Oracles Unbreakable RHEL-Klon zieht nach

Oracle Linux 7.1 erschienen

| Autor / Redakteur: Thomas Drilling / Thomas Drilling

Oracle Linux 7.1
Oracle Linux 7.1 (Oracle)

Nachdem Red Hat vergangene Woche die erste Aktualisierung 7.1 seiner 7´ er Reihe von Red hat Enterprise Linux veröffentlicht hatte, ziehen die RHEL-Klone nach. So hat jetzt auch Oracle seinen RHEL-Nachbau Oracle Linux 7.1 freigegeben, der sich von den anderen RHEL-Klonen zumindest durch den eigenen Unreakable Kernel unterscheidet. Zudem bietet Oracle ein nicht uninteressantes Support Modell.

Red Hat hatte seine 7´ er Reihe vor knapp 9 Monaten veröffentlicht, wie üblich zeitlich dicht gefolgt von Oracles RHEL-Interpretation, und vor wenigen Tagen sein erstes Update RHEL 7.1 nachgeschoben.

Jetzt zieht auch Oracle mit Version 7.1 seines RHEL-Nachbaus Oracle Linux nach, die gegenüber dem Original den Vorteil bietet, auf Wunsch in Form von Installationsmedien und Binärpaketen auch frei verfügbar zu sein. Bei RHEL gilt das nur für Quellpakete.  Medien und Binärpakete gibt es bei Red Hat nur in Form einer Subskription für bestehende (oder neue) Abonnenten.

Optional gibt es aber auch von Oracle kostenpflichtige Support-Pakete. Oracles Support-Kunden erhalten dann nicht nur Unterstützung für Oracle Linux, sondern zusätzlich auch für Oracle OpenStack für Oracle Linux und bekommen Zugriff auf Oracles Live-Kernel-Patch-Technologie Ksplice.

Die wichtigsten Neuerungen von Oracle Linux 7.1

Technologisch bringt Oracle Linux die gleichen Neuerungen, wie  RHEL 7.1, also bessere Hardware-Unterstützung, Software-Updates und eine Reihe von Erweiterungen.

So können Nutzer dank der Integration von CIFS mit SSSD jetzt ohne Winbind nativ auf Microsoft Windows File und Print Services zugreifen. Auch bei der Identitätsverwaltung gab es Verbesserungen. So können Admins Ihren Nutzern jetzt eine starke Authentifizierung mit One-Time Password (OTP) zur Verfügung stellen. Oracle Linux nutzt dazu LDAP und Kerberos, wahlweise mit Software-Tokens oder Hardware-Tokens führender Hersteller. Ergänzt wird das Ganze durch das IdM-Zugangskontroll-Framework, was eine bessere Überwachung der Lese- und Schreibzugriffsrechte gewährleistet. Zudem gibt es ein neues Verwaltungswerkzeug für Certificate Authoritys.

Weitere Neuerungen

Neu ist wie beim Original auch, dass die Stack-Größe von Kernel-Prozessen von 8 auf 16 KB gewachsen ist und beim Java-Stack jetzt OpenJDK 8 zum Einsatz kommt. Ferner bringt Logical Volume Management (LVM) jetzt OpenLMI-basierte Hooks zum Verwalten von Volume Groups und Thinly-Provisioned Volumes mit. Hinzu kommt, dass Oracle Linux den LVM-Cache und Parallel NFS (pNFS) unterstützt.  Darüber hinaus besitzt Oracel Linux die gesamte Client-Funktionalität zur Kommunikation mit Ceph Block Storage.

Virtualisierungssupport

Auch im Bereich Virtualisierung gibt es zahlreiche Neuerungen. So unterstützt der KVM-basierte Virtualisierungs-Stack von Oracle Linux  jetzt virtuelle Maschinen mit bis zu 240 vCPUs. Zudem können VMs jetzt USB 3-Devices verwenden. Darüber hinaus bringt Oracle Linux jetzt auch Docker mit und zwar inklusive Orchestrierungswerkzeug Kubernetes und dockerisierten Basis-Images von Red Hat Enterprise Linux 6 und 7.  Wie Red Hat Enterprise Linux bringt nun auch Oracle Linux das Open Virtual Machine Firmware (OVMF) und das Dateisystem OverlayFS als technische Vorschau mit.

Unbreakable Kernel

Einziges Alleinstellungsmerkmal von Oracle Linux ist der eigene Unbreakable Enterprise Kernel mit Live-Patch-Technolgie. Der basiert auf einer Linux-Version 3.8, beinhaltet aber zahlreiche Patches von Red Hat UND Oracle. Er unterstützt unter anderem Docker, Linux Containers (LXC) und Dtrace. Im Gegensatz zum Kernel von Red Hat Enterprise Linux können Nutzer des Unbreakable Kernels von Oracle Linux auch das Dateisystem Btrfs produktiv einsetzen, das im RHEL-Kernel nur als Technologie-Preview enthalten ist.

Zusätzlich bringt Oracle Linux aber auch einen RHEL-kompatiblen Kernel auf Basis von Linux 3.10 mit, der sich alternativ einsetzen lässt. Eine detaillierte Übersicht sämtlicher Neuerungen können der  Dokumentation entnommen werden.