Leap Milestone 1 veröffentlicht

Opensuse treibt Umbau seiner Distribution voran

| Autor / Redakteur: Thomas Drilling / Thomas Drilling

Aus Opensuse 14.x wird Leap
Aus Opensuse 14.x wird Leap (Bild: Opensuse)

Das Opensuse-Team hat als erstes Resultat des geplanten Umbaus der Distribtution einen ersten Meilenstein von Leap veröffentlicht.

Leap 42.1 ist der Name (einschließlich Version) einer für Herbst diesen Jahres geplanten, völlig neu strukturierten Opensuse Distribution.

Das „Problem“ von Opensuse in Form sinkender Popularität ist die im Vergleich zu Fedora, Ubuntu & Co fehlende Profilschärfe. Während beispielsweise Fedora für das Verwenden stets hochaktueller Linux- und Open-Source-Technologien steht (nebenbei dient Fedora auch als Experimentierfeld der Red-Hat-Entwickler), Ubuntu vor allen Heimanwender oder Linux-Einsteiger mit möglichst einfacher Bedienung in Form eines eigenen (Unity)-Desktops lockt und Debian der reinen Open-Source-Lehre huldigt, war schon lange nicht mehr klar erkennbar, wofür Opensuse eigentlich steht.

Tumbleweed gräbt Opensuse das Wasser ab

Opensuse hat außerdem das Problem, das Rolling-Release-Distributionen immer populärer werden. Das gilt zwar auch für die anderen Vertreter, bei Opensuse hat man sich allerdings mit der parallelen Pflege von Tumbleweed und Factory Konkurrenz im eigenen Haus gemacht.

So kämpft Opensuse mehr als andere Hersteller, die sich relativ früh klarer positioniert hatten, mit unzufriedenen Nutzern an zwei Fronten. Vielem Anwendern war Opensuse im Vergleich mit Tumbleweed nicht aktuell genug. Auf der andere Seite ist vielen Nutzern der Unterstützungszeitraum der regulären Variante von rund 18 Monaten zu kurz, sieht man mal von Evergreen-Releases ab.

Tumbleweed und Factory

Das Problem verschärft sich dadurch, dass inzwischen auch viele Entwickler zu Tumbleweed gewechselt sind. Das von Kernel-Entwickler Greg Kroah-Hartman initiierte Tumbleweed war bis November letzten Jahres neben Opensuse-Factory einer von zwei aktiv gepflegten Rolling-Release-Zweigen, ein Luxus, der typisch für die Uneinigkeit im OpensuseTeam war.

Erst mit Erscheinen von Opensuse 13.2 im November letzten Jahres führte man Tumbleweed und Factory unter neuem Namen Tumbleweed zusammen. Zwar hatte sich Kroah-Hartman seinerzeit selbst gewünscht, Tumbleweed werde so bald wie möglich überflüssig und in Factory aufgehen, stand letztendlich aber auch der umgekehrt eingetretenen Variante positiv gegenüber.

SLE + X = Leap

Die übrig gebliebenen Entwickler der regulären Opensuse-Variante hatten darauf hin beschlossen, ein neues Opensuse mit geänderter Ausrichtung unter neuen Namen Opensuse Leap 42 zu kreieren, deren erster Meilenstein jetzt als Etappenziel der für den Spätherbst geplanten stabilen Variante Leap 42.1 vorliegt.

Kernidee der „neuen Ausrichtung“ ist eine Basis-Distribution, die sich aus Paketen der kommerziellen Variante Suse Linux Enterprise (SLE), ergänzt um aktuelle Paketen und Erweiterungen definiert. Um das zu ermöglichen, sollen Teile der Quellen von Suse Linux Enterprise (SLE) in den Opensuse-Build-Service (OSB) eingespielt werden.

Offiziell soll das stabile Leap 42.1 auf der SUSECon im November in Amsterdam veröffentlicht werden und beispielsweise auf Basis eines Kernel 4.1 unter anderem GNOME 3.16, KDE Plasma 5 und Firefox 38 mitbringen, um nur ein paar Beispielpakete zu nennen. Insgesamt enthält der erste Meilenstein 56.500 Binärpakete. Opensuse 13.2 brachte es im Vergleich auf 71.750 Paketen.

Leap ausprobieren

Laut Aussage der Opensuse-Entwickler sollen alle Ausgaben von Leap 42.x auf SLE 12 basieren, während Leap 43 dann auf SLE 13 aufsetzen wird. Wer bereits jetzt einen Blick auf die runderneuerte Opensuse-Distribution werfen will, kann ein rund 3GB großes DVD-Image des ersten Meilensteins von der Downloadseite herunterladen. Weitere Informationen gibt es auf der Wiki-Seite des Leap-Projektes.