prozessoren 5KEc und 5KEf MIPS64r2, sowie M14K und M14Kc MIPS32r2 verfügbar. Schließlich wird bei s390x-Gastsystemen jetzt die Emulation des  PCI-Bus unterstützt. Für PowerPC-basierte Gäste haben die Qemu-Entwickler Support für transaktionale Speichererweiterungen implementiert. Darüber hinaus haben die Entwickler die VGA-Unterstützung für Little-Endian PPC/pSeries-Gäste verbessert.

Verbesserter virtio-Treiber

Ferner wurde die virtio-blk-Emulationen mit asynchroner SCSI-Anfragebearbeitung und Disk-Read-Merging beschleunigt. Auch im Bereich virtuelle Desktops hat sich etwas getan. Anwender, die GTK+, VNC, SDL und/oder Spice nutzen profitieren von einer verbesserten GUI-Geschwindigkeit.  Darüber hinaus erlaubt Qemu 2.3,  KVM in Verbindung mit dem Debugging-Werkzeug Valgrind  zu  benutzen. Ausserdem ermöglicht Qemu 2.3, dass per Passthrough durchgereichte Geräte im Gastsystem automatisch ausgeworfen werden, wenn der Nutzer sie vom VFIO Host-Treiber trennt. Neu ist auch, dass der QEMU Guest Agent  Datei-Operationen in Windows-Gästen kennt, sowie  Speicher-Blöcke in Linux-Gästen ein- und ausschalten kann. Ausserdem kommt er mit Memory-Hotplug zurecht.

Weitere Neuerungen und Download

Zahleiche weitere Neuerungen lassen sich dem Änderungsprotokoll entnehmen.  Der hauptsächlich in C geschriebene Qemu steht unter der GPL-Lizenz. Die neue Version 2.3 steht ab sofort auf der Projektseite zum Herunterladen zur Verfügung.