OpenStack-Foundation veröffentlicht Kilo-Release

OpenStack eröffnet Runde 11

| Autor / Redakteur: Thomas Drilling / Ulrike Ostler

Neuerungen im "Kilo"-Release von OpenStack
Neuerungen im "Kilo"-Release von OpenStack (Bild: Ivan Sedlak/ Fotolia.com)

Gerade noch passend zum vierteljährlichen Release-Zyklus hat die OpenStack-Foundation letzte Woche die neue Version 11 des IaaS-Framework veröffentlicht, an dem weltweit knapp 1.500 Entwickler und 169 Organisationen mitgearbeitet haben. Eines der prominentesten Features ist „Ironic“, das ein Ausrollen auch auf physischen Maschinen erlaubt.

OpenStack Kilo zeichnet sich besonders durch bessere Interoperabilität mit externen Treibern und neuen Technologien, wie Containern und durch Unterstützung von Bare-Metal Cloud-Konzepten aus.

OpenStack veröffentlicht mit "Kilo" 11. Update
OpenStack veröffentlicht mit "Kilo" 11. Update (Bild: OpenStack Foundation)

Die Neuerungen im Überblick

  • Die Komponente mit der Bezeichnung Ironic erlaubt es „OpenStack Kilo“ direkt auf der Hardware (Bare Metal) zu installieren und nicht nur wie bisher üblich mithilfe virtueller Maschinen auszurollen.
  • Die Storage-Komponente „Swift“ unterstützt darüber hinaus mit „Erasure Coding“ (EC) eine Technologie, die Daten zunächst in Fragmente zerteilt und anschließend über unterschiedliche Standorte hinweg verteilt speichert. Das erhöht beziehungsweise gewährlistet unter anderem die Datensicherheit von Storage. Erasure Coding braucht allerdings mehr CPU-Power.
  • Der Netzwerkdienst „Neutron“ ist außerdem jetzt in der Lage, Load Balancing as a Service anzubieten. Ferner bringt Nova Compute ein Application Programming Interface (API) mit, das eine Versionierung der Programmierschnittstelle erlaubt.
  • Die Funktion „Cloud-Federation“ wurde in Kilo ebenfalls deutlich weiter entwickelt und kann nun Identitäten in verschiedenen Cloud-Regionen teilen.
    Unternehmen können somit Identitäten in mehreren OpenStack-Implementierungen effizienter verwalten. Dies erleichtert das hybride Cloud-Computing mit OpenStack on premise und in öffentlichen OpenStack-Clouds.
  • In Ubuntu OpenStack wurde Kilo zudem um eine Vorschau von „DNS as a Service“ aus der neuen „Designate“-Komponente erweitert und außerdem um Distributed Virtual Routing (DVR) ergänzt. Neutron skaliert somit noch effizienter.

Analysten über OpenStack

Insgesamt dominiert OpenStack nach wie vor das Private-Cloud-Genre. Nach Aussage der OpenStack-Foundation setzen weltweit 46 Prozent aller OpenStack-Nutzer die IaaS-Cloud-Plattform bereits in Produktionsumgebungen ein.

Zu den am schnellsten wachsenden Einsatzszenarien gehört dabei offenbar Network Function Virtualization (NFV). Die geht aus der Studie „OpenStack im Unternehmenseinsatz von Crisp-Research hervor. Demnach setzen rund 33 Prozent der deutschen OpenStack-Nutzer OpenStack Neutron bereits zur Virtualisierung Ihrer Netzwerke ein. Nach wie vor zählt Ebay als ein Parade-Unternehmen, weil es OpenStack in großem Umfang einsetzt, so René Büst, Senior Analyst bei Crisp Research AG.

Ubuntu 15.04 mit OpenStack Kilo

Die weltweit erste verfügbare OpenStack-Distribution, die bereits auf das Kilo-Release setzt ist erwartungsgemäß die Ubuntu 15.05, oder die OpenStack-Distribution von Canonical. Laut Crips Research verwenden 64 Prozent der OpenStack-Nutzer die Ubuntu-Distribution für den produktiven Einsatz.

Ubuntu OpenStack ergänzt OpenStack mit einem umfangreichen Ökosystem zertifizierter Partner-Lösungen etwa aus den Bereichen Software-Defined-Network und Software-Defined-Storage. In der Partnerliste finden sich unter anderem Juniper, Cisco, Nuage, PLUMgrid, Midokura, MetaSwitch und viele andere. Bekanntlich treibt Canonical die OpenStack-Entwicklung in vielen Bereichen maßgeblich voran, wie sich am Beispiel des neuen Container-basierten Hypervisores LXD zeigt.

Ferner widmet sich Canonical OpenStack Interoperability Lab (OIL) den Themen Multi-Vendor-Interoperabilität, Zertifizierung und Testen von OpenStack. Die Teilnahme an OIL verleiht Ubuntu-OpenStack-Kunden die Sicherheit, dass Komponenten einer OpenStack-Cloud gut zusammenarbeiten.

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